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Der Israelit · 1886-05-20 · Heft 40 (20.5.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 40 (20.5.1886)
Date
1886-05-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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der Rcndantur: zu dieser Schwierigkeit trat im letzten Jahre noch die Drucklegung der umfangreichen wincnschafüichen Beilage hinzu. Um so schöner und erquickender sind die „Blumen und Früchte", welche der Frühlingsbote bei feinem diesjährigen Nahen ansstrcut, um so erfreulicher und erhebender sind die nach Innen nnd Außen erzielten Erfolge, welche jedes für das kräftige Emporblühcn der Anstalt wann empfindende Herz mit Stolz und Gcnugthuung erfüllen mnpen. „Auch in diesem Jahre-, so meldet der Bericht, „hat sich die mnwandclbare Treue unserer Mitglieder voll nnd ganz bewährt, und allein dadurch ist cs möglich gewesen, den durch die gcsteigcNe Frequenz der Anstalt erheblich größeren Ausgaben gerecht werden zu können. Im vergangenen Vcrwaltungsjahre betrugen die Einnahmen 47863 M. 17 Pf., die Ausgaben 356l6 M. 8 Pf., cs verbleibt somit ein Ueberschuß von 12247 M. 9 Pf. Der Baarbcstand belief sich am 1. September 1884 auf 212185 M. Pf., so daß die Bilanz am 1. September 1885 mit 224433 M. 2 Pf. abschlicßt. Die Wittwcnn nd ZV a i s en-P c n s i on ska s s e für die Docenten, deren Bildung vor einem Jahre vom Kuratorium beschlossen wurde, hat eine Einnahme von 700 Mark zu verzeichnen, sie beläuft sich also bis jetzt im Ganzen auf 1500 Mark; dem Stipcndienfonds sind Ln diesem Jahr 2400 Mark, dem Stipendienconto 800 Mark zugestossen: im Großen und Ganzen ein günstiges Resultat. Die Anstalt wurde im verflossenen Jahre von a ch tu nd zwanzig Hörern besucht, von denen achtzehn der de uts ch en, acht der ungarischen und zwei der russischen Rationalität angehören. Auch der Bericht des Rectors berührt diese gesteigerte - Frequenz und „zwar durchwegs solcher Hörer, welche bereits das ganze Gymnasium absolvirt und auch das Abiturientcncxamen abgelegt haben; diese Frequenz hat sich sogar mit dem Beginne des laufenden Semesters, das aber erst zum nächsten Bcrwalinngsjahre gehört, noch bedeutend gesteigert." Wir sind in der Lage mitthcilcn zu können, daß in den lctztvcrgangenen Semestern, welche in dem vorliegenden Berichte noch keine Berücksichtigung gefunden, zu den 28 Hörern nicht weniger als z w ö l f weiter getreten sind, neun deutsche nnd drei östcreichische Äbitnrienten. Das Seminar zählt demnach augenblicklich vierzig Zöglinge, auf welche sicbennndzwanzig deutsche Gymnasialabitnrirnten entfallen. Dieses Rcsnltat wird nicht verfehlen, allüberall berechtigtes Aufsehen .undim gesttzcslrenen Lager laute Freude wachznrnfcn. Das Berliner Rabbiner-Seminar nimmt mit dieser Zahl den ersten Platz unter Deutschlands Rabbinerfchulen ein, die von eurem einzigen Manne mit so genngen Mitteln gcgnrudcte, aber um so hingehender Treue nnd selbstloserer Aufopferung gepflegte Anstalt zu einer so stolzen Höhe emporgeführt zu sehen: welch herrlicher Erfolg durch des Himmels unendliche Gnade! * Der Zahl der Zöglinge entsprechen die äußeren Erfolge der Anstalt. Im abgelaufenen Jahre wurde der Hörer Dr. Arthur Cohn aus Berlin nach abgelegter Rabbinatsprüfung zum Rabbinernach Basel berufen, der frühere Hörer Dr. Oscar B ähr, früher Rabbiner in Kosmin, zum Rabbiner in Prenzlau gewählt. In der darauf folgenden, zum Verwaltungsjahre nicht mehr gehörenden Zeit wurde Herr Dr. Ehrman nach der Schweiz, Herr Dr. Singer nach dem Elsaß berufen, und ent in den letzten Wochen sind die Rabbinate von Köthen, W o llstein,Oroshaz a, wie das Stiftsrabbinat von Hannover von Schülern des Rabbiner-Seminars besetzt werden. Die talmudischen Vorlesungen wurden im vergangenen Jahre vom Rektor und Herrn Dr. H o ffmann in den verschiedenen Abtheilungen geleitet; außerdem las der erftcre Midrasch, der letztere die Ritualcodices und Pentateuchexegcfe. Herr Rabb. Dr. S. Cohn leitete die homiletischen Vorlesungen. Herr Dr. Berliner las Geschichte und Literatur der Juden auf der pyrcnäischen Halbinsel, Literaturgeschichte der hebräischen Grammatik und Schrift-- ' excgcse, verschiedene Midraschim, rabbinische Commentarc zum Pentateuch und hebräische mittelalterliche Schriftsteller, Herr Prof. Barth übernahm die Exegese der Propheten, die Relkgionsphilosophie, die Lektüre des Maimonides und für die jüngeren Semester hebräische Grammatik mit Textanalyse. Herr Dr. Hirsch Hildesheimer endlich las alte jüdische Geschichte, Joscphus nnd politische Geographie Palästinas. Von eben diesem Herrn Docenten ist die sechs Druckbogen starke wissenschaftliche Programmarbcit:„B e i t r ä g e zn r Ge o g r a p hi e Palästinas" verfaßt, welche an einer andern Stelle dieses Blattes ihre eingehende Würdigung sinden wird. Wir können unseren Bericht nicht schließen, ohne ein ernstes, dringendes Wort an unsere Glanbensgcnoffcn anznsügen. Es ist wahr, nicht nur die inneren, auch die äußeren Erfolge des Rabbiner- Seminars sind bei der Ungunst der Zelt hochersrenliche zu nennen; aber sichen diese auch nur entfernt in einem Verhältnisse zu den Bedürfnissen der Anstalt 'i Kann eine Anstalt, die nicht nur ihre Docenten zn bezahlen hat, sondern auch für die Existenz Ihrer

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