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Der Israelit · 1886-05-17 · Heft 39 (17.5.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 39 (17.5.1886)
Date
1886-05-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Verpflegung finden läßt. Darin scheint die jüdische Gemeinde zu Minden eine Ausnahme zu machen, was ans dem Umstande hcrvorgchr, daß zwei don m Garnison sichende jud. Soldaten diese Verpflegung nicht fanden. S. L Wöllstein, 9. Mai. Herr Lcvi Höxter ans Treysa, welcher seine Ausbildung am Berliner Rabbiner-Seminar genogen, ist, nachdem derselbe am siebenten Tag des Peßachfcstes eine beifällig ausgcnommenc Rede gchalrcn und nach dem Feste unter Beisein der Schulinspcctiou an der Elementarschule einen Probcumcrricht mir großem Erfolge gegeben hatte, heute zum Lehrer und Prediger nuferer Gemeinde gewählt worden. (Dolberg, 9. Mai. Dem hiesigen jüdifchcn Kurhospital ist neuerdings wieder eine größere Schenkung zngcwcndct worden, die die Anstalt wie die Spenderin in gleicher Weife ehrt. Frau Salomca Giusberg in Berlin, die seit Jahren ein treuer Gast unseres Badeortes ist, hat am 30. April dem jüdischen Kurhospital ein Kapital von 3600 M. mit der Bestimmung überwiesen, daß aus seinen Zins- Erträgen in dieser Heilanstalt cinKmbctt für Kinder unter dem Namen: „Bernhard und Salomca Ginsberg-Stiftung" für ewige Zeiten erhalten werde. Die edle hochherzige Stifteriu wurde von den Verwaltungs - Organen dieses Instituts in dankbarer Anerkennung durch ihre Ernennung zum Ehrcnmitglicde des Knratorü ausgezeichnet. Das jüdische Kurhospital Zählt nunmehr bereits 6 solcher Stiftungen, und Zwar 2 von Herrn 9?. Oppenheim, 3 von Herrn Jakob Israel und 1 von Frau S. Ginsberg fämmtlich in Berlin. Möge es auch in Zukunft weder dieser noch allen ähnlichen Humanitäts-Anstalten unseres Badeortes an der Thcttnahmc edler Menscheusrcunde fehlen, die durch großherzige Stiftungen die Entwickelung der mit so großer Mühe in's Leben gerufenen und erhaltenen Werke der Barmherzigkeit stützen und fordern. . 3 t fl l i c n. Mailand. Im Besitze einer hiesigenBnchhandlnng befindet sich ein Mannscript vom npmn t von D2oi ans dessen Nachlaß nnd welches später Ton Jsac Abarbancl um die hohe Summe von 30,000 Dncaten ankauftc. In dieser Handschrift ist der Text an vielen Stellen anders als in dem uns bis jetzt bclanntcn: wodurch der Werth dieses MannscriPteS nm so größer ist. Frankreich. Paris. (Die Inden Chinas.) Einer der merkwürdigsten Zweige des über die ganze Erdoberfläche verbreiteten jüdischen Stammes ist zweifelsohne die in der chinesischen Stadt Kai-fong-su am Hoang-Ho (Gelben Fluß) befindliche Gemeinde, die, trotzdem sic schon seit nahezu zwei Jahrtausenden unter einer heidnischen Bevölkerung nnd einer eben solchen Regierung lebt und ringsherum auf Hunderte von Mellen von dem mongolischen Volksstamme cingeschlosicn ist, so das; jede Verbindung zwischen ihr und der übrigen jüdischen Welt naturgemäß gänzlich aushörcn mußte, noch heute fest und unerschütterlich an dem Glauben ihrer Väter hält und sich noch heute zur Lehre Mosis (jüdischchinesisch: Mu-tzo) bekennt. Wieso kam cs doch, daß dieses Häuflein Juden sich von seinen übrigen Glanbensbrüdern in Mittelasien losgcrrcimt und sich nach dem chinesischen Reiche gewendet hat? Wieso kam es denn, daß diese Handvoll Juden sich in dem immensen chinesischen Reiche, dessen Bevölkerung nach Hunderten von Millionen zählt , bis auf den heutigen Tag zu crbaltcn gewußt und nie daran gedacht, seinen Glauben zu opfern, um sich dem Pcckinger Hofe-, der chinesischen Pricsterschaft und der chinesischen Nation angenehm zu machen? Wieso kam eS denn auch, daß die Chinesen, die doch so eifrig über ihre Nationalität wachten, daß sie bis vor fünfzig Jahren noch keinen Europäer in ihrer Mitte dulden wollten, eine jüdische Gemeinde ruhig in ihrer Mitte fortcxistiren ließen nnd sie nie zwang, die Lehre BndhaS oder des Coufncms anzunchmen? Wir werden versuchen, diese und noch andere ähnliche Fragen, die sich uns, wenn wir die Geschichte dieser so weit entlegenen jüdischen Gemeinde sorgfältig studiren, ausdrängeu, in der nachfolgenden Studie zu beantworten .... Jerusalem war. in die Hände Ncbuchadnezär's gefallen, der heilige Tempel war ein. Raub der Flammen geworden und Juda wurde gezwungen, nach dem Wanderstabc zu greifen, um mit seinem Besieger von den Ufern des Jordans an die des Euphraths, nach Babylonien, zu ziehen. Seines Bleibens an den Ufern dieses Stromes war jedoch nicht lange, denn unseren Voreltern war es bis -in. die tiefste Tiefe ihrer Seelen zuwider, unter einem Volke leben zu müssen, das ihnen ihre Freiheit, ihre politische Selbstständigkeit, ihre Nationalität geranbt nnd das ihnen ihre Zierde, den Tempel in Jernsalem, zerstört hatte. Sic begannen daher bald daö Reich Nebnchadnezar's, das sich im Osten bis an die User des Tigris erstreckt, zu verlassen und nach ' Bi'ifc vr iiim'iiiTinif ,

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