Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 38 (13.5.1886)
- Date
- 1886-05-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1 r M den Ouellc» der Belchrmrg selbst hmführen. Frei lich darf bei einem solchen Vorhaben jenes Publi- ,! \ fsra, das nur rmterhaLLen werden will, nicht m! t VcttaÄt rmd in BerücksichLigrmg gezogen werden.; '' Der Verein ersuche einen Gelehrten wöchentlich; - 2mal Mschuajor vörzuttagen, einen anderen I Mal f i In der Woche ein rcligionsphilosophisches Buch. An! den Vortrag knüpfe sich eine Disputation rmd ein gemeinsamer Gedankenaustausch zwischen den Vor- 11 sagenden und den Hörern. Man theile mehrere!-; Cnrsus ein für die studirende Jugend besonders!! - und fiir andere Theilnehmer besonders. An Theili nehmern würde es in Gemeinden wie Wien und § Prag durchaus nicht fehlen. Mag dann immerhin ein oder zweimal in der Saison für ein größeres Publikum!l! ein Vortrag gehalten werden. Nur auf solche iÜ Weise würde jüdisches Wissen verbreitet werden, und würden viele angeregt werden, ihre freien l' Stunden, und werverfügte nicht über einige in der P•; Woche, nutzbringend im Dienste einer heiligen und Sj darum veredelnden Sache zu verwerthen. Unsere |,: Zeit bethätigt in umgekehrter Reihenfolge jenen jjj alten Wahlspruch, der zugleich Programm des Ju- |H _ denthums ist. Sie ist. groß in C’-isn ntei, groß in r.T.3j?, aber arm an m*n. Das kann und darf nicht so bleiben, cs soll und muß in dieser Richtung besser werden. Das müssen die Herren in Prag und Wien zum Zielpunkt haben, so sie wirklich mit Erfolg gegen den gefährlichen Feind im eigenen Lager, gegen den Jndifferentismus ankämvfen wollen. Es genügt beileibe nicht, gegen den Antisemitismus Stellung zu nehmen und in sozialer Hinsicht zu wirken. Es genügt nicht, wenn man, wie cs in Prag beabsichtigt wird, israelitische Knaben dem Gewerbe und Handwerk zuführt. Man muß auch dafür sorgen, daß diese Knaben israelitisch bleiben und nicht zu Verräthern an ihrem Glauben, an ihren Wohlthätern werden. Diese Sorge sollte man auch ausdchnen auf die gesammtc Jugend, ob sie sich dem Studium, dem Handel oder dem Gewerbe widmet. Wie das einigermaßen zu bewerkstelligen sei, möchten wir in Folgendem klarlcgen, vorausgesetzt, daß die verehrliche Redaktion uns zu dem Ende die Spalten dieses Blattes öffnet.*) Krakau, 5. Mai. Die Reforma bringt heute einen angeblich von einem Bauer geschriebenen Artikel, worin behauptet wird, die jüngste Lanernbewcgung wäre vor Allem gegen die Juden und erst in zweiter Linie gegen den Adel gerichtet gewesen, weil dieser mit den Juden Geschäfte mache und *) Sehr gern. Red. «53 ihnen die Dorfschänken verpachte. Der antisemitisch zngewwte Artikel, welcher die Juden dem „Weltuntergänge" snbstimirt, wird hier als Rache-Act angereben: bei der letzten Reichsrachwahl in Krakau baden nämlich die Mischen Wähler größtenchells gegen den candidirenden Redactenr der Reform« gestimmt, und derselbe ist in Folge dessen durchgefallcn. Brody, 6. Mai. In Folge Einschreitens erhielt das hiesige russische Consulat aus Petersburg die Weisung, Pape für jüdische Kaufleute, welche bis jetzt blos nach Ldcpa das Visum erhalten konnten, nach allen Orten Rußlands, in denen den Inden der Aufenthalt überhaupt gestattet ist, zu visiren. Gleichzeitig erhielt der Consul den Wladiniir-Orden in Brillanten. Rußland. Odessa. Tie gegen die Juden gerichteten Excesse am Osterfeste in Odessa veranlaßtcu den Erzbischof von Cherson, die Orthodoxen zur Toleranz zu ermahnen. „In Rußland," sagt er, „lebten Christen und Juden friedlich beisammen, so lange unser Glauben seststand. Mit der zunehmenden Sittenverwllderung begannen die Judenhetzen, welche westeuropäischen Ursprungs und durch die vom Westen aus verbreiteten anti-christlichen Ideen Hervorgerufen worden sind." Mesopotamien. Bagdad, Fährt man von hier aus dem Tigris nach unserer Hafenstadt Bassorah, so gelangt man Mitte Weges zu dem Städtchen Amara, welches am linken User des genannten Flusses oder eigentlich schon am Schott El-arab (so nennt man die beiden Flüsse, den Tigris (bp-sn) und den Euphrat (rre), nachdem sie sich einige Meilen südlich von hier zu einem großen Strome vereinigt haben) liegt und eine jüdische Gemeinde in seinen Mauern beherbergt, die sich rühmt, zu den ältesten Babyloniens zu gehören und einst der Sommeraufenthalts- oder Badeort des letzten jüdischen Königs aus dem Hanse David, Jehojochin's, gewesen zu sein. Dieser König wurde bekanntlich von Ncbuchadnczar im achten Jahre seiner Regierung nach Babylon in die Gefangenschaft abgeführt und hier in den Kerker geworfen. Jedem steinigen und aufmerksamen Leser der heiligen Schrift wird es gewiß schon oft ansgefallen sein, daß während dieser Kerker in dem Buche der Könige (C. XXV, B. 27) vbi n»a genannt wird, im Propheten Jeremias (C. L. II, B.;n) n*a heißt. Es scheint jedoch, daß Je- --- i v'’»■* *■ iifinrnitir'i m*if»1