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Der Israelit · 1886-05-10 · Heft 37 (10.5.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 37 (10.5.1886)
Date
1886-05-10
Page
– (sequence 3)
Language
German
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635 druck verliehen ZN sehen. Mit verwehrtem Eifer sucht man in neuester Zerr für die Einführung der Lcicherwerörennung'dadurch Srimumng zu machen, daß nran die Friedhöfe beschuldigt, die Ursache für zahlreiche Erkrankungen zu sein. Das Grundlose dieser Beschuldigung weist vorliegendes Heftchen ruhig, und fachgemäß nach. Verfasser zeigt, daß wohl vielleicht die Grüfte oder die nach allzuknrzcr Zerr wieder geöffneten Gräber in manchen Fällen die Schuld au Krankheiten tragen können, niemals aber Gräber, die die vorgeschriebcnc Zeit von 30 Jahren geschlossen bleiben. Bekanntlich werden bei uns Inden die Gräber überhaupt nicht mehr geöflnet (die Belebung der Todtcn ausgeschlossen) und somit dürften die israelitischen Friedhöfe als fiir die Menschheit vollständig gefahrlos betrachtet werden. Wirklich führt der Verfasser ein Urtheil von M. von Pettcnkoser an. in welchem er sagt, das; er z. B. das Brunnenwasser vom israelitischen Friedhöfe bei Thalkirchcn für viel reiner gefunden habe, als das Wasser des Brunnens im SLadtgerichtshofe. Nachdem der' Verfasser zu dem FaciL gekommen ist, das einer der -eifrigsten Freunde der Lcichenverbrcnnung, Dr. med. Hcrzberg, vor Kurzem auszusprechen gezwungen war: „Die neuere Literatur bietet mit Sicherheit keinen Fall, der für Erkrankungen in Folge von Ausdünstungen der Lcichcngasc spricht," greift er die Lcichenverbrcunung als u n n ö t h i g, rvidcrnatssrlich und gemeingefährlich an. Das Unnöthige derselben haben wir bereits gezeigt' widernatürlich, weil die Endprodukte bei der Verbrennung der Hauptsache nach andere sind, als bei dem natürlichen Zerfall und so den; Boden wichtige Nahrungsmittel der dem Menschengeschlecht unentbehrlichen Pflanzenwelt entzogen werden und gemeingefährlich endlich, weil dem Gerichte beim austretcnden Verdachte der Vergiftung jede Handhabe entzogen ist. Es folgt noch eine Auszählung der 32 Bände umfassenden Literatur. Wir brauchen der interessanten Broschüre kein empfehlendes Wort zu reden. Die Sache spricht für sich. I. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Karlsruhe i. B. Das war einmal ein recht herzcrhcbender Vormittag! Ta kominc ich soeben von dem Anwohncu der Prüfung der Rcligionsschule der my Gemeinde und hatte die Freude, wahrznnehmen, wie die ganze ans 55 Schülern bestehende Schule, unterrichtet von Hr. Kabb. Dr. Schisser und den. Lehrern Würzburger und Mansbach, trotz der geringen Stundenzahl, die ihr nach dem Besuche der verschiedenen städtischen Lehranstalten verbleibt, cs doch vom bis zum Talmud mit seinen Eomnintiarcn bringt und dabei in Grammatik und jüd. Geschichte recht schöne Erfolge zu Tage fördert. — Tic mn Schlüsse von den Schülern und Schülerinnen der verschiedenen Klassen vorgetragcnen Gedichte erhöhten den Genuß der zahlreich versammelten Zuhörer, die der Prüfungssaal kann; faßte, und wird die rege Teilnahme Lehrer und Schüler zu ferncrm Eifer aufmnntern. Aus dem badischen Oberlande. Schon eine Reihe von Zähren gehöre ich zu den eifrigen Lesern Ihrer weitverbreiteten und geschätzten Zeitschrift, welche uns Kunde bringt von allem Wissenswertheu und Interessanten, was die Iehudim in; ganzen Erdenrund freudig erregt, oder zur Trauer stimmt. So vielseitig nun auch die Mitthcitnngen ans allen Himmelsgegenden sind, so habe ich mich doch schon gewundert, und vielleicht nmnche Leser dieser Zeitschrift, das; sic nur äußerst selten uns yyn D'tr-in ise, Mittheilnngen und Wiffcnswerthes aus der nächsten Nähe, und namentlich aus dem gesegneten Lande Baden bringt; als wenn cs da gar nichts zu berichten gäbe, was rsw »tu irrw bo berührte. Mit der Einwilligung der verchrl. Redaktion will ich mich heute als Berichterstatter für Baden einführen. ' ' Dem Allmächtigen Dank, habe ich, was die sociale Lage der Iehudim in Baden betrifft, nur Gutes zu berichten. Hier in Baden kann die antisemitische Bewegung, die im Norden nnd Westen Europas noch immer von sich reden macht, nicht aufkommen, wenn es auch hie und da gerade nicht an Stöckerianern mangelt. Unsere erlauchte Regierng, vor Allem Se. Königl. Hoheit, unser geliebter Großherzog, kennt keine confcssioncllc Unterschiede. Wir finden deshalb auch in allen Stetten tüchtige Iehudim angestellt: sowohl im Nathe der Krone, als in der Bcamtenwclt, bis zu den besseren Gemeindeämtern sindcn wir Iehudim, die unfern Brüdern alle Ehre machen. ES freut mich außerordentlich, solches berichten zu können, da eS unö lvieder bewahrheitet bnisp iöVh *3. So wurden auch jungst wieder durch Se. Kgl. Hoheit ausgezeichnet: Overrath Willstätter ln Karlsruhe durch Verleihung des Eichenlaubes zum innehabenden Ritterorden i. Klasse des Zähriuger Löwenordenv, Vorstand Abcrle in Mannheim, durch den

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