Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 36 (6.5.1886)
- Date
- 1886-05-06
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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62* Erwähnter Verein ist ein Wohlthärigkcirsvcrcin von rcru humanitärer Tcndcuz und verdient als solcher schon darum Unicrunrnng vor allen anderen Institutionen ähnlicher An, als viele israelitische Kraule eher dir schädlichen Folgen des Hungers ertragen, als daß sie sich dazu entschließen wurden, die Spiralskost oder überhaupt andere nicht nach jüdischem Ritus znbercüelc Speise zu genißen.* Wien, im Januar 1886. Schrötter m. ]>. Pros. Tr. Adam Pollitzer m. j>. Prof. Albert m. i». Nothnagel m. p. Prof. Auspitz m. p. Stcllwög m. p. Prof. Tr. Tüll w. p. Prof. Tr. Jos. Grub er m. p. Der Verein verfügt außer einem Gründungskapüale von fl. 500.'— Papier-Rente, die von einem Ungenanntscmwollcnden gespendet wurden, über keine weiteren Fonds, und ist daher ans die Beiträge seiner Mitglieder und sonstige Spenden angewiesen. .Diese langen aber nicht ans und müssen trotz llcberschrcüung des jeweiligen Präliminares Hunderte von Patienten, aus Mangel nörhiger Mittel, abgewiescn werden. Welche Scenen diesen, der prekären Finanzlage des Vereines entspringenden flnanzicucn Maßregeln folgen, kann sich nach dem Gesagten Jeder vergegenwärtigen. Möge daher diese Schilderung in dem edlen Herzen unserer Glaubensgenossen, welches ohnehin keiner besonderen Anregung bedarf, gehörigen Eingang sindc^-dalirir" der Verein in größerem Maß- - stabe allen unseren armen leidenden Brüdern und Schwestern, die im k. k. Krankenhause ihrer Genesung harren, ausgiebige Hilfe leisten, und vielen ihre Ernährer zurückgeben kann. Beitritts-Erklärungen sowie Spenden werden in der Vereins-Kanzlei Wien II. Untere Augartenftraße 17 entgegengenommen. R um ä u i e n. 'Bukarest. Tie vom Prediger und Rabbiner Dr. Beck herausgegebcnc „Revista Jsraelita" hat im Publikum großen Anklang gesunden. Sic tritt auch mit aller Entschiedenheit den jndcnfemdlichen Angriffen entgegen. Tie von diesem Blatte nach dem „Moniteur officidl" veröffentliche statistische Auszählung von nur 67 natnralisirten isr. Soldaten, hat große Sensation erregt. Tic Rumänen waren bischer der Meinung, daß nrchrere Tausende von Israeliten iiatnralifirt worden seien, während sich nunmehr herausstclll, daß selbst von den suo isr. Soldaten, die den legten Krieg mitgemacht haben, nur 67 als rumänische Bürger anerkannt worden sind. Seit Jahren aber wird jedes Ratnratisatio.'sgesnch eines Israeliten wstematisch znrückgewiesen. Eine Ausnahme machte der Direktor der iral. Lper, Herr Iruedetto Franchcttr, der jüngst das ruWämsche Bürgerrecht erhielt. Der frühere Ministerpräsident und jetzige Führer der varlanrenrarischen Opposition, Herr Eogalini- ' ccano machte jungst in der Kammer den Vorschlag, die sogenannte kleine Naturalisation für Fremde re'-p. die Inden einzuführen, vre sie ähnlich von 1832 bis 1858 bestanden, und we!ch5"dense!bcn die bürgerlichen- und Handelsrechte gewährt. Ter Vorschlag wurde günstig ausgenommen. $ a lä ft in a. Jaffa, lieber 500 bewaffnete Falschen sind in die Eolonic „Petach Tikwah" eingefallen, zerstörten und raubten, was ihnen in den Weg kam und schlugen alles nieder, was sich ibnen entgegenstclltc. Herr Frunkin, Leiter der Schule daselbst, erhielt schwere Verwundungen. Eine Frau starb Tags darauf in Folge erhaltener Wunden, und über 40 Personen hüten noch heute das Bett und werden von zwei vom Bürgermeister von Jaffa gesandten Aerzrcn behandelt. Einem der Eolonisten ist es gelungen ans dem Pferde eines Räubers nach Jaffa zu entkommen und die Behörden zu allarmiren. Ter östcrr. Eonsul in Jaffa, Herr Paskal ist nach Petach Tikwah geeilt, har den verzweifelten Juden Trost cingcsprochcn und strenge Untersuchung zngefagr. Die Eolonic wird jetzt von Militär bewacht. 30 Falacheu sind bereits in den Händen der Behörden, die geraubten Sachen sind zum großen Theil den Beschädigten zurückgestellr. F e « i l l e t o «. Eine Hier fe auf iirtuwefen zum Aerge Sinai.*) - Suez, 4. März. Wir sind gestern mit der Eisenbahn ans Kairo hier angckommcn. Tie Kameele der Karawane erwarten uns hier. Wie wir, kontmen auch sie aus Kairo. Wir wissen aber nicht, zu welchem Zwecke, da die Benützung derselben ungemein theuer zu sichen kommt, da es immerhin billiger und bequemer ist mit einem Dampfer der.Khedivieh" nach Tür (dem am Fuße des Berges Sinai gelegenen Hafen) zu gehen, um von dort ans zum Sinai zu gelange». Tic Entfernung von hier nach Tür beträgt blos 20 Stunden per Dampfschiff. Mit einer Empfehlung an den Schcith Hennen kann mau dann in ><iner cj\«»v>Ui(I»cn H'itiutQ futttominfn.