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Der Israelit · 1886-05-06 · Heft 36 (6.5.1886) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 36 (6.5.1886)
Date
1886-05-06
Page
– (sequence 6)
Language
German
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seinen G5und hat, daß mau hier früher den Gebrauch der gebrannten Ziegern nicht kannte, da Sterne für uns nur sehr schwer aufzutreiben sind, reine so festen Gebäude aufführen konnte, die die Jahrhunderte überdauern sollten. Als unter dem Khalifcn Omar im 7. Jahrhundert der Hedschirah der Islam dis. an die User des Ämu-Darja vordrang, da begannen recht traurige Tage für unsere Gemeinde. «ts P'j wn, denn derSlatthalterdlcsesKhalifen.FeldherrAbdnrrahmaN Zadik forderte die Juden auf, gleichfalls den neuen Glauben auzmrehmen oder das Land zu vcrlancn und sich -vtä -oyo jenseits des Zlmu-Darju anzusiedeln. Abdurrahman siel jedoch bald darauf in einer Schlacht gegen die Tadschiks.nnd so gelangte sein Befehl gar nicht zur Ausführnng. Sein Nach? folger im Amte legre de» Juden zwar eine große Steuer auf, foult aber ließ er sie gänzlich in Ruhe. Nichtsdestoweniger hat die hiesige Judengemeiude in den zwölf Jahrhunderten, die seit damals über sie hinweggegangen'sind, oftmals Tccnnn in ihrer Mitte gesehen, in denen Hunderte unserer Glaubensbrüder cvt\ ttnpo (den Namen Gottes geheiligt) und ihr Blut und das ihrer Kinder wie Wasser vergossen, um nur nicht die ntre rr» verläugncn und dieselbe gegen eine falsche eintauschen zu müllen, rotö? np^s unb rre;: Möge Gott dies ihnen zum Guten gedenken, so wie wir ihrer Seelen noch heute in unseren rwrto> und narsn fleißig und mit Thronen gedenken. Als derllsbegenhäuptling Kamul Hundi im Jahre >vp ('von *pxb) sich Khiwas mit Gewalt bemächtigte und hier seine Residenz ausschlug, da ließ dieser Tyrann in unserer Hafenstadt am Amn-Darja, Heim-Urgendsch, fünfzehn hiesige dtü im genannten Fluße ertränken, weil sie sich geweigert hatten, seinem Heere, als es diesen Ort belagerte, Getreide zu liefern, um so nicht die Feinde ihres bisherigen Königs und ihres Landes zu unterstützen. Und so wie in 't'B'j rcDD erzählt wird, daß etliche hundert jüdische Frauen und Mädchen, die ihre Ehre nicht preisgeben wollten, unter dem Ruse: '2w ]ego ncs* sr nites 2'vn (Gott spricht: ich führe aus Bafchan zurück.und ich führe auch aus des Meeres Tiefen zurück) vom Schisse ins Meer sprangen, eben so sprangen auch diese fünfzehn o’iynp (Märtyrer) mit dem Rufe: ihn 'n (Gott ist einzig!) in die Finthen des Amn-Tarja, obwohl es ihnen ein Leichtes gewesen wäre, ihr Leben durch ihren llebertritr z»m Islam zu retten. Von diesen D'&rip heißt cs gewiß cmv nc-t? P’tj ’u Niai d*w innr: (Oefinet die Pforten, damit einziehe das gerechte Volk, das die Treue hält). Solche blutige Beweise von dem Eifer der Juden Khiwas für den ererbten heiligen den ihrer Väter, der rxv rfcnn (<§ütt [et Tank!) noch heute m seiner alten Stärke fortlodert, könme ich noch mehrere hier auführen. Die Anzahl der Juden hier wird auf sechstausend geschätzt. Tie genaue Anzahl derselben läßt sich schon aus dem Grunde nicht angeben, weil die Bevölkerung hier, sowohl die mohamedanische, wie die jüdische, eine Zählung ihrer Köpfe nicht gestatten wurden und zwar ans religiösen Motiven. Letztere wünscht aber auch aus dem Grunde keine Volkszählung, well unser Emir dann ganz gewiß die Kopfsteuer (Charadsch), welche sein Haupteinkommen blldet, bedenkend erhöhen würde. Die Eintreibung derselben geschieht nämlich auf folgende Weise. Jede fünf Jahre richtet der Ehasmadar (Schatzmeister oder Finanzmmister) des Emirs eine Zuschrift an den Muchtar (Judenmeister) unserer Gemeinde, ebenso auch an die anderen jüdischen Gemeinden im Khanate und bestimmt, wie viel eine jede dieser Gemeinden im kommenden Luftrum an Charadsch an die Staatskasse abzulieftrn habe. Die Gemeinde nimmt dann die Ehalukab (Vcrrheilung) dieser Steuer auf ihre einzelnen Mitglieder vor. Zu diesem Zwecke tritt das Bethdin (Rabbinats-Eollegium) mit dem Muchtar und den Parnasim (Vorstehern) der Gemeinde zu einer Bcrathnng zusammen und nehmen dann eine Aricha (Schätzung) der Gemcindemitglicder vor. Bei dieser Ehalukab wird jedoch stets so vorgegangen,-daß die Talmide Chachamim (jüdischen Gelehrten), die Witwen und die Armen von der Steuer gänzlich befreit bleiben. (Fortsetzung folgt.) Aechamaß. * XVI. Der Rabbi öffnete das Fettster, das nach der Straße zu führte. Schräge gegenüber befand sich das Haus, in welchem der Gemeindediener wohnte. Tic Kinder desselben spielten auf der Straße. „Herz," ries der Rabbi einem .Knaben zu» „sage Deinen Barer, er soll gleich einmal zn mir kommen!"

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