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Der Israelit · 1886-05-06 · Heft 36 (6.5.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 36 (6.5.1886)
Date
1886-05-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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die städtischen schule« übrig lasse« , um Beschlag belegt wird, so daß sie vorr vom hrreür WWrLig ia die Religionsschule komme« und die gesteMr« Ausgaberr erledige«. Diese Nebelftände hat uusere Z!eligiousschu!e mit andern gemein; — hier kommt noch der Rinusnb binzu, daß die Schulverhälmme in der eigentlichen Städt und den Lorftädten der Äußcugemeinden diffenrcu, die Stundenpläne nicht überein stimmen. So z. B. ist in der Stadr der Mittwoch Rachmitrag nur für die Primarschüler (d. h. für Knaben und Mädchen bis zum 12. Lebensjahr) frei, während die altern, die Sekundarschüler bis 5 Uhr Unterricht haben, und in den Ausgemeinden wiederum ist, statt des Mittwoch, etwa der Donnerstag- Nachmittag oder irgend ein Vormittag frei. Dadurch sind die Schüler unserer Schule, die in den verschiedenen Gemeinden wohnen, vielfach verhindert dem Hauptunterricht, der auf Mittwoch Nachmittag fällt, bcizuwohneu. Für diese bleibt nur der Schulbesuch am Samstag Nachmittag und Sonntag Vormittag. Selbstverständlich muß dadurch der Unterricht der ganzen Schule leiden, indem kein einheitliches Borwärtsgehen möglich ist. Trotz alledem berechtigen die Leistungen, die unsere Religionsschule aufweisen, zu dem Urtheil, daß sie sich mit jeder andern messen kann. Mittwoch den 20. dieses, am 2. Tage Peßach wurden uns die untern 3 Abtheilungen vorgcführt, .deren Prüfung von 2—6 Uhr Nachm, in der Synagoge stattfand. Die unterste, hier I. Klaffe genannt, also die Anfänger haben schon nach einjährigem Schulbesuch eine Fertigkeit im Öefcu des Hebräischen erlangt. Aus der biblischen Geschichtewußten sie dieSchöpfnngs- Tage, die 10 Gebote, die Namen der Feste, außerdem einige Lehren der Sittlichkeit und Menschenliebe. Die Zöglinge der II. Klaffe lasen sehr gut nach den Accenten, übersetzten geläufig die meisten Gebete aus der Horowitz'schen Fibel und erzählten zusammenhängend biblische Geschichte. Außerdem konnten sic schon die einfachsten grammatischen Formen bilde». Die Knaben und Mädchen der III. Klaffe zeigten ordentliche Fertigkeit im Lesen, waren sehr bewandert in der biblischen Geschichte bis zum Tode Moses und wußten die wesentliche Bedeutung aller Feste, wieder meisten Gebote der Thora anzngcbcn. Die Konjugation des Zeitwortes durch diellHauptzciten war allen geläufig. Samstag deu 24. April wurde die oberste, die IV. Klasse von 2—6 Uhr tri der Synagoge ge- 616 pmn. : Die SLülc? fcca 13—H JErm daß sie mirdcr-CcörLsrdMZ &£ cca-z Zchr wohl vrrrram ihö, tk -C—s rLht fremd, ia die £nohtn wnßren fcgzz hk Abschnitte des o"sr mir fccnt ZrchüL:^ cs?z:z£zh. Ja der Pflichtevlchre uaruerrrlich dem der von dt« Psiichreu gegen die Rebrrr^enschLU handelt, waren sie gut bewandert. Sie tLnuren dir Lwnprgcbrte geläufig übersetzen und die Knaben hatten rm Pentateuch nicht nur die durchgenömmene Pensa inne, sondern konnten jedes Wort grammatisch analysircn. - Jeder, der ein warmes Herz für's Indeuthum har, mußte sich innig freuen, daß die Jugend mit so reichern Wissen ausgestattet wird und so mancher gestand sich wohl: In meiner Jugend wurde gar Vieles, was ich heute gehört, nicht gelehrt. Und in der Thar, nicht nur Diejenigen mußten befriedigt senr, die von der Religionsschule nichts verlangen, als daß sie die Kinder mechanisches Beten und hersagen des „Benschen" lehre — was übrigens schon die jünger» im Stande Laren — auch Diejenigen, die einfehen, daß' die Religionsschule die Pflicht hat, außerdem „Was und Wie" auch das.Darum" zu Lehren, sahen ihre Wünsche in vollem Maße erfiiüt. Frankreich. Paris, 25. April. Der antisemitische Redakteur des „Monde", Drnmynt, der ein zweibändiges Pamphlet „La France juivefe das verjndete Frankreich schrieb, das von der Pariser Presse bisher todtgeschwiegen worden war,-ist von dem Redakteur des „Paris", Arthur Meyer zum Duell gefordert und am Schenkel verletzt worden. DrnmonL hat sofort von der Redaktion znrückireten muffen. Die Affaire macht ungeheures Aufsehen. Sämmtliche Blätter vernrrheilten die Hetzschrift des klerikalen Antisemiten. Paris. 20,000 Kilo Mazzos wurde an 1500 Personen vertheilt. Auch die Deldoertheilung war dieses Jahr viel bedeutender. So hat es der überaus große WohlthätkgkeiLssinn der Pariser Juden verstanden, ihren zahlreichen armen Glaubensgenossen vergnügte Feiertage zu bereiten. - Nizza. Am vergangenen 21. März, also am Purinttage, wurde hier unter Beistand des Coniistoriums von Marseille, dem unsere Gemeinde untersteht, unser neuerbauter Tempel eingeweiht. Dem Ginweihungsakte, der um 4 Uhr Nachmittags feinen Anfang nahm, wohnten fast die ganze hiesige jüdische Gemeinde die Honoratioren unserer Stadt und viele Offiziere der hiesigen Garnison, Letztere

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