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Der Israelit · 1886-05-06 · Heft 36 (6.5.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 36 (6.5.1886)
Date
1886-05-06
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Don streng gesctzestrttrcrr MaWuicm hat sich urn die Stelle feLöstverstäudrich keiner beworben. Die drei weift gensumeu Ksudidaten sind die Herren Barwald-Saätz, Klempner -Bromberg und Rsfeuzweig-Teplitz. Die 5lachrrchr, daß der Gemeirrdevorstand die Absicht hätte, ein Harmonium in diese Synagoge einzusührcn, kling! sehr unwahrscheinlich;oenn die Herren am grünen Tische wiffen recht gut, daß mit demselben Tage die Mirglicderzahl der Adaß-Zisroet sich verdoppeln dürfte. — Gegen den wegen verleumderischer Beleidigung des Kultusministers v. Goßlcr angcklagten und kurz vor dem Termine nach Amerika geflüchteten Autifemitenhauptling Dr. Bernhard Förster ist von der Dottmunder Staatsanwaltschaft ein Steckbrief erlaßen worden. Erfurt, 28. April. Ter Weltbürger Bczirksrabbiner Dr. Goldschmidt fühlt sich bemüssigt, seinen leicht begreiflichen Schmerz über die unerhoffte schwere Niederlage in Erfurt in einem vier Spalten langen BittcrkrautarLikel eines Reformblattcs uiederzulegen. Aber trotz dieser vier Spalten ist der verehrte Herr außer Stande, auch nur ein Wort der Widerlegung gegen unseren Bericht über die Wahl unseres Rabbiners zu sagen; cm unschuldiges Berschen des Setzers muß zu einigen geistvollen Bemerkungen herhalten, und das ist alles. Dafür erzählt der Weltbürger Bezirksrabbiner den- Lesern eine „haarsträubende" Rittergeschichte, wie er eine hattoras hauroo von Sr. Ehrwürdcn, dem Herrn Oberrabbiner Dr. Fcilchenfeld in Posen erhalten, wie er das dem Vorstände ullserer Gemeinde mitgetheilt, wie aber Herr Dr. Fcilchenfeld geleugnet, irgendwie dem Herrn Dr. Goldschmidt eine hattoras hauroo gegeben zu haben. Zugleich lüirb das angebliche Rabbinatsdiplom hebräisch und in eleganter deutscher Ucbcrsetznng mitgetheilt und — „entweder Dr. Fcilchenfeld ist ein Lügner oder Dr. Goldschmidt ein Fälscher." Nun wäre es ja allerdings recht zu bedauern, wenn Herr Dr. Goldschmidt die Wahrheit spräche; aber der verehrte Herr irrt sich zu unserer innigen Freude. Das mitgetheilte Schriftstück i st ü b e r h a u P t keine liattoras hauroo; von der stets gebräuchlichen Formel eines Rabbinatsdiploms „er möge lehren und richten" ist nichts zu sehen, es ist ein einfaches Empfehlungsschreiben, herstammend ans einer Vergangenheit, mit der Herr Dr. Goldschmidt längst gebrochen. Wir wissen nicht, ob cs Herr Dr. Feilchcnseld für angezeigt hallen wird, noch eine diesbezügliche Erklärung abzngeben; es wäre vielleicht gut; denn dainit würden auch die letzten Zweifel des Laien wegfalleu. Mer, was m aller Welt Hat diese Affaire mit der Erfurter Wahl zu thun? Sie ist im Gegentherl nur geeignet, die Sache des Herrn Dr. Goldschmidt in eia um so ungünftigeres Licht zu stellen. Warum, so fragen wir, hat unser Gemeindcvorstand, der doch eingestandenermaßen völlige Kenntnis von den Verhältnissen hatte, trotz alledem und alledem Herrn Dr. Goldschmidt mit überwältigcnderMasS'ritär abgelehnt? Warum hat er dem Herrn nicht durch einstimmige Wahl eine glänzende Satisfaktion für die erlittene Kränkung gegeben? Oder hält etwa Dr. Goldschmidt dieVorstands- Mitglieder der Erfurter Orgelgcmemde für geheime Verbündete des Herrn Dr. Fcilchenfeld? Nichts, nichts von alledem: Der Weilburger Bezirksrabbiner wäre heute mit und ohne die Feilchenfeld'sche Empfehlung Erfurter Rabbiner, wenn nicht, wie , wir bereits mittheilten und was Dr. Goldschmidt gern todtschweigen möchte, die Repräsentantenversammlung. im letzten Augenblicke von derhohn.getrankten Epistel des Herrn Dr.. Goldschmidt. gegen seinen „Lehrer und Wohlthater" Herrn Rabbiner D v. H i l d e s h e i m e r Kenntnis; erhalten hätte. Dr. G. war bereits von den Repräsentanten gewählt, von der Affaire mit Herrn Dr. Fcilchenfeld war keine Rede mehr, da machte einer der Herren Repräsentanten von dem „Eonflikte" des Dr. <$. mit feinem Lehrer die Kollegen aufmerksam; nach langem, vergeblichen. Bemühen glückte, es, einer Nummer der „Israel. Wochenschrift" habhaft zu werden, in der die famose Erklärung stand, die Vertretungskörperschaften unserer Gemeinde nahmen, von der Erklärung Kenntnift und sie glaubten daraus verzichten zu müffen, den Verfasser derselben zu ihrem Rabbiner sich ausznersehcn. Dr. Goldschmidt wurde fast einstimmig abgelcHut, und Dr. Feßler gewählt. Dies zur Klärung der Thotsachenwelche durch den Bittcrkrautartikel etwas verdunkelt erscheinen. Der Vorstand unserer Synagogengemeinde hat in jeder Beziehung taktvoll und eorrect 0 gehandelt, und der Beschluß wird sicher den herzlichen Beifall aller billig denkenden Kreise finden. S ch wer z. Zürich. Wie schon seit einigen Jahren, -staben wir auch an diesem Pcßach-Fcst Gelegenheit gehabt, durch die öffentliche Prüfung die Leistung unserer Rcligionsschnle keuucn zu lernen und zu würdigen. Wie jede andere Religionsschule hat auch die nnsrigc zu leiden, einerseits durch die Gleichgültigkeit vieler Eltern gegen diese Anstalt, andererseits dadurch, daß den Kindern die freie Zeit, die ihnen

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