Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 36 (6.5.1886)
- Date
- 1886-05-06
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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sich Rabbon Jochanan ben Sackai au den von ihm selbst aufgezähltcn großen Eigenschaften dieser fünf Schüler Muster und Vorbild gerwmmerL Dadurch sind diese seine Schüler b, ihm, zu seinem Besten geworden, ähnlich wie cs bn Abraham beißt t* T- „gehe dir," das heißt, zu deinem eigenen Wöhle. — _3d geistvoll diese Erklärung ist, so wenig znrrcsiend scheint sie uns zu sein, da die Hinzusügnng des Wörtchens '.-Sprachgebrauch ist und einer weiteren Erklärung nicht bedarf; auch härte der Lehrer wohl an seinen andern großen Schülern, wir erinnern nur au Rabbi Ehanina den Toßa, Ähnliche Eigenschaften bemerken können. Wir haben in der umfangreichen Literatur, die sich mit dem Tractat Aboch beschäftigt, auf die in Rede stehende Frage keine befriedigende Antwort gefunden; doch glauben wir durch einen Hinweis auf eine bisher wenig beachtete Stelle im Talmud Jeruschalmi zur Lösung derselben beitragen zu können. Wir haben bereits im ersten Kapitel berichtet, daß das Größte, was Nabbon Jochanau ben Sackai erreicht hat, die Kenntmß des narrcn neye war, die Erkennung der übernatürlichen Wahrheit, im Vergleiche mit der die scharfsinnige talmudische Forschung nur als ein nm, als etwas Kleines bezeichnet wird. Im Talmud Babli, Ehagigah 14». wird uns erzählt, daß Rabbi Elasar ben Arach, Rabbi Josua ben Chanania und Rabbi Jose ha Kohen in dieser höchsten Weisheit unterrichtet worden seien. „Einst befand sich Rabbon Jochanan ben Sackai unterwegs; ihm folgte fein Schüler Rabbi Elasar ben Arach. Und der Schüler sprach: Rabbi, lehre mich einen Abschnitt ans dem Maaßeh Markabah. Darauf der Lehrer: Habe ich Euch nicht gelehrt, daß man in Bezug auf die Markabah nicht einem Einzelnen Vortrag hält? — So erlaube mir, sprach Rabbi Elasar, Dir etwas vorzutragcn, was Du mich bereits gelehrt hast. — Nachdem der Lehrer die Erlaubniß erlheilt hatte, setzte er sich auf einen Stein unter einen Olivcnbaum und hörte seinem Schüler zu. Nachdem Rabbi Elasar seinen Vortrag beendet hatte, küßte ihn sein Lehrer und lobte den allgütigen Gott, daß ein Mensch auf Erden lebe, der es verstehe, zu erkennen, zu forschen und zu erklären wie Rabbi Elasar ben Arach es gcthan." An derselben Stelle wird uns Achnliches von Rabbi Josna ben Ehanania und Rabbi Jose ha .Lohen erzählt. Im Jeruschalmi Ehagigah E. 2. Halacha 1 wird zu diesen dreien auch noch Rabbi Schimeon ben Neßanel hittzugefügt, Ferner wird uns im Icrnfchalmi am Ende des Tractats Sota!) ' erzählt, daß einst eine Summe vom Hmrsrel .verkündete, daß Rabbi Elieser Leu Horkinas würdig sei. Laß der Geist Gottrs nn auf ihm ruhe. An einer anderen Stelle wird uns berichtet, daß Rabbi Elieser ben Harkinasau einem Festtage seinen Lehrer besucht habe. Da sagte dieser zu ihm: Wozu brauchst Tu, der Du Mcs weißt und den ich nichts mehr lehren kann,, mich zn besuchen? Wir sind daher wohl berechnst, auzunehmeu, daß auch Rabbi Elieser ben Horkinas in die geheime Winenschaft der höchsten Wahrheit von seinem Lehrer war eingcsührt worden, wiewohl der Talmud das nicht ausdrücklich bemerkt. Und uun ist die Frage, die uns hier beschäftigt, beantwortet; diese fünf Schüler waren cs, denen Rabbon Jochanan ben Sackai von allem seinen Wissen nichts voreuthalten hat, die er nicht allem belehrt hat in. Bezug auf die offen vor uns liegende Thora und sämmtliche andere Wissenschaften, die er auch emgeführt hat in die tiefsten Tiefe» menschlicher Erkenntniß, die er emporgehoben hat ans die höchsten Höhen göttlicher Weisheit, die er hat eindringen lasten in die vor andern Menschen gehcimgehatteuen Lehren des Maaßeh Markabah. Daher werden diese fünf Schüler speciell als die seinigeu bezeichnet. ' (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Corresponderrzeu. Den t s ch l a u b. Berlin, 29. April. Die Kunde von dem Brande von Strv in Galizien hat auch in der. Berliner Judenheit, soweit dieselbe für die Freude und das Leid unserer Glaubensgenoffen noch zu empfinden vermag, eine lebhafte Erregung.wachgerufen. Herr Rabbiner Dr. Hildesheimer theilte bereits in seiner Rede vom letzten Peßachtage den dringenden Hilferuf des Lemberger Comite's mit und heute erläßt auch das Rabbinat der Hauptgememde einen, wenn auch etwas kurzen und trockenen Ausruf in den Tagcsblättern. Die Wohtthätigkeitsbewegung für die unglücklichen Opfer von Stry scheint, zumal in Oesterrelch-Ungam, einen großartigen Eharakter annehmen zu sollen, doch werden sicherlich auch die-deutschen Glaubensgenossen ihre oft erprobte Treue anläßlich dieser Katastrophe, ehrenvoll um Ihm — Die Kaiserftraßefynagogt in der vom Reuiahrsfefte des laufenden Jahres an täglich Gottesdienst abgehalten wird, soll, wie wir s. Z. schon mittheilten, einen besonderen Prediger' bekommen. Die Zahl der Bewerber ist Legion.