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Der Israelit · 1886-08-09 · Heft 63 (9.8.1886) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 63 (9.8.1886)
Date
1886-08-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Du sollst be! beut Namen des Ewigen deines Gottes nicht falsch schwöre», und int Kriath Schema lesen wir: Und du sollst lieben den Ewigen, deinen Gott. Wer den König liebt, wird nicht bei Seinem Namen schwören und dabei lügen. — Das vierte Gebot lautet: Sei eingedenk des Sabbattages, ihn zu heiligen, und in Kriath Schema lesen wir: Damit ihr gedenket aller Meiner Gebote; das ist nach der Lehre der Weisen die Heiligung des Sabbats, welche die Grundlage des ganzen Judeuthums ist; denn durch die Feier des Sabbats erkennen wir thatsächlich Gott als den Schöpfer des Weltalls an, und ohne diese thatsächliche Anerkennung hat die Erfüllung der übrigen Gebote nicht den vollen Werth. Und so heißt es auch in der heiligen Schrift (Nechemjah C. 9. V. 14): Und Deinen heiligen Sabbat hast Du ihnen kund gethau und Gebote und Satzungen und Lehren hast Du ihnen befohlen durch Moscheh, Deinen Knecht. Wir sehen also, daß der Sabbat der gesammten Gotteslehre als Grundlage dient, da der große Führer Israels und Neubegründer des jüdischen Staates dieses Gebot besonders hervorhebt und es allen andern, nur in allgemeinen Grundsätzen angegebenen Geboten vorausschickt. — Das fünfte Gebot lautet: Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit du lange lebest, und dementsprechend lesen wir im Schema: Damit sich mehren eur? Lage und die Tage eurer Kinder. — Das sechste Gebot: Du sollst nicht morden, ist angedeutet in den Worten: mna citoni und ihr werdet .zu Grunde gehen bald; denn wer tödtet, wird getödtet. — Das siebente Gebot: Du sollst nicht ehebrechen, ist angedentet in den Worten: Und ihr sollt nicht nachbuhlen euren Herzen und euren Augen. Das Herz und das Auge, sagt Rabbi Lewi, sind die Mäkler, die Vermittler der Sünde, und so heißt es auch (Mischle C. 23: V. 24): Gib, mein Sohn, dein Herz mir, und deine Augen mögen Meinen Wegen folgen. Der Heilige, gelobt sei Er, spricht zu uns: Wenn du dein Herz und dein Auge Mir weihest, so weiß ich, daß du Mir gehörst. t- Das achte Gebot lautet: Du sollst nicht stehlen, und dementsprechend lesen wir: Und du wirst einsammeln dein Getreide, aber nicht das Getreide eines Andern. — Das neunte Gebot lautet: Tu sollst nicht aussagen wider deinen Nächsten als ein falscher Zeuge. Dementsprechend heißt es: Ich der Ewige, Euer Gott, — der ewige Gott ist die Wahrheit (Iirmijahu E. 10. V. 10). Er ist der Gott des Lebens und der König des Weltalls. Die Wahrheit ist ewig und bleibr ewig dieselbe, während die Lüge über kurz oder lang ausgedeckt wird und verschwinden muß. Rabbi Lewi sagte: Also hat gesprochen, der Heilige, gelobt sei Er: Wenn du aussagst wider deinen Nächsten ein lügenhaftes Zengniß, so rechne Ich es dir an, wie wenn du wider Mich Zeugniß^ablegst. daß Ich Himmel und Erde nicht erschaffen. Das Siegel Gottes ist die Wahrheit; wer die Wahrheit verleugnet, verleugnet Gott. — Das zehnte Gebot lautet: Du sollst nickt gelüsten nach dem Hause deines Nächsten; dementsprechend lesen wir: Und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses, cs soll aber nicht das Gelüste in dir anfkommen, an dem Hanse deines flachsten die Mesusah befestigen zu wollen. Hiermit sind jedoch die Gründe für die Wahl dieser Abschnitte nicht erschöpft; in den zwei ersten ist es ausgesprochen, daß wir uns mit der Gotteslehre Abends und Morgens, zur Zeit des Riederlegens und des Aufsteheus, beschäftigen sollen, und int_ britten ist der Auszug aus Aegypten erwähnt, beiten wir täglich gedenken muttem—Im ersten Abschnitte beugen wir uns der Herrschaft unseres himmlischen Vaters, im zweiten nehmen wir auf uns das Joch der Gottesgebote und im dritten wird das Gesetz über die Schaufäden an unseren Gewändern verkündet, die uns ein stetes Erinnerungszeichen an die Allgegenwart Gottes sein sollen. Daher mahnt Rabbi Schimeon: Sei sorgsaur in Bezug auf Kriath Scheine, und wenn du es auch täglich zweimal wiederholst, so möge es doch nicht gleichgiltig von dir gesprochen werden; vielmehr suche die erhabenen Wahrheiten, die es enthält, dir stets aufs Reue sorgfältig einzuprägen. (Fortsetzung folgt.) Israet auf der Wanderschaft. Betrachtungen und Rathschläge. Don vr. b. R. bormann.*) n. Ich habe in dem vorhergehenden Aufsatz, noch eincit Ucberblick über deren Geschichte, die Ursachen der steten Wanderung der Israeliten zu erklären gesucht und zlun^Schluye gesagt, daß in allen Orten, wo größere Matten von Israeliten beisammen wohnen, Elend und Verfolgung entstehen: daß dies beides die treibenden llrfacken sind, in Folge deren, der Wunsch sich moralisch und materiell zu verbegern entsteht, bezw. von der Lage aufgezwungen wird. In der Tbat. ein kurzes Nachdenken und ein Blick auf die Weltkarte zeigt uns, daß die Grmrd- *) Unser Korrespondent für XrnnLnen.

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