Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 63 (9.8.1886)
- Date
- 1886-08-09
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXVll. Iahrga,,«. Jß <{!}, Ein GenLrak - Hrgan für das orthodoxe Zudenthmn. Herausgegeben von ttr. Lehman» in Mainz. Montag, den ». August 5646 (1886). Leitende Artikel. pie SprüHe der Fäter. II. Buch, zweite Abthei 1 uNg. XXVHI. _Mainz, 5. August. nnNtsoi rferoi v"p2 tht ’in ,->vr< 1 'sh oriu jpr com nVn V-i> "rfen vyn hu ^2ra nrm Ton ara d’b« *p« re.n D'-m ]*:n '2 D’iptsn :*pi*p 'L2 3?2n *nn .njn~ „Rabbi Schimeoir (ben Ncßanel) sagte: Sek sorgsam in Bezug auf Kriath Schema (das Lesen des Schema) und Tephilla (das Gebet der achtzehn Segenssprüche), und wenn du betest, so betrachte dem Gebet nicht als eine bestimmte, dir obliegende Arbeit, sondern als ein Flehen und Erbarmen um Gnade vor dem Allgegenwärtigen, gelobt sei Er, wie es heißt (Joel C. 2. B. 13): Denn gnädig, und barmherzig ist Er, langmüthig und groß an Liebe, der das schon beschlossene Schlimme rückgängig macht; und sei nicht ein Bösewicht vor dir selbst." Es sind drei große Grundsätze, die uns Rabbi Schimeon hier verkündet. Der erste empfiehlt uns die größte Sorgfalt bei der Verrichtung der vorgeschriebenen Gebete, der zweite lehrt uns die richtige Auffassung des Gebetes, und der dritte warnt uns, daß wir niemals die Achtung vor uns selbst verlieren sollen. Während die beiden ersten Grundsätze im engstm Zusammenhänge mit einanderstehen, scheint der dritte von ihnen fern abzulicgen. Wir wollen jedoch später versuchen, den Zusammenhang des dritten Grundsatzes mtt den beiden ersten nachzuweisen. Das Kriatz Schema und die Thephillah bilden dm Hauptbestandtheil unsrer täglichen Gebete; das erstere wiederholt sich täglich zweimal, das letztere dreimal, an den Sabbaten, Nenmondstagen und Festen viermal, am VersöhnnugStagc gar fünfmal. Es liegt in der menschlichen Natur, daß man das sich häufig Wiederholende mit einer gewisien Nachlässigkeit behandelt, während man denr Seltenen die größte Aufmerksamkeit znwendct. Daher warnt uns Rabbi Schimeon vor Vernachlässigung der Gebetstücke, die sich so hällsig wiederholen. Das Kriath Schema besteht ans drei Abschnitten der heiligen Schrift, von denen sich zweiim fünften und der dritte im vierten Buch Moses befinden. Wir müssen nun zuerst erörtern, warum gerade diese drei Abschnitte sind ausgewählt worden. Unsre Weisen geben uns im Jeruschalmi, Traktat Berachoth E. 1. Halachah 5 (angeführt von Toßapoth, Berachoth 12 b., Stichwort wps)-,- darüber Auskunft. Die eigentliche Grundlage unsrer Heiligen Religion bilden die zehn Gebote, die Gott auf denr Berge Sinai dem ganzen Volke Israel verkündet hat. Unsre Weisen haben jedoch Anstand genommen, diese zehn Gebote zum Mittelpunkte unsrer Gebctordnung zu machen, da es Leute gegeben hat und gibt, welche behaupten, daß die zehn Gebote den Kern des Judenthums bilden, während alle übrigen nebensächlich seien. Dem ist jedoch nicht so. In unsrer heiligen Religion ist ein Gebot so wichtig und heilig wie das andere. Daher haben es die Weisen vorgezogen, drei Abschnitte auszuwählen, in welchen die zehn Gebote angedeutet sind, und diese drei Abschnitte bilden das Kriath Schema. Das erste Gebot lautet: Ich bin der Ewige Dein Gott; dementsprechend beginnt das Kriath Schema: Höre Israel, der Ewige ist unser Gott. — Das zweite Gebot lautet: Es sollen Dir nicht sein andere Götter vor Meinem Angesicht, und im Kriath Schema verkünden wir: Der Ewige ist einzig. Es gibt kein andern Gott. — Das dritte Gebot lautet: