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Der Israelit · 1886-05-03 · Heft 35 (3.5.1886) · page 22

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 35 (3.5.1886)
Date
1886-05-03
Page
– (sequence 22)
Language
German
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Mitteln und die grosse Somme von ungefähr 2009 bis 3000 Lobst, die man noihwendig mit einem Male in den Schooso der Erde senken und auf die verschiedenen Beaten verwenden muss -—and das Alles nar rar Ansiedelung einer einzigen Familie. Eine so hohe Somme ist. selten im Besitze eines Einwanderers, wiewohl die Kraft and der gute 'Wille, sich im h. Lande anzusiedeln, vorhanden ist Hingegen finden sich in unserer lütte hunderte, ja tausende von mittelmässig begüterten Familienvätern, die sich bequem ernähren und sich mit Herz und Sinn gerne Besitz erwerben wollen im h. Lande, die dort ein Stückchen Erde sich anzukaufen und in unserem alten Heimathlande ihre dauernde Ruhestätte sich zu erbauen wünschen, wo sie oder ihre Angehörigen einst Im Nothfalle eine Unterkunft und Zufluchtsstätte haben könnten. Ebenso wird die Zahl der Männer nicht gering sein, deren Seele von dem Verlangen getragen wird sich im Lande der Väter eine Heimstätte und sichere Wohnung za begründen; da sie indess noch in die gewerblichen und geschäftlichen Beziehungen ihrer gegenwärtigen Heimath verwickelt sind, so ist ein plötzlicher Wechsel des gegenwärtigen Wohnsitzes ohne die empfindlichste Einbasse ihres Vermögens und ihrer Güter unmöglich. Diesen Brüdern unterbreite ich den Vorschlag, Kolonien zu gründen, in denen Landban und Industrie gleichzeitig aufblühen und sich entfalten sollen und zwar in der Weise, dass sie heim Betreten das h. Landes ihren Boden schon in gutem, schönem Zustande und so geordnet antreffen, dass er ihnen bequemen und ruhigen Lebensunterhalt zu gewähren vermöchte. Das Land Israel, das ehemalige Land unserer Väter, auf welchem seit der Urzeit die Augen des Herrn ruhen, es zu einem schönen und fruchtbaren Lande zu gestalten, die Zierde des - westlichen Asiens, ist an vielen Stellen zu einem dürren, unfruchtbaren Lande geworden, schädlich für seine gegenwärtigen Einwohner. Zweitausend Jahre bildete dieses Land den Zankapfel unter den Kriegsvölkern, unendlich ist die Menge der Umwälzungen und Veränderungen, welche darüber hingegangen sind, und stets war es der Kampfplatz für die gegenseitigen Kriege der Völker. Die Spuren dieser Zerstörung sind auf Schritt und Tritt sichtbar; der Boden ist bedeckt mit Steinhaufen, mit Dornen und Disteln, und die zerstörende Zeit wie dio anderen Ursachen, die nufiOoond hier gewirkt, haben jeden Lebensgeist darin vernichtet und das Land in einen Trümmerhaufen umgewasdslt Und. doch besitzt dieses Land, das seit utsRsrZdt dam Inteessa der .Welt umfass^ sa der Gnsseitdas swei® Weltteile liegt und. die Verkdussirassa zum LLLeh. mesr8 beherrscht, noch heutigen Tages seine Kraß und seine Frische im Schoosse des Bodens. Durch seine Lage unter dar wannen Zone gzebt der Boden ohne viele Mühe und Anstrengung reichliche Frucht und kann In kurzer Zeit in einen herrlichen Lustgarten, in einen blühenden Landstrich voll unzähliger Niederlassungen für Landbau und Industrie umgewandelt werden, wenn sich nur für dieses gesegnete Land die rührigen Hände finden werden, Unternehmer, die mit geistigen wie mit vielen materiellen Mitteln ausgestattet sind. Wie herrlich ist der Anblick der Weinberge mit ihrem Bebenschmuck, die das Auge ergötzen und die mit den edelsten Trauben beladen, einen Wein hervorbringen, der zu den besten der Welt zählt Wie schön sind die Gartenfrüchte in Palästina, die Anlagen der Maulbeerbäume in der verschiedensten Farbenpracht, die Olivenbäume, die das schöne^ gute Olivenöl liefern. All’ dieser grosse Reichthum liegt jetzt zum grössten Theile versenkt im Schoosse der Erde, aller Welt verborgen aus Mangel an fieissigen Händen, an Unternehmern, mit Muth und Mitteln ausgestattet, das Land und seine Beschaffenheit zu ihrem Vortheile zu ergründen. Darum wird der Nutzen des Landes von Fremden ausgebeutet Das Oel wird noch heute im Lande Israel in den Keltem getreten wie vor 2000 Jahren; dasselbe wird von Jaffa ausgeführt in seiner rohen, ungereinigten Form, kommt dann nach Frankreich, von wo aus das Oel nach einer guten Reinigung und Raffinade. unter verändertem Namen als „Pr oven^er-Oel* in den Handel gelangt und einen werthvollen Handelsartikel bildet Die Zucht der Seidenraupe, die im hl. Lande in Menge vorkommt, die das Land und seine Bewohner ausserordentlich bereichern und für alle Zeiten zu der denkbar höchsten sozialen und industriellen Stufe erheben konnte, dieser Erwerbsweig, zu dem das Land Israel wie kein anderes ausserordentlich geeignet ist, befindet sich noch immer auf der untersten Stufe der Entwickelung. Den Wein tritt man noch in Keltern, die in Gestalt und Form den in der heiligen Schrift bereits erwähnten entsprechen; die Trauben trocknet man gleichfalls in der alten Weise zu Rosinen und versendet sie über die Grenzen des Landes; der Etiirogimbuu, der, richtig ausgenutst, dem Hau-

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