Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1886-05-03 · Heft 35 (3.5.1886) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 35 (3.5.1886)
Date
1886-05-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449600-2449634--24214-2513916
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Berechtigung nnb rhrcLciftrmgeu nicht des SckuSks «su Außen bedarf. - . Buch die ksraeLtischc Zolksschnlc, welche gegenwärtig von 209 SchÄern und Schülerinnen bejucht wird, und au welcher drei Klcffenlchrcr und %&ä Klasseulehrerirmen, sowie eine Fachlehrrrrn, in fünf Klapm thärrg find, hielt Len 14. April in den gleichen Räumen ihre Prüfung und legte Zeugmß dafür ab, daß sie ihre Zöglinge gut fördert, so daß solche gute Fortschritte gemacht haben. Um diese Kinder zu weiterem Fleiße anzusporuen, wurden in allen Klassen eine Anzahl Prämien an die besten Schüler und Schülerinnen vercheilt. Für das mit Ende des Monats beginnende neue Semester sind weitere 50 Kinder angemeldet. Es ist dies der beste Beweis, daß die Schule einem wirklichen Bedürfnisse Whilfe bringt, und daß ihre Leistungen Anerkennung finden. Leider mit jedem Jahre sich steigenden Schülerzahl und Lei der Beschränktheit der von der Religions- Gesellschaft zur Verfügung gestellten Räume ist es sehr erfreulich, daß durch das auch in diesen Blättern mitgethcilte Geschenk von M. l 00,000 zum Bau eines Schulhauses Aussicht vorhanden ist, daß diese Schule in nicht ferner Zeit in Besitz geeigneter Schullokalitätm kommen wird. Diese Aussicht ist um so näher gerückt, als auch aus. weiteren Kreisen über M. 20,000 — für den Bauplatz gespendet wurden, und es zu Höpen ist, daß auch der weitere Bedarf gedeckt werde. Möge diese Hoffnung sich bald verwirklichen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. In Läträrry (Somoger Komitat) verschied am 5. d. M. der in jener Gegend allgemein geachtete Peter Löwensohn im 72. Lebensjahre. Anläßlich seiner Beerdigung hielt der Ragy-Atädcr Rabbiner Steinherz in ungarischer Sprache eine ergreifende Trauerrede. Der Turer reformirte Pfarrer Szäßy ergriff im israelitischen Tempel, wo die Feierlichkeit stattfand, nach ihm das Wort und zollte dem Tobten Anerkennung, der, edel und human in seinen Gesinnungen, das Muster eines ungarischen Patrioten war und seinen Patriotismus im Freiheitskriege als Honvcd-Offizicr bcthätigte. — . Frankreich. Paris. (Monatsbericht März der „Alliance Israelit Universelle." (Schluß.) Alle Sonntage ist bei uns ein fortwährendes Kommen und Gehen von Fremden, welche den Wunsch aussprechcn, die Schule und die Werkstätten zu öcfnchrn; katholische,'. armenische, griechische Priesters protestantische Missionäre, Leute aller Glaubensöekemttniffe und CefeLschaftZUaffeu wechseln ab. Un- - Ler den Besuchern heben wir S. E. Reuf Pascha,- Gouverneur von Jerusalem, S. E. den griechischen Parriarfchen, die Rectoren der griechischen und armenischen Klöster, die städtischen Vorstände hervor. Von dem Besuch des Herrn Dr. Adler aus London und Herrn Bcuas aus Liverpool brauche ich nicht zu sprechen; Sie haben die schmeichelhaften Berichte r gelesen, welche dieselben bei ihrer Rückkehr nach England über unsere Anstalt veröffentlicht haben. Die Zahl der Zöglinge, welche am 1. Januar 1885 110 bettug, worunter 50 Lehrlinge 60 Schüler, war am 1. Janur 1886 auf 147 gestiegen, worunter 97 Lehrlinge. Dem Lchrlingswerk wenden sich folglich unsere Jünglinge vorzugsweise hin. Das Alter der Kinder ist ein ganz verschiedenes; -wir . haben Zöglinge von 8 Jahren und Lehrlinge von 20 Jahren. Diese Letzteren haben sich bereits in so . manchem Handwerk versucht; sie sind glücklich, jetzt eins zu erlernen, das ihnen einen, sicheren Broterwerb verspricht. Wir haben keine zahlende Schüler, nicht daß sic alle arm seien, aber in Jerusalem ist man noch nicht daran gewöhnt, der Erziehung der Kinder Opfer zn bringen. Es gibt in der heiligen Stadt so viele unentgeltliche Bildungsanstalten! Zum tiefsten Schmerz gereicht es mir, Schüler ableynen zu müssen, wegen Mangel an Platz, an Personal und an Mitteln. Es kommen an uns Bitten um Aufnahme heran, nicht nur von Glaubensgenossen, sondern auch von Nichtisracliten; sogar ans Beyruth, Damascus, Alexandrien, Jaffa und selbst Constantinopel will man uns junge Leute zuse'nden, zur Erlernung von Handwerken. Im Jahre 1885; haben 20 Nichtisracliten als Erstere den Unterricht mitgenossen: 10 Mohamedaner, 5 Katholiken, 3 Protestanten, l Grieche und 1 Armenier. Die Meisten dieser jungen Leuten hatten bereits mehrere Jahre in anderen Lehranstalten von Jerusalem zugebracht. Man kann versichert sein, daß dieselben von dem Geiste der Duldsamkeit, der unsere Lehrmethode kennzeichnet, durchdrungen sein werden. Unter unseren Zöglingen befinden sich nur wenige, welche in der Schule gar keine RahrungsinittcX erhalten; 40 erhalten bei uns das erste Frühstück, das zweite Frühstück um 12 Uhr und das Mittagsbrot; l2 erhalten nur das zweite Frühstück und 27 das erste und zweite Frühstück. - Die Ausbreitung der Ateliers zwingt uns den Rannt für die Unterkmlft des Personals cinzuschrän- '\*2R?r£’»tun-jrr» tny.1 "Tjv

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.