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Der Israelit · 1886-05-03 · Heft 35 (3.5.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 35 (3.5.1886)
Date
1886-05-03
Page
– (sequence 4)
Language
German
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600 Abschrift davon wurde kürzlich nach Amerika geschickt. Er war niemals krank, drei Stunden vor seinem Tode rauchte er eine Cigarre. Er war streng orthodox und seit dreißig Jahren ging er täglich nach der Synagoge, welche ziemlich weit von seiner Wohnung entfernt lag. Er hmterläßt einen Sohn, der 69 Jahre alt ist und ein Geschäft in New-Iork hat, vier Enkel und acht Urenkel. Zeitungsnachrichten und Correspoudeuze». Deutschland. Frankfurt a. M., 16. April. Diese Woche fand hier die Prüfung der Unterrichtsanstalten der Israel. Religionsgesellfchaft in der festlich geschmückten und zur Aula hergerichteten Turnhalle, statt und nahm einen sehr günstigen Verlauf. Dieselbe begann Sonntag Morgen um 8 Uhr mit dem Talmud-Unterricht und zwar von mx m und yV -Lp an bis zum selbstständigen Vorttag eines schwierigen Abschnitts aus der tnoa. Die Prima führte diese Ausgabe nach kurzer Präparation ohne Hilfe des Lehrers mit großem Verständniß durch und zeigte damit, daß die Schule ihren Beruf, ihre Schüler zum selbstständigen Lesen und Erfassen eines Blattes nid: zu führen,- wohl erfüllt habe. Um 11 */2 Uhr trat an die Stelle des Talmuds die Turnprüfüng. Es war erfreulich zu bemerken, daß dieselben Schüler, welche vorher ihre Bekanntschaft mit dem Talmud in so ausgiebiger Weise gezeigt hatten, sich auch im Turnen geschickt erwiesen und damit den Beweis lieferten, daß die Schule neben der Bildung des Geistes und des Hebens auch die Kräftigung des Körpers mit bestem Erfolge anstrebt. Der Montag und der Dienstag-Vormittag war dann den anderen Lehrgegenständen gewidmet und konnte man mit Befriedigung wahrnehmen, welche guten Fortschritte die Schüler und Schülerinnen auf allen Gebieten des Wissens gemacht haben und wie die Schule ihre schwierige Aufgabe aufs beste zu losen weiß. Die Schule nimmt ihre Zöglinge mit dem zartesten Alter, mit dem Beginn der Schulpflicht auf und führt sie bis zu dem Verständniß und der Würdigung der Meisterwerke unserer Dichter-Heroen, stattet sic mit der Kenntniß der Realien, der fremden Sprachen — französisch und englisch — aus und führt sie in deren Literatur ein, pflegt aber nicht minder die eraeten Wissenschaften wie auch die Kunst drs mündlich« Vortrags und des Gesanges. Am wichtigsten und erfreulichsten ist btt echt jüdische Geist, der Lehrer uud Schüler dnrchLrnrgt rmd letzteren wappnet , den Versuchen zn widerstehen, welche im Leben unfehlbar au jeden Einzelnen herantreten. Diesem Gedanken gab auch ein Schüler beredten Ausdruck, welcher bei dem Dienstag Nachmittag stattgehabten Schlußacte eine eigne Ansprache an seine Lehrer und Mitschüler richtete, die Leistungen der Schule auf allen Gebieten des Wissens hervorhob, den Lehrern den Dank der Schüler anssprach und durch die Wärme und Innigkeit seines Vortrages , der sichtlich nur der Ausfluß seiner GeWle war, den lebhaftesten Eindruck aus die zahlreichen Zuhörer, welche den großen Saal bis auf dm letzten Platz füllten, machte. Dieser Schlußact bestand in Gesängm, die mit großer Präcision vorgetragen wurden sowie m Vorträgen von Gedichten und ganzen Scenen aus Schauspielen. Es sind diese Vorträge nicht allem sehr nützlich für die richtige Aussprache und Betonung, sondern auch für den Anstand und die Ueberwindung der für Klein und Groß gleich störenden Befangenheit. Den Schluß bildete die Rede des Directors, welcher der Verwaltung und den Lehrern den Dank aussprach und an die Schüler die Ermahnung richtete, auch fiir die Folge dem Unterrichte alle Aufmerksamkeit vereint mit Fleiß und Eifer zu widmen. Den austretendm Schülern der Prima, welche 12, an der Zahl fämmtlich die Berechttgung für den einjährigen Militärdienst erhielten, legte er an's Herz die guten Vorsätze, mit welchem sie die Schule verlassen, auch im Leben zu bewähren und zu bethättgen. Die Prüfungstage, welche als Ehrentage für. die Schule bezeichnet werden können, haben gezeigt, daß die Schule ihre Aufgabe, unsre Jugend für unsre heilige Religion, sowie für Geistes- und Herzensbildung, für pN yn cy nun zu gewinnen, zu lösen versteht und daß die Erwartung wohl berechtigt ist, daß der ausgestreute Samen nicht verloren gehen, sondern edle Früchte im Leben tragen werde. Schon jetzt besteht ein großer Theil der Mitglieder der Religionsgesellschaft ans ehemaligen Schülern der Schule. Auch solche Schüler, die sich auswärts niedergelassen haben, nehmen in ihrer neuen Heimat!) thätigen Antheil an den Bestrebungen zur . Erhaltung der Religion und gereichen ihrer Vaterstadt und ihrer Erziehung zur Ehre. In den Erfolgen der Schule liegt die beste Garantie für den dauernden Fortbestand der Jsr. ReligionSgesellschaft, welche stark durch ihre innere

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