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Der Israelit · 1886-04-29 · Heft 33-34 (29.4.1886) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 33-34 (29.4.1886)
Date
1886-04-29
Page
– (sequence 19)
Language
German
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591 mit der vorgeschrieberrm Beglaubigung zu versehen. Zw Laufe des Gesprächs richtete cr die Frage an mich: »Mcht wahr. Sie find Katholik" ^rud als ich ihm dann wahrheitsgemäß autwortetc: ,.3hm, Israelit," erklärte er mir, ureiucu Paß nicht visiren %n können, da er die bestimmte Vorschrift habe, solche Pänc, welche auf Individuen mosaischer Konfession lauten, nicht zu visiren. Er verblieb, trotz aller meiner Vorstellungen und Bitten, bei dieser Weigerung, erklärte mir höflich aber entschieden, nicht gegen die ihm gewordene Vorschrift handeln zu können, so leid cs ihm auch thne, und verwies wich schließlich ans ein in Petersburg cinzurcichcndes Gesuch, nach Warschau reisen zu dürfen, was ich selbstverständlich oblchnte, schon dcßhalb, weil ich wohl einige Tage, nicht aber einige Monate hätte warten können. Ich war also gezwungen, den beabsichtigt gewesenen Besuch von Warschau zu unterlassen. Schweiz. Zürich. Im Anschlnsse an die kürzlichcn Mittheilungcn über das Visum der Passe für nach Rußland reisende Juden dürste die Kcnntnißgabc nachstehenden Rundschreibens der schweizerischen Bundeskanzlci an die StaatSkanzlcicn sämmtlichcr Kantone betr. den Aufenthalt der Israeliten in Rußland von Interesse sein. Dasselbe ist «('gedruckt im schweizerscheu Vuudcsblatt Nr. 10 vom 13. März d. I. und lautet folgendermaßen: Tic kais. ruff. Gesandtschaft bringt mit Note vom 3. dieses Monats zur Kenntnis;, daß sic gemäß Artikel 486, Ziffer 2 des Reglements über das Paßwescn vom Jahre 1876 und dem Nlas des leitenden Senates vom 18. April 1885 nicht befugt ist, Juden, welche sich nach Rußland begeben wollen, ohne die hierzu erforderliche Bewilligung des Ministeriums des Innern erhalten zu haben, die Paffe zu visiren. Israeliten, welche ihren Wohnsitz im Auslande haben und sich vorübergehend in Rußland aushaltc», werden daselbst nicht langer als ein Jahr geduldet. Dies hat auch nur den Zweck, ihnen die Ordnung ihrer Angelegenheiten — Handelsgeschäfte oder Prozesse — zn ermöglichen. Sic sind, wenn ihnen die erwähnte ministerielle Bclvittignng fehlt, selbst dann vor einer Ausweisung nicht sicher, wenn ihr Paß das Visum trägt. Indem mir Sie um geeignete Bekanntmachung vorstehender Verfügung der russischen Behörden ersuchen, benutzen wir gerne den Anlaß, um Sie unserer vollkommenen Hochachtung zu versichern. Bern, den 5. Marz iss*». Im Namen der schwciz. Bnudeskanzlei: Der Kanzler der Eidgenossenschaft: Ringler. Tie Beschränkungen gehen also noch viel ©cütr als bisher allgemein angeuommen wurvc. ' w^ Hol l and. Rotterdam. Eine große Anzahl rumänischer, Auswanderer wird demnächst hier erwartet. Dicfelben wollen sich hier und in ander» Städten Hollands medrrlassen. ' Oesterr.- Ungar. Monarchie. Wien. In G r i n z i n g wollen mehrere Hauscigcnthümer ihre Sommerhäuser au Juden nicht vcrmiethcn. Der Hausbesitzer Ferdinand Mandl, welcher die diesbezüglichen Flugschriften bei einem Wiener Buchdrucker drucken ließ, ist diescrhalb seitens der Staatsanwaltschaft wegen Aufreizung angeklagt worden. Pefth. Der in vielen Kreise» Ungarns wohlbekannte Oberstabsarzt Dr. Jakob Böhm ist dieser Tage im Alter von 66 Jahren gestorben. Der Verstorbene war seiner Menschenfreundlichkeit und Wohlthätigkeit halber ein hochgeachteter Mann dahier. Als im Jahre 1849 die Kerker in Arad mit politischen Gefangenen voll waren, ließ er den ungarischen Patrioten, die ihren Frcihcirsdurft im Gefängliij) büßten, viele Erleichterungen zukommen, wofür ihm zehn derselben ein. silbernes Trinkhorn mit der Aufschrift „dem Menschenfreunde 1849" verehrten. Als Sanitätschef hat er sich bedeutende Verdienste erworben. Dabei war er Jude durch nnd durch und ein Kenner und Gönner der jüdischen Literatur. Am vergangenen«! nr spendete er beim. Aufruf zur Thora 600 fl., ebenso vermachte er kurz vor seinem Tode dem jüdischen Stipendienfonds 2000 ft. Pefth. Der bisherige Eoucipist im Handelsminlstcrinm, Herr Alexander Lederer wurde zum Ministerialsccrctär ernannt. I t a l i e «. Rom. Durch die Nicdcrlegung des Ghettos sind 500 jüdische Familien ihrer Wohnung beraubt worden. Die städr. Behörden haben für eine zeitweise Unterbringung derselben gesorgt. Fünf kleine Synagogen nnd die Talmnd-Thora wurden ebenfalls niedergerissen. B n 1 o a r i c n. Sofia. Der Fürst von Bulgarien hat den« Dircctor der Allianccschulc, Herrn Benchimol für seine Bemühungen um die Verwundeten des letzten Krieges eine silb. Medaille mit mil. Bande verliehen. * ... * >. .. >. - 1 ■ >1 I lllll

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