Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 33-34 (29.4.1886)
- Date
- 1886-04-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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578! Georg W. Gcrson aus der Finna ans, dessen alleiniger Inhaber dann Albert PH. Mever wurde, der nunmehr den Lohn des Begründers dcs Hanscs, feinen Schwager Georg Hcrrmann Gerfou als Müinhaber der Finna neben sich zur Seite stellte, einer Firma, die mit Recht mit als die erste Deutschlands überall in der Waarenbranche anerkannt und geachtet wird. — Berlin, 18. April. Alle jüdischen Blätter Deutschlands brachten längere oder kürzere Berichte über den Bücke bürg er Kolnidre-Prozcß. Tie „Mg. Zlg. des Judenthnms" ignorirt in weiser Selbsterkenntnis; den sic berührenden Zwischenfall und schreibt nur: „Wir wollen nur noch bemerken, daß nicht wegen einer unmoralischen Wirkung ans die Juden, sondern nur, weil die Judenfeinde eine Waffe daraus schmieden, die Brannschweiger Rabbinervcrsammlung 1844 die Abschaffung des Kolnidre beschloffcn hat." Herr Hamburger hatte das Gebet bekanntlich als sittlich verwerflich bezeichnet, ohne daß die Ncdaction s. Z. eine Randbemerkung für nöthig erachtet hätte. Es ist erfreulich, daß das Blatt nunmehr mit obiger Bemerkung seinen damaligen Mitarbeiter in bester Form dcsavouirt, und hiermit sei die Thatfache festgenagelt, daß die jüdische Presse sämmtlichcr Schattirnngeu einstimmig gegen die Berleumj bimg Front macht, daß an dem Gebete irgend ein sittlicher Makel hafte. . .! Berlin, 23. April. Die Eröffnung des Testamentes von Leopold Zunz hat ein überraschendes Resultat zu Tage gefördert, welches selbst den vertrautesten Freunden des Verstorbenen ein Geheimniß gewesen. Das hinterlassene Baarvermögen i beträgt z w c i m a l h u n d e r t t a n s.e n d Mark; das-! selbe fällt der einzigen Hinterbliebenen Erbin, seiner! 65jährigen Nichte, zu. Die werthvolle Bibliothek! des Verstorbenen wird auf Wunsch des Erblassers! von Herrn Dr. Kirschstein gegen ein im Testament bestimmtes Entgelt katalogisirt werden und dann zum öffentlichen Verkaufe gelangen.. Der Erttag. derselben fällt ebenfalls der obengenannten Erbin zu. Von wohlthätigr...' 'Gingen des Verschiedenen ist nur eine zu verzeichnen: der Samsonschule in Wolffcnbüttel hat der berühmte Gelehrte — sechshundert Mark zugcwendet. — Die Nachricht von der Zustimmung der Königl. Staatsregicrung zu der Wahl des Herrn Marmorftein zum Rabbiner in Schildberg hat sich leider bis zur Stunde nicht bestätigt. Die Nachricht war uns von durchaus glaubwürdiger, mit den Anstehenden Verhältnissen vertranter Seite zngcgangen, welche indes; wahrscheinlich den „frommen Wünsch" für eine vollendete Thatfache hielt. Allerdings ist es richtig, daß Herr Marmorsteirr wie der GemÄndej Vorstand wiederhott Schritte beim Ministerium ge-! than, daß nch cm Abgeordneter für Herm Marmor-! stein beim Minister verwendet, und daß Herr v. Puttkammer Erkundigungen einziehen Zn wollen erklärte, doch ist eine Antwort bis zur Stunde nicht erfolgt, wenn auch eine Bestätigung durchaus nicht zu den Unmöglichkeiten gehört. Inzwischen ist dem seit so langer Frist in Hangen und Bangen schwebenden Herr» Maruwrstcin cm Radbinat in Ungarn angetragcn worden und gedenkt derselbe, da ihm kein anderer Ausweg bleibt, die Stelle zu acceptiren. Die Gemeinde Schildbcrg sieht mit schmerzlichen! Bedauern die treffliche, bewährte Kraft ans ihrer Mitte scheiden. — Der durch seine Mitarbeiterschaft am „Hamagid" weiteren Kreisen bekannte Dr. Bercnfeld hicrsclbst ist zum Rabbiner von Belgrad, der Hauptstadt Serbiens gewählt worden.. Nu ß I a n d. Petersburg. In der russischen Arnrce ist der seltene Fall vorgekommcn, daß ei» jüdischer Feldwebel sein öOjährigcs Dicnstjubiläum feierte. Derselbe hat sämmtliche Kriege Rußlands mitgemacht und besitzt zahlreiche Orden. Am JubiläumStage wurde der Feldwebel durch Brigadebefehl zur Parole besohlen, wo säunntlichc Ofsicierc der Brigade, unter ihnen der Großfürst Nicolai Michaelowitsch, Vetter des Kaisers, versammelt waren. Ter Oberst hielt eine Anrede an ihn und küßte ihn dreimal, worauf sämmtliche Osficiere, auch der Großfürft, an ihn heranttatcn und ihn ebenfalls küßten. Zuletzt umarmte ihn der Brigadccommandenr, Generalmajor Teremiasicf, welche , in einem Tagesbefehl die Verdienste des Jubilars hervorhob nnd ihm ein Geldgeschenk überreichte. Von dm Officicren empfing er 155 Rubel in Baar und eine Menge werthvoller Geschenke. F e u iHc tan. Hlechamass. XIV. Schon acht Tage weilte Ritter Woks von Tracheustein in Worms. Sticht war es ihm möglich geworden, die Verlobte Daniels von Gernsheim zu sehen. Mit dein Gastwirthe zur goldncn Kanne, den er zu seinem Vertrauten gemacht, hatte er manchen Plan erwogen: aber keiner hatte sich als ausführbar erwiesen. . „Edler Ritter," sagte endlich Hans Wvler, „weder Ihr noch ich, — wir sind Beide nicht im