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Der Israelit · 1886-04-19 · Heft 31-32 (19.4.1886) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 31-32 (19.4.1886)
Date
1886-04-19
Page
– (sequence 12)
Language
German
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560 besucht war. Das wichtigste Ercigmß ans der Sckmlchronik dieses Jahres ist der durch die Verwaltung gefaßte Beschluß, cm eigenes Schulgebäude errichten, zu lassm, von welcher Maßregel ein noch weiterer Aufschwung der Schule Zn erwarten ist. Ter Bericht sagt hierüber: „Schon lange haben wir den Mangel eines eigenen Lokales schwer empfunden. Es war daher unser sehnlicher Wunsch, daß die Schule ein eigenes Heim besitzen möge. Die großmüthigcn Zuwendungen verschiedener Freunde der Anstalt haben cs uns endlich ermöglicht, ein (Grundstück (Hermesweg 25 und 27) zu erwerben. Hier wollen wir unser Schulgebäude errichten und mit demselben eine Synagoge verbinden, welche eine Fortsetzung der früher in der Judengasse befindlichen Lob Reiß'schen Synagoge bilden soll. Die Baupläne sind von uns genehmigt, die Ausführung vergeben, und bis zum Sommer nächsten Jahres hoffen wir. den Neubau beziehen zu können." Die vermehrte Arbeitslast und Lerantwortlichkeit, welche diese Angelegenheit mit sich brachte, haben eine Verstärkung der Verwaltung wünschenswert!) erscheinen lassen. Dieselbe besteht jetzt ans den Herren Alfred Geiger, Moritz Goldschmidt, Dr. H. Heinemann, Rabbiner Dr. Horovitz, L. Mainz, E. Merzbach, Aaron Meyer, Jakob S. Posen und Rudolph Strauß. Tic Prüfung findet am hin rosr im Turnsaale der Pctersschule zwischen zwei und sieben tthr Mittags statt. Gleichzeitig mit dem Schnlprogramm ist wiederum eine wissenschaftliche.Arbeit von dem Direktor der Schule, Herrn Rabbiner Dr. Horovitz, „lieber jüdische Aerzte," erschienen. Italien. Aus italienischer Quelle wird die Ankunft des berüchtigten Dr. Brim anus, alias Dr. Justus, in Venedig berichtet. Dr. Brimanus, der ehem. Talmndlchrer Röhling's, hat eigenthümliche. Gedanken über Religion. Als Jude geboren, wurde er in Berlin protestantisch und in Oesterreich katholisch. Von Oesterreich ausgcwicsen, ging er nach der Türkei, wo er Mohamcdancr wurde. I» Eonstantinopel wollte er das Blntmährcheu aufwärmen und überhaupt eine feindliche Agitation gegen die Juden veranstalten. Er hatte aber vergessen, das; seit der Reise des Sir Moses Montefiore nach Eonstantinopel im Jahre WO diese Blntbeschnldignng gegen die Inden durch einen Firma« mit schwerer Strafe belegt ist, und so geriet!) er mit den Landesgcsetzcn in Eollission. Ter Ehacham Baschi hatte nicht gesälunt, das Ministerium von den wahren Absichten des Brimanus zu benachrichtigen. Dr. <Snmcrm? erhielt den Brfchl, binnen 24 Smnden das Land zu verlassen. Jetzt befindet er sich in Italien, wo er zum zweiten Male zur kacholirchen Religion üöerzutreten beabsichtigt. Türkei. Constantinopel. Hier starb vor einigen Tagen Herr Moses Nathan in einem Alter von 104 Jahren. Er gehörte einer durch ihre Wohl- Lhätiglelt berühmten Familie an. An seinem Leichenbegängnisse bctheiligte sich eine sehr große Volksmenge. Palästina. Jerusalem. Nach dem uns vorliegenden Bericht der Gesellschaft „Ezrath Hamdochim" über ihre Arbeit während der letzten vier Monate, hat dieselbe 20 Häuser für die Flüchtlinge aus Acmen errichtet, weitere 27 Juden dem verderblichen Einflüsse der engl. Mission entzogen und mehrere derselbe^ derart unterstützt, daß sie das Land wieder verlassen konnten. Feuilleton. Mriefe aus dem Zeitigen Lande. (Vierter Brief.) Geliebte Eltern! Wir hatten von Bethlehem nach Jerusalem nur zwei Stunden. Der Weg führte uns durch eine öde, wilde Gegend, nur einzelne Olivenbäume begegneten unserem Auge. Nahe fic? der Stadtmauer sprudelt unter niedrigem Steindach der Davidsbrunnen,. aus welchem die drei Getreuen ihrem durstigen Heerführer, mitten durch das Lager der Philister sich wagend, jenen Trunk holten, den David hochherzig dem Herrn zum Opfer ausgoß, weil er mit dein Blute der Wassengefährten erkauft worden war. Eine Stunde von Bethlehem liegt ein kleines, eingezwängtes schmales Thal, in das man auf einem rauhen und beschwerlichen Weg gelangt. Ein kleiner, aber klarer Bach rieselt durch den Wiesengrund, wie ein silberner Faden weidet sich das rauschende Wasser durch die Blumen dahin. Das ist der Garten Salomos, der versiegelte Garten, der itti Hvhcnliede besungen wird *). Hohe Felsenknppeu ») HohrSl. 4. 12.

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