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Der Israelit · 1886-04-19 · Heft 31-32 (19.4.1886) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 31-32 (19.4.1886)
Date
1886-04-19
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Gotte Thum gcwcihre Tempel, gleichfalls aus gebrannten Ziegeln erbaut. Die Wände dieses Tempels waren von außen nackt, im Inucrn dagegen mit Kalksteinen beleet. Diese Steine waren mit Zuschriften und SeulpLuren bedeckt. Vor dem Eingänge zum Tempel erhoben sich zwei Monolithe aus Granit, von denen ein jeder drei aus demselben Seffcl sitzende Personen darstellte. Von diesen drei Personen stellte die rechts sitzende den Sonnengott Re, die links sitzende den Gott Thum und die in der Mitte sitzende den König Seti I., den Erbauer dieser Stadt, vor, der sich somit selbst vergöttert hatte. Das Begräbnißfcld der Stadt Pithom, das gewiß zahlreiche Mumien in sich birgt, konnte jedoch bisher nicht aufgcftmden werden. Ein späterer König, Ramens Schcschuk, der Schischak (pari?) der Bücher der Könige, vergrößerte und verschönerte die Stadt Pithom durch verschiedene Bauten. Unter dem Könige Ptolcmäus II. Philadclphus, der die heilige Schrift ins Griechische hatte übertragen laffcn (Septuaginta), besaß die Stadt Pithom, Dank ihrem guten Hafen, auch einen blühenden überseeischen Handel, der sich sogar bis Indien erstreckte. Später verfiel jedoch die Stadt wieder und zur Zeit der Zerstörung des zweiten jerusalemitischen Tempels war schon die Hälfte dieser Stadt vom Wüstcnsande bedeckt, der auch das Meer zurückdrängte, das heute 75 Kilometer von dem Rninenfelde entfernt ist. Zwcihundertundzehn Jahre (ppn nt* 22W Gott hatte nämlich von den 400 Jahren ISO rp weggercchnet), hatten die Israeliten in Egypten als Knechte gelebt, da schickte ihnen Gott den Moscheh (der Name Moscheh ist keinesfalls jüdischen, sondern cgyptischcn Ursprunges und bedeutet es noch heute im Koptischen, das vom Altegyptischen abstammt, herauszichen, herausholen,) damit er sie befreie. Auch von Moses findet sich oder fand sich bisher noch keine Spur in den Hieroglyphen-Jnschristen vor, was sich indcß leicht begreifen läßt, da die cgyptischen Priester als die alleinigen Kenner der Hieroglyphenschrift, denen auch die Abfassung der Chronik ihres Landes oblag, von Moses, der ursprünglich von ihnen erzogen wurde, war er doch ein Pflegesohn der Tochter des Königs Pharao, der sich aber später von ihnen abwandtc, als von einem Renegaten nichts wissen wollten. Vielleicht hat es sogar der König ihnen strengstens untersagt, den Namen dieses Mannes in der Chronik irgendwie zu erwähnen. Moses nennt diese Hieroglnphenschrciber crct^n von tnrt (Griffel, Meißel), weil sie die Buchstaben gewöhnlich mit cineni Griffel zeichneten oder tu Stein eingrnbcn. Ans den uns von Clemens von Alexandrien, einem griechischen Gcfchichrsschreiöer, der im 3. Jahrhundert (p.) lebte und der uochHrcroglyphcuschrift gut zu lesen verstand, hinterlm zerren Aufzeichnungen über den Auszug aus Egypten ergibt sich, daß derselbe an einem DonnersttaZe stattsand, was auch im Talmud bestätigt wird. Danun der 10. Riffan, an dem die Kinder Israels sich ihr Osterlamm answählcu mußten, damaks aus einen Samstag siel, so nannte man diesen Sabbath vvun r2s (den großen Sabbat), ein Name, den er noch heute trägt. Tie Kinder Israels zogen nun als sie Egypten, d. h. das Land Goscheu, verließen, durch die Wüste zum Rothen Meere und lagerten sich dann in der Nähe des Meerbusens von Suez. Nördlich von diesem Meerbusen lag damals die' Stadt Magdulum (ras) während an dem Meerbusen selbst cm Tempel des Götzen Thum, das Typhon der Griechen und das ps bio der Bibel, stand. Die Juden zogen aber nicht bei der Stadt Suez, sondern dort, wo heute das Städtchen Port-Tewfik liegt. Taucher, die bei Port-Tewfik ins Meer hinabsteigen, versichern, daß man auf dem Grunde daselbst ungeheuere Klumpen aufeinander gcrhürmt liegen sehe. Vielleicht sind dies noch Ueberrcste von den Kricgswägen der Egypter an die sich im Lause der Jahrtausende ganze Schichten von Seegras und Muscheln angelegt haben. Griechische Geschichtsschreiber erzählen uns auch, daß noch zu ihrer Zeit ein Fischervolk au diesem Meerbusen wohnte, das voit seinen Vorfahren gehört haben wollte, daß hier einst während eines ungeheueren Sturmes das Meer plötzlich anschwoll und eine ganze egyptische Armee in seinen Wellen begrub, während der Feind, der von dieser Armee verfolgt wurde mit heiler Haut davonkam. Wahrend meiner Antvesenheit in Port- Tewsik untersuchte ich auch das Meercsuftr daselbst und da fand ich, daß dasselbe an beiden Seiten sanft und nicht steil gegen das Meer hm ab fällt, so daß man leicht in dasselbe hincingehen und ebenso leicht auch wieder herausgehen kann. SettiUeU». MchamaH. XIII. Von dem Tage an, da Daniel ZN jener schmähliche» Wette war gezwungen worden, umlagerte tiefer Trübsinn seine Stirn. Vergebens bemühte sich Rüben, den Grund des Kummers feines Herrn zn erforschen. Auch die Hosbedientcn, mit denen er vielfach freundschaftlich verkehrte, bewahrten über die Vorgänge bet jenem Hosieste das tiefste Still-

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