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Der Israelit · 1886-04-19 · Heft 31-32 (19.4.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 31-32 (19.4.1886)
Date
1886-04-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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yimdnmhn müne, bcna bic darin cmmhfelten Prindpicn jnen im Widerspruche mit der Rechtsgleichheit (Widerspruch der AniisennLen, Beifall rechts), auf welchem Pttnttpe die nngarische Berfassung beruht. Der Minister Dill auch gar nicht den Versuch unternehmen, ein Anhänger solcher Vorurtyeile zu capaciriren. Die ungeheuere Majorität der Benölkcrung verurthelle diese Prrncipieu. (Widerspmch der Autisemllen.) Die Börsensieuer stche mit dem Antisemitismus in keinerlei Zusammenhänge-, man könne die crstcre billigen, ohne mit dem letzteren zu sympathisircu. (Lebhafte Zustimnmng.) Der Entwurf Istoczy's sei nichts Anderes, als ein äußerst mangelhafter Auszug und eine Uebersetzung des deutschen Gesetzes, mangelhaft deßhalb, well sehr wichtige organische Bestimmungen einfach weggelasscn worden. In Folge dessen ist dieser Entwurf in dieser Form einfach undurchführbar. Die Frage der Börsensteucr sei bisher noch nicht nach allen Seiten geklärt; so viel ist jedoch heute schon gewiß, daß die Möglichkeit der Umgehung solcher Gesetze leicht gegeben sei. Auch die möglichen Consequenzen einer solchen Steuer m finanzieller und wirtschaftlicher Beziehung find noch; nicht hinreichend erwöge«, daher ist cs nicht möglich, darüber ein zutreffendes Urtheil abzugeben, da die Hausordnung für -heute-Mlcrllorische Erörterung ausschließe, dennoch aber wäre es rathsam, der Frage etwas uäherzutreten. Der Minister ersucht das Hans, um es pro und eontrL fcststellen zu können, den Entwurf zur Vorberathnng an den Finanz- und volkswirthschastlichen Ausschluß zu verweisen. Jstoczy rcplicirt, daß die Antisemiten nicht nöthig hatten, gleich dem Minister sicss hinter das Feigenblatt phllofemiüscher Phrasen zu verstecken, und daß er den Zusammenhang der Börsenfteuer mit dem Antisemitismus daher offen einbckcnne. lledrigens habe er vom Finanzminister eines Staates, der an chronischen! Deficit laborirt, keine andere Erklärung erwartet, doch nehme er die Zuweisung an den Ausschuß'dankend entgegen. Im Sinne des Antrages des Finanzniinisters cmmcirte der Präsident den Beschluß des Hauses. flratau, 7. April. Das freigesprochene Nitter'sche Ehepaar hatte sich selbstverständlich der größten Sympathien seitens unserer Gemeinde zu erfrenen. Es erhielt von seinem berühmten Bcrthcidigcr Dr. I. Rosenblatt im Aufträge der Wiener Alliance eine nicht nnbedentende Geldsumme, nnd auch die Einnahmen ans den Photographien der dreimal nnschnldig zum Tode Verurtheillcu sind ziemlich cinträglich, so daß der p. Ritter in der Lage sein dürste, sich wieder mit seiner Famllie Zu ernähren. Di? Gemeinde Krakau hat das Ihrige hierzu gkthau, obgleich die Armuth in dieser Gemeinde lei-' der immer pmmimt So haben sich hier im Ber-. lauf dieses Winters achthundert Arme gemeldet, für welche eine Gcldsammlung veranstaltet wurde. . E g y Pt e n. Alexandricrr. (Schluß.) Unterdessen hatten sich die Kinder Israels in Egypten stark vermehrt und begannen sie auch schon eine kleine Ration'zu bilden, weshalb die Egypter ihnen einen Eollcctivuamen „Apries (o-cy)" bcilcgtcn, welcher Name von nun an fleißig in den Hicroglyphen-Jnfchriften erwähnt wird. Zugleich begannen die Egypter auch, diese sich so plötzlich entfaltende Nation zu unterdrücken und zu knechten und mußte dieselbe die beiden Grenzstädte Pithom und Namfes in der Landschaft Goschen, die als Vorratskammern dienen sollten, erbauen und auch befestigen. Erst in der neuesten Zeit und zwar 1883 ist es gelungen die Ruinen der erstercn Stadt aufzufinden und thellwcsse auch bloszulegen. Wenn ich nicht irre> konrmt im Talmud eine Stelle vor, wonach Pithom und Ramfcs nicht zwei verschiedene Städte, sondern ein und dieselbe Stadt waren, die nur einen Doppelnamen ftchrte, und die Inschriften, die man in Pithom auffand, bestätigen vollkommen diese Ansicht. Entdecker der Ruinen Pithoms war der Engländer Navillc, der im Aufträge einer englischen Gesellschaft Ausgrabungen im Nil-Delta vornehmen ließ. Nach demselben stand die Stadt. Pithom auf derselben Stelle, wo sich heute das Dorf Tell-El-Makfuta befindet nnd soll damals das Rothe Meer bis zu d.en Thoren Pithoms gereicht haben. Der Name Pithom soll von einem Heiligthume des Gottes Thum, das sich in dieser Stadt befand, herrühren. Erbauer dieser Stadt war der König Scti I. (bei den Griechen Setos); der auch den Soldalennamen Namfes führte, während die Priester, denen er er sehr gewogen war, ihm auch den ftommen Veinemen Menef-Sthah (Liebling der Göttin Sthah) beilegten. Nach Setti bestig dessen Sohn Scti II., der gleichfalls den Soldatennamm Ramscs führte und den die griechischen Geschichtsschreiber Sesostris nennen, den Thron. Unter diesem Herrscher soll nach den Ansichten fast sämmtlicher moderner Egyptologen der Auszug der Kinder Israels ans Egypten stattgesunden haben. Aus de» Ruinen Pithoms läßt sich noch deutlich erkennen, daß diese Stadt von einer viereckigen Mauer umgeben war, die ans großen gebrannten Ziegeln bestand. An einer Seite dieser Mauer stand der dem

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