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Der Israelit · 1886-04-19 · Heft 31-32 (19.4.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 31-32 (19.4.1886)
Date
1886-04-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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JeitLVZssschrichLes «sd MsrrefPssdesZLN, Deutschland. Ulm, Zum Geburtstage des Königs von Württemberg hielt Herr Isaak Sternberger hier in seiner Privatsynagoge einen feierlichen Gottesdienst ab. Er sandte die dabei vorgettagcnen Gebctsstücke an S. Majestät den König und erhielt von demselben ein allerhuldvollstes . Dankschreiben, welches folgenderuraßcn lautet: ,Mbinet Sr. Majestät des Königs von Württemberg. Die Unterzeichnete Stelle ist beaufttagt, dem Herrn Sternbergcr für die Sr, Majestät dem König durch die Einsendung eines von ihm aus Anlaß des allerhöchsten Geburts-Festes in seinem Pnvatgottesdienste gesprochenen Gebets dethätigte Aufmerksamkeit und Ergebenheit den gnädigsten Dank Sr. Majestät auszndrückcn. Stuttgart den 14. März 1886, Kabinet des Königs i. V. Legations-Rath Hermann." E. Eydtkrrhnen, 11. April. Am 28. März fand eine Versammlung der neugewahlten Vorstandsmitglieder und Repräsentanten der hiesigen Synagogen-Gemeinde statt, in welcher neben anderen geschäftlichen Punkten der Tages-Ordnung auch der Bau des Oren Kodesch zur Sprache kam. Unsre Synagoge ist vor etwa 13 Jahren erbaut worden. Der Ban verschlang viele für unsre Gemeinde unerschwingliche Geldmittel. Und so steht er nun feit länger als einem Decennium da, aber der Altar, die Hanptzierde, welche dem Gottcshaufe die hehre, feierliche Ruhe und Andacht verleiht, ist ihr noch bis auf den heutigen Tag vorenthalten geblieben. — Der Fundamentleger unserer Synagoge, Herr David Schereschewsky, welcher genau in die Verhältnisse eingeweiht war, unter denen der Bau vor sich ging, ist leider vor 2 Jahren im besten Mannesalter (wir widmeten ihm s. Z. einen Nachruf in Ihrem gcsch. Blatte) — seiner Familie und uns Allen als theueres Mitglied durch die unerbittliche Gewalt des Todes enttiffen worden. Die Sorge um den Weiterbau der Synagoge lag ihm unablässig im Sinn und wäre dieser Plan gewiß verwirklicht worden, wenn der vortreffliche Mann nicht so früh zum. ewigen Leben abberufen worden wäre. Durch seinen Tod erlitt unsre Gemeinde einen herben Verlust und mit ihm wäre auch die letzte Hoffnung, jemals an den Bau des Altars zu denken, ins Grab gesenkt worden, wenn nicht seine würdige, nicht minder wohlthätige Gattin seine unsterblichen Handlungen nnd Bestrebungen fortgesetzt nnd der hiesigen Synagogen-Gemeinde Mark fünfzehnhundert im Herbste voriges Jahres zur Verfügung gestellt hätte. Die edle allgemeine geamtete Spenderin glaubt hierin in dem Sinn ihres seligen Mannes zu verfahren. Wir find außer Stande, unsre Gefühle des Dankes in Worte zu kleiden. Möge Gott ihr reichlich mit feinem Segen loürren! Durch diesen großen Schemungsakt ist nusrer Gemeinde ein gutes Mittel in die Hand gegeben, dem tiefgeMltru langjährigen Nebel unsrer 'wirklich schönen, aber leider im „Rohbau" dastehenden Synagoge die nöthige Hilfe zu bieten. Unsre Gemeinde ist dieser Wohlthat sehr eingedenk und hat nun in der erwähnten Sitzung zu Ende vorigen Monats die baldige Aufrichtung des so lang entbehrten Hciligthums, welches eine Zierde für unsre Synagoge sein, beredten Einfluß auf alle Gcmüther ansüben und nicht unerheblich die Andacht heben wird, — fest beschlossen. — Und so hoffen wir und sehen mit Freuden dem Rosch haschanah entgegen, wo uns als bester und schönster Neujahrs-Gruß der Oren Kodesch mit Gottes Hilfe in seiner Erhabenheit und Heiligkeit cntgegenstrahlen wird. Oesterr.-Ungar.Monarchie. Pesch, 14. April. Im Abgeordnetenhause mottvirte Jstoczy heute seinen Entwurf für die Börseuftcuer. Er constatirt mit Geuugthuimg, daß er heute mit seinem Anträge, gleichwie mit dem Antisemitismus, nicht mehr so allein stehe, wie im Jahre 1875, als er zum erstenmale im Abgeordnetenhause die Besteuerung der Börse zur Sprache brachte. Nach Deutschland und Oesterreich sei es an Ungarn, dem Beispiele dieser westlichen Culturstaaten zu folgen. Ein Staat, der den Grundbesitz so schwer belaste, könne Niemanden! ein Steuer-Privilegium erthcilen, am allerwenigsten denjenigen, die nicht durch Arbett, sondern durch Spekulation ihr Vermögen erwerben. Die Prodncenten und Industriellen werden nicht gettoffen, denn diese seien von der Steuer eximirt. Es soll die verjudete Börse und der Zwischenhandel gettoffen werden. Der Einfluß der verjudeten Börse habe bisher das Zustandekommen eines solchen Gesetzes verhindert, denn dieser Einfluß reichte nicht nur so weit, daß er den Curs der Werthpapiere bestimmte, sondern auch den Preis aller Lebensbedürfnisse firirte. Jstoczy citirt den Ausspruch des Ministers Maybach vom Giftbanm und jenen Lasker's von der Akademie für Gesetzes- Vertretung nnd bittet, seinen Antrag einem Fachausschüsse znznwelsen. Der Finanzminister Graf Szapary erklärt, daß er die Motive des Anttages und die eben vernommene Rede Jstoczy's in ihrem Zusammenhänge

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