Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 31-32 (19.4.1886)
- Date
- 1886-04-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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brr die Erstrrbnng tnib Verwirklichung derselben übernimmt, stcht Jhchak, de?rcu Name weder das Eine, noch das Andere bedeutet, der nrrr die Freude mit dieser Aufgabe mib ihrer Verwirklichung, die volle Wendige Hingabe au diese hohe Aufgabe ausdrückt. pnsr, der erfreut durch feine volle Aufopferung für die große Sache. Er kann seinen Namen Ludern, kann von feinem Namen opfern, und doch bleibt die Bedeutung dieselbe. Freilich, aach er kann den Buchstaben Vr nicht cnrbchrcn, kann nicht p?V, zum G e spotte sich machen, aber er käme den Buchstaben in -n verwandeln und durch dieses Opfer die Erlösung seines Lölkes beschleunigen, so daß die 400 Jahre ans die Differenz zwischen r und s, also auf 210 Jahre, rcbiicirt werden. Und so heißt cs: Durch das Verdienst Jizchaks ist unser Volk erlöst worden." Unsere Stammväter, die uns in so vielen. Tugenden als leuchtende Beispiele dienen,, sie. sind um? auch in der Erfaffuug der Wahrheit, der Menschcnaufgabe und spccicll der Aufgabe, die sich ein jeder Mensch stellt, sowie auch in der Erstrebung und Verwirklichung .derselben ninstcrgiltig. Von der erkannten Wahrheit kann sic nichts abbringcn, auch wenn Gott gleichsam sic anffordert, auch wenn eine innere Stimme ihnen prüft: Du kannst durch ein scheinbares kleines Opfer deiner selbst, das ja nicht zum Schlimmen angeweudct wird, die Mühen und Beschwerden auf deinem Lebcnspfade erleichtern und verhüten. Die innere Stimme kann sogar anführcn, daß mit diesem kleinen Opfer ja nur der guten Sache gedient ist, daß man dann nur um so besser sich ihr hingeben, mit vollen Kräften sich ihr widmen kann. Da heißes aber streng wahr gegen sich fein, genau zu prüfen, ob das Opfer wirklich nur ein kleines, unbedeutendes ist, ob mit dem Opfer der guten Sache ein wirklicher Dienst gclciftet wird, oder nicht, vielmehr dieselbe ganz und gar gefährdet, mit ihr unvereinbar ist, geradezu entgegenläuft. Der Freiheit, die ein so kostbares Gut der Menschheit ist, und ein natürliches Recht, ihr zu Äebe bringt man heute vergeblich so viele und schwere Opfer, die gar nicht im Verhältnisse zu den erzielten Resultaten stehen. Man prüft und wägt heute nicht so lange, ob cs in Wahrheit der.Freiheit gilt, oder vielleicht nur einer Laune, -einer Steigung, einer Leidenschaft. Man fragt nicht, ob mit den großen Opfern die Zukunft sicher gestellt, ob cs sich überhaupt dabei um eine Zukunft handelt, oder nicht vielmehr eine angenehme Gegemvart geschaffen werden soll, die sich begnügt mit dein flüchtigen Genüsse des Augenblickes und gar nicht an die Zukunft denkt. | Freiheit war das große Losungswort unseres Jahrdunderts; die Erlösung ans enge» Schranken, aus finsteren Zeiten, aus schwerem Drucke war es, nach der man smfzte und die man mit enormen Opfern zu erkaufen vermeinte. Und Tansende, und aber Tansende haben geglaubt, berechtigt zu sein, kein Opfer für zn groß nnd zu schwer zu hatten, um das gegenwärtige Unangenehme unserer Lage dadurch zn ändern, zu bcpern. An eine Zukunft, an die Aufgabe unseres Volkes hat man dabei nicht gedacht. Man .sagte nicht, wie cs Abraham gethan, der gewiß feine Kinder lieb halte, der ja, da cs von Gott verlangt wurde, sein einziges Kind, seine Hoffnung, seine Zukunft zum Opfer zu bringen bereit war: Nein, ich kann keinen Buchstabe» meines Namens, der meine Aufgabe in sich birgt, opfern, um ein vergängliches Leid zu mildern. Man sagte sich nicht, wie es Abraham gesagt: Was Ware ich -dann? Was ich früher war, ein Mensch ohne göttliche Aufgabe. Man sagte sich nicht, wie es Jacob gcthan: Ich erfülle ja mit diesem Opfer nicht meine Aufgabe, werde ihr untreu; wozu also eine Erlösung um solchen Preis? Ich wäre ja nicht mehr apjr, sondern kein Förderer der wahren Freiheit durch meine Zurückhaltung, durch meine Beherrschung und Beschränkung, sondern durch meine Schrankenlosigkeit nnd ungebundene Lebensweise der Feind aller Freiheit. - Aber man hat sich kein Beispiel genommen, hat seine Befreiung um den Preis seines Namen», seines Volles, seines' Glaubens, seines Gottes zu erwirken versucht, ist aber leider zn dem schlimmen Resultate gekommen, wie cs Abraham und Jacob angcdeutet. - ' So dürfen wir uns die Freiheit nicht verschaffen, so dieselbe nicht anffasseu. Wir tauschen uns statt der erhofften Freiheit nur Knechtschaft ein, sei cs, daß sse von außen uns aufgedrängt wird, sei es, daß wir uns selbst zu Sclavcn nnscrcr Leidenschaft -machen, uns erniedrigen, .statt uns zu erheben. Für unsere Aufgabe, für unsere Religion, für unsere Erlösung darf uns kein Opfer zu schwer sein; aber um den Preis dieser Güter dürfen wir noch nicht einen Buchstaben opfern, um uns in der Gegenwart eine zweifelhafte Freiheit zu schaffen. Wird nns unser natürliches Recht, die Freiheit, beschränkt, so lehre nns das Dcfrcinugsfcst vertrauend . zn Dem anfschaucn, der nns aus Mizrajlms Knechtschaft erlöst nnd uns so oft bcigestanden. Er wird auch weiter über nns wachen nnd im9 befreien.