Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 30 (15.4.1886)
- Date
- 1886-04-15
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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- Odesa 1× ep/1000834
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l»nd L B. 'wird ein Feld von 5 Bis. ds ein j Anderes treibt? Wer sock nicht selbst sehr kleines beizachtet, und wer so viel Feld j will, muss zugestehsn, dass ein LanihnaFgi bei solchem BesitzÜmxne nicht mehr als izvLLLLss besitzt, kann nicht alle seine Bedürfnisse ans demselben decken, sondern muss noch Lohnarbeit aufsuchen. Wenn dies schon in Europa der Fall ist, wo ein Strassennetz das ganze Land durchzieht und Alles durch Maschinen gearbeitet wird, wo ferner der Bader für wenig Zinsen leicht Geld bekommen kann, um wie viel mehr erst bei uns! Kann der Landmann erwarten, dass er vom Erdboden allein sich seine Nahrung und die seiner Familie, Kleidung, Geld zur Erziehung und späterer Verheirathung seiner Kinder schallt? Im Durchschnitt besitzt der Einzelne in *mpn NN2» Felder im Umfange von 80 Dunam, davon ist ein Viertel Grund; und Boden, der nicht zur Aussaat geeignet ist und bleibt demnach wirklicher Saatboden bloss 60 Dunam, hiervon geht ein Zehntel für Steuern, ein Zehntel als 12?JÖ ab, es bleiben also im Ganzen nur 40 Dunam. Ist es möglich, dabei mehr als nothdürftig zu leben, wenn man nicht gleichzeitig noch ein Handwerk oder etwas Brod für sich und seine Familie, sowie Futter für sein Vieh beschaffen kann. In Europa treibt der Landmann neben der Bebauung seiner Felder Viehzucht, er hat. dabei Gemüsegarten, Obstbäume, Wein- und Oelberge, Bienenzucht, Geflügel, Seidenbau, beschäftigt sich mit Fischfang eto, weil er von dem Ertrage des Bodens allein nicht leben kann; um wie viel mehr muss er dies hier zu Lande thun, wo die Werkzeuge für Ackerbau und Handwerk bei Weitem nicht so ansgebildet sind. Das Beispiel ans Europa, sowie das Beispiel der letzten drei Jahre hier zu Lande zeigt zur Genüge, dass mit der Feldarbeit unbedingt andere Beschäftigungen verbunden sein müssen, wenn der Landmann mit seiner Hände Arbeit sich seinen Lebensunterhalt schaffen und etwas erübrigen soll. Ueber die weiteren Punkte, die einer Verbesserung bedürfen, & G. w. in meinem nächsten Briefe. M.Sairuwitz. •H8Hr- Herr J. Epstein von der Kolonie ffO!,, j schreibt uns: Von fYDD bis N212N dieses Jahres hat die Administration 50 Ochsen und 32 Kühe aus arabischen Herden unter die Kolonisten vertheilt. Herr Lieb mann ist dieser Tage mit der Ausmessung von 150 Hektar Land bei dem Dorfe Pardes, das eine halbe. Stunde von unserer Kolonie entfernt ist, zu Ende gekommen. Gegenwärtig misst er alles Land, das zu unserer Kolonie gehört, sowohl das zur Anpflanzung geeignete, als auch das nicht geeignete und dann soll das ganze Terrain unter die Kolonisten vertheilt werden. Auf Veranlassung des Herrn Wofm 8er, Vorsteher unserer Kolonie, wurde hier eine KUP*tpiVQn gegründet und ein Begräbnis»] »latz ausgesucht. Der Schulhausbau ist schon vollendet; derselbe kann sich, was Laustiel und Einrichtung betriflt, mit den grössten ähnlichen Bauten in europäischen Grossstildten messen. Zur Zeit gemessen über 10 Kinder in demselben Unterricht. Ale Lehrer fungirt ein ungesehener Kolonist auf "JUS -der aus Rumänien eingewandert ist; er vollzieht auch bei uns Babbinatsfunetionen und hält jeden Sabbathöffentliche Vorträge. Mit Trauer erfüllt uns das in voriger Woche erfolgte Ableben unseres Freundes Ha Ipern aus By&listock. Derselbe starb im 25. Lebensjahre, war ein sehr angesehener junger Mann, kenntnisreich, sowohl in heiligem wie in profanem Wissen. Im verflossenen ging er von Odessa in’s heil. Land, und jetzt nach viermonatlichem Aufenthalte wurde er uns leider so schnell entrissen! Aus der Kolonie p©*H kommen günstige Nachrichten. Die Kolonisten arbeiten fleissig, und wenn auch der Ertrag der aufgewandten Mühe noch nicht vollständig entspricht, so sorgt der bekannte Wobithüter hinlänglich für ihre Bedürfnisse. In seinem Aufträge werden im Laufe dieses Jahres noch 100.000 Weinstücke gepflanzt, wodurch die Kolonisten in den Stand gesetzt