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Der Israelit · 1886-04-15 · Heft 30 (15.4.1886) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 30 (15.4.1886)
Date
1886-04-15
Page
– (sequence 10)
Language
German
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Debatte wurde beschlossen, au Stelle der jetzigen Klaus euren Neubau in cürfachcm, aber würdigen 2n4 vorzMehmen und ein neues Jrrrentar auzuschaffen. Tie Kosten für den Bau werden sich auf I2MV M. Gelaufen. Au die hochdeutsche Israelircn- Gemeinde, auf deren Grund und Boden Las Ecbarldc errichtet wird, soll eine jährliche Vergütung von 3W M. gezahlt werden. Während des Baues wird der tägliche Klaus-Gottesdienst in der gegenwärtig unbenutzten, früher der portugiesisch-jüdischen Gemeinde, jeyt dem Herrn A. I. Möller gehörigen Synagoge in der Bäckerstraße abgchalten werden. 3k u m ä n i c n. Bukarest. Am 3. Juni v. I. erschoß ei» Rumäne den Juden Samuel Trcitelowitsch aus offener Strafte im Dorfe Jvanitsch, weil er von diesem wegen Rückzahlung einer Schuld gemahnt wurde. Dieser Tage fand die Gerichtsverhandlung statt und das Gericht vcrnrtheilte den Mörder in — einer Geldstrafe, zu zahlen an die zurückgebliebene Wittwe und deren Kinder. In dem Unheil heißt es: Der Beschuldigte habe, wie er angibt, mit dem Gewehr blos gespielt und cs sei von sich selbst losgegangen.! Wohl hat die Wittwe mehrere christliche Zeugen i vorgesührt, die bezeugen wollten, daß der Mord i mit Absicht geschehen ist und das; der Mörder einen Tag zuvor sich geäußert habe^ daß-er den Treitelo-! witsch mcderschießcn werde; allein diese Zeugen sind nicht einmal vernommen worden. Das ist rumänische Justiz!! Sch w e d e n. Stockholm. König Oscar II. von Schweden und Norwegen hat aus lebhaftem Interesse an der Wiffcnschaft zwei Preise für die beste Arbeit über zwei orientalische Themata von höchster Bedeutung gestiftet, und zwar eine große goldne Medaille im ungefähren Werthe von 1000 schwedischen Kronen, sowie eitle Geldsumme von 1250 schwedischen Kronen. Die Themata sind1. Geschichte der. semitischen Sprachen. Darstellung der semitischen Sprachen in ihrer Einheit und in ihrer Differenzirung. Nähere und weitere Verwandtschaft der einzelnen semitischen Sprachen untereinander. Entwickelung der einzelnen Sprachen von den ältesten wiffenschafllich erreichbaren Zeiten bis zu den jüngsten: mit Vorsicht dürfen sogar über die frühesten Denkmäler hinaus ursprünglichere Zuständc einer Sprache konstrnirt werden. Der Verfasser mnft zeigen, daß er historischen Sinn hat und daß er die wichtigsten semitischen Sprächet! selbständig kennt, nicht blos ans EnWMLÄea Wb ^rterbüchrrn. Alle Zugänglichen Dialekte find zu bkrücksiLüge», namentlich euch die nur durch Inschriften präsenrirten. Lehr wünschenswertst wäre es demnach, wenn drr Lenau er auch über das Babylonisch-Lfftzrffche mir derselben Sicherheit nnhciken könnte wie über das Hebräische. Aramäische ir. s. w. Gänzliche Ignorirung der Keilschriften wäre noch eher zulässig als eine dilettantische Behandlung derübrigen semitischen Sprachen durch einen Apyriologen oder eine solche des Assyrischen durch einen Semiristen. Gewünscht, aber nicht gefordert wird eine Diskussion der ev. Verwandtschaft der semitischen Sprachen mir anderen, namentlich mit gewissen afrikanischen. — 2. Darstellung des Kulturzuftandes der Araber vor Mohamed. Als Quellen sind vor Allem die aktarabischen Gedichte und die historischen Traditionen der Araber zu benutzen. Die Schilderungen neuerer Reisenden sind mit Kritik zur Illustration heranzuziehen; ebenso die Angaben des Alten Testaments, griechischerrömischer, cv. auch syrischer und jüdischer Schriftsteller. Ter Unterschied fest augesiedelter und nomadisireuder Araber ist scharf zu beachten; die eigenthümlichen Verhältnisse Mekka's sind zu berücksichtigen. Das-Problem ist besonders zu erörtern, wie in einem von Natur so wenig begünstigten Lande ein solches Volk erwachsen konnte, das in'die K ulturgcschischie der Menschheit aufs Gewaltigste eingegrissen hat. Wenn es gleich unmöglich ist, eine Kulturgeschichte der Araber vor Mohamed auch nur in Unwillen zu schreiben, so haben wir doch Spuren von dem allmählichen Wachsen der Kultur in der Zeit. Diese sind aufznsuchen. Ramentlich hat der Verfasser auch die Einflüsse auswärtiger Kulturvölker, Aramäer, Perser u. s. w. zu verfolgen; eine spezielle Behandlung der alten sabäischen Kultur wird nicht verlangt. Sehr erwünscht wäre cs, wenn dieses letztere Werk in einer allen wissenschaftlich Gebildeten zugänglichen Form geschrieben wäre. Streng fachwipenschasiliche Erörterungen ließen sich ja in Anmerkungen und Excurscn am Ende des Buches geben. Die eingereichten Ärbeitensind entweder in einer skandinavischen Sprache oder lateinisch, deutsch, französisch, englisch, italienisch und arabisch abzufasscn. Manuskripte müssen anonym und von einem verschlossenen, den Namen des Verfassers enthaltenen Eouvert begleitet sein. Manuskript und Eouvert müssen das gleiche Motto oder sonst ein deutliches Zeichen der Zusammengehörigkeit tragen. Sir müssen vor dem 30. Juni Ihhs eingereicht werden an eines der nachstehenden Mitglieder der Kommission: Dr. E. Bl ir, Minister des öffentlichen Unterrichts und des Eutins, Ehriftiania, Prof. Dr. H. WM!

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