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Der Israelit · 1886-04-15 · Heft 30 (15.4.1886) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 30 (15.4.1886)
Date
1886-04-15
Page
– (sequence 11)
Language
German
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-I •Ijf ■ :H iii ■ 'H;;*fl SS- L Fleischen Lcwzig,Prof. Dr. TH.Nöldecke, Snaßburg i. E., Prof. Dr. M. I. de Goeje, Leiden, Pwf. Tr. W.Wright, Cambridge,Prof. Tr- ZW. Gnidi, Rom, Hr. H. Zoten berg, Bibliothekar an der Mtioualbibliochek, Paris, Prof. Dr. EH. W. Tegner, Lmrd, Dr. Charlo Graf von Ländberg, Secretaire, Goetheftratze JO, Stuttgart. Die Firma E. I. Brill in Leiden hat den Druck und Verlag der beiden preisgekrönten Arbeiten übernommen und sich verpflichtet den Verfassern tm Honorar von hundert Mark für den Bogen von sechzehn Seiten unter der Bedingung, daß die zu publtzirendcn Arbeiten deutsch, französisch, englisch oder lateinisch verfaßt sind, zu zahlen. Asien. Balkh am Amu-Darja. Der Geist unserer Zeit, denen Streben stets dahin, geht, die Völker und Länder der Erde immer näher aneinander zu bringen, um aus denselben eine einzige Familie und einen einzigen Staat zu machen, in dem die verschiedensten Nationen und Confessionen friedlich und ruhig nebeneinander leben werden, wie der Prophet Jesaias sagt: 222 ap 2N» -ui (der Wolf wird neben dem Lamme wohnen), hat nun seine segendringenden Blicke auch auf unsere vom civilisirten Abcndlande so entfernt gelegene Stadt geworfen, um auch nns nun ein wenig näher dem Westen und unseren daselbst cmancipirt, geachtet, geehrt und im Wohlstände lebenden Glanbensgenopcn zu dringen. Bis jetzt erhielten wir, da cs in unsrem schönen Vaterlande Afghanisten noch, immer keine Zeitungen, keine Eisenbahnen, keinen Telegraphen, ja nicht einmal einen geregelten Postdicnst gibt, nur äußerst selten Nachrichten von unseren in Vorderasien, Afrika und Europa lebenden Glaubensgenossen und auch diese .wenigen Nachrichten kamen stets unvollständig und unvollkommen zu nns, da wir sic entweder durch KarAwanen oder durch die wenigen in Indien und Persien erscheinenden persischen Zeitungen <im letzteren Lande existiren im Ganzen drei kleine Blättchen, die nur drei Mal im Monate erscheinen), die aber den jüdischen Angelegenheiten nicht viel Raum und Aufmerksamkeit schenken können, erhielten. Wohl erscheint in der 94 geographische Meilen von hier entfernt gelegenen russisch-turkeftanischen Gonvernementsstadt Taschkent) eine größere Zeitung in russischer Sprache, die „Turkcstanische Zeitung," die sehr oft interessante Nachrichten über unsere Glaubensbrüdcr im Abendlandc bringt, die jedoch, da in unserer Gemeinde Üeiner Russisch zu lesen vermag, keinen Werth für uns hat. Aus dem gleichen Grunde können auch KLufleute, deren Geschäfte sie oft nach Indien führen, kein Jude hier Englisch versteht. Dagegen pflegen uns die genannte» zwei Kanfleute immer bei ihrer Rückkehr aus Indien einige Nummern von der in Bombay erscheinenden jüdischen Zeitung und dann auch von den in Jerusalem und m Europa in jüdischer Sprache (rroy psö) erscheinenden Blättern mitzubringen. Abonniren können wir jedoch diese Blätter nicht, weil unser primitiver Postdienst gar nicht darauf eingerichtet ist. Nun W dieses anders werden. Eine russische Capitalistengrnppe errichtet nämlich jetzt ans dem Amu-Darja einen Dampffchissfahrtsverkehr, deren Schiffe zwffchen unserer Hafenstadt Kilif (der Amu-Darja vermagin unserer Stadt »och keine großen Dampfer zu tragen) und der 112 Meilen nördlich von hier an der Mündung dieses Stromes in den Aralsee ge-' lcgenen Stadt Khiwa regelmäßig verkehren werden. Diese, Schiffe werden dann auch den Poftverkchr^ ans dem Amu-Darja besorgen und in der Stadt Tschardschui einen Anschluß an die neulich errichtete Fahrpostlinie Krasnowodsk - Mcrw- Tschardschui, welche so den Kaspisee mit dem Amu-Darja ' verbindet, die aber baldigst durch die schon bis ‘ Merw vollendete Eisenbahnlinie Krasnowods-Mcrw- Tschardfchui ersetzt werden wird, haben wird-- Wir > werden daun Briefe aus Europa, selbst aus London " und Petersburg, schon binnen drei Wochen erhalten. ’ Es wird dies immerhin ein großer Fortschritt ftir uns sein. Dagegen werde» wir mittels dieser Dampfschiffsverbindung schon binnen sechs oder sieben Tagen nach Bokhara gelangen können, was wieder für unser religiöses Leben ein großer Vortheil und eine noch größere- Zeitersparniß sein: wird. Müssen wir doch jetzt, wenn wir irgend ein nee oder 'w enrro errSe rS’Ep ^aus Bokhara benöthigen, immer warten bis eine Karawane nach dieser Stadt abgeht, die dann gewöhnlich, wenn sie unterwegs glücklicherweise keine Begegnung mit einer Räuberbande hatte, fünf brs sechs Wochen zur Hin- und Herreise bcnöthigt. Einzelne Reisende dürfen diesen Weg gar nicht zittuck-. legen, da seit dem neulich erfolgten Tod des Emirs; Mnzzafar Eddin das südliche Bokhara wieder von . Räubern nnd Wegelagerern wimmelt. Man befürchtet indes; hier, das; nach Eröffrlrrng dieses Dampfschiff-,' fahrtsvcrlehrs unsere Gemeinde bedeutend abnehmen werde, da dann viele Mitglieder derselben nach der' Hafenstadt Kalif übersicdeln werden, welcher Ort chon jetzt einen bedeutenden Verkehr mit Bokhara, Khiwa, Rußland nnd Europa hat/ - - UriscrStatt' ’i

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