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Der Israelit · 1886-04-15 · Heft 30 (15.4.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 30 (15.4.1886)
Date
1886-04-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
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531 auch m des Gslnth Nacht, wir Ursche ht&m, irrS der ErlöftrnZ csf Mizrasim zu frenen/' — Asch weiter aber gchm die Werfe« und lehre«, daß nicht nur da Galnth, sonder« euch m de« Tagen des Messias die Freude an der Erlösung aus dem ägyptischen Sclaveujoche dieselbe bleibe« wird*). — Zeitungsnachrichten und Correfposderrzeu Deutschland. Berlin, 11. April. Der Hamb. Korrcsp.- berichtet von hier: „Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß das hiesige russische Generalkonsulat, nachdem es während der jüngsten Wochen die Msinmg der Päpe solcher Israeliten, die nach Nußlaüd reisen wollten, von der Genehmigung des russischen Ministers des Innern abhängig gemacht, jetzt diese Mstrung wieder ohne Weiteres vornehme." Berlin, 12. April. Herr Rabbiner Marmorstein in Schildberg ist «ach langem, vergeblichen Harren vom Minister des Innern endlich trotz seiner ungarischen Staatsangehörigkeit bestätigt! worden. Es geschah auf Verwenden eines dcutschsreisinnigcn Abgeordneten, der in einer Audienz Herrn v. Pnttkamer die Verhältnisse des Herrn Marmorsrein nnd der Gemeinde Schildberg darlcgte lind nm die Bestätigung jenes Herrn dringend bat. Der Minister ließ sich durch keine Vorstellung erweichen; erst, als der betreffende Abgeordnete Herrn v. Puttkamer erklärte, daß die finanziellen Verhältnisse der Gemeinde Schildbcrg ungünstig seien und deßhalb kein deutscher Rabbiner sich dorthin liiclbcii würde, rrnncbcrtc der Minister, dass er diesbezügliche Erkundigungen c'inziehcn wolle und, da diese die Angaben des bctr. Abgeordneten erhärteten, wurde die Wahl dcS Herrn Marmorstcin ohne Weiteres bestätigt. — Wie deni BerlinerTagebl. aus Landsberg a. W. tclcgraphirt wird, ist daselbst am gestrigen Sonntag Herr Dr. Feßler aus Mannheim zum Rabbiner der Gemeinde gewählt worden. Diese Wahl erregt deßhalb Interesse, weil, wie Ihr Erfurter Eorrespondcnt mitthcilte, Dr. Feßler auch von den Repräsentanten der Erfurter Gemeinde^ mit großer Majorität gewählt worden ist. Welche Stelle der Herr acccptircn wird, bleibt abznwarten. Eventuell würde sich Erfurt zu einer neuen Wahl rüsten müssen. — Das Programm des Rabbiner- *) Wir bcschNrsten filr birjrs Jahr unsre l^Nänmgen-drr »Hagadah", um, so lyott will, im nächsten Jahre damit sortzusahren. S e w:» 2 rs Hst durch die sehr umfangreiche wissenschaftliche Beilage erst setzt fettig gestellt werden könne« und wird unmürrlbar «ach dcm Pcßachseste zur Versendung gelangen.? t Mefftvgrserk, 7. April. Unser Lenzmonat, der xrzrffh cm, in dem wir das Peßachsest, das Fest unserer Erlösung, feiern, gewinnt hier diesmal eine höhere Bedeutung dadurch, daß der verehrte Eigenthümer des obengenannten Werkes, Herr Gustav Hirsch "2 mit seiner Familie jetzt fernen Wohnsitz von Berlin hierhcrverlcgt hat. Die hiesigen Werke zählen mit zu den vornehmsten der Metallindustrie und die Fabrikate sind im Inlaudc sowie auch im Anslande sehr geschätzt. — Daß neben diesem praktischen Streben auch das ideale Zudeuthum in Herrn Hirsch einen eifrigen Vertreter hat, der ps *pi ny ,nm in schöner Vereinigung zur Geltung bringt, ist genügend bekannt. Gehören ja doch von jeher rrn rrnayi rron zu den hervorragenden Tugenden der Familie Hirsch, rmd ist daher das hohe Ansehen, das sie genießt, ein wohlverdientes. Des Allgütigen Segen möge, auch ferner der verehrten Familie Hirsch stets zu Theil werden! — . . Wunstorf, 12. April. Eine Feier, wie sie wohl selten begangen wird, vereinigte am letzten Sonnabende unsere Gemeinde. Herr Micha e i G old sch m i dt, eines nuserer achtbarsten und ältesten Gcmcnidcmitglieder, hatte mit dem heutigen Tage 50 Jahre lang das Amt eines Mohel versehen, und die Gemeinde hatte große Vorbereitungen genossen,, um dem 77 Jahre alten, alleinstehenden Manne, der auch durch Erdcngüter nicht gesegnet, durch reiche Geschenke und Festlichkeiten diesen Tag zu einem recht freudigen zu gestalten. Am Freitag Nachmittag wurden ihm die Geschenke der Gemeinde, des FraucnvcreinS und der einzelnen Mitglieder vom Eomits überreicht. Vor Freude konnte der ehrwürdige Greis kaum sprechen. Durch einen für diesen Tag eingerichtete» Ehorgesang gewann auch der Gottesdienst an Feierlichkeit. Nach dem Gottesdienste fand im Hanse des Herrn Levy ein Festes- . sen statt, zn welchem die ganze Gemeinde, Männer> Frauen nnd Kinder erschienen waren. Nachdem Herr . Vorsteher Lö w e nst e Ul dem Jubilar die freudige Mitthcilung über die Verleihung des -on Titels vom Herrn Landcsrabbirrer gemacht hatte, hielt Herr Lehrer Schoeps eine längere Ansprache an den Jubilar,, in der er ihm den Dank des Judenthums in herzlicheil Worten ausdrückte. Herr Lehrer Spanier ans Neustadt, der zur Feier hicrhergckourmen war, ließ den Jubilar in humorvoller Rede hoch le-

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