Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 28 (8.4.1886)
- Date
- 1886-04-08
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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- Beirut 3× ep/1047833
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nicht minder wichtig wie die Unterstütznngsfrage und hiebei wäre vielleicht eine Idee durchführbar, die ich schon mehrfach vcntilircn hörte. Auf den rar zu Kowno, Wolosyu u. s. w. befinden fich junge Leute, die ein große Äennrniß der jüdischen Wijienschasten besitzen, denen jedoch die profane Bildung mangelt. Wie wäre cs, wenn das Eoume einige dieser Jünglinge hicherzichen würde und ihnen eine weitere Ausbildung angcdemcn ließe? Auf diese Weife würden Rabbiner dem Seminar entstammen, die auch dieses Namens würdig wären. Der Gedanke wäre an sich sehr schön; ob er wohl erwogen wird? Zeitnrrgsuachrichten und Correspondeuzen. Deutschland. Glogau, 5. April. Zu der Artikelserie: „Eine Hetzpredigt neuester Art", (der Vortrag des Rechtsanwalts Herrn Lehmann - Dresden) erlaube ich mir zu bemerken, daß Herr Oberrabbiner Dr. Landau die Ausführungen des Vortragenden nicht stillschweigend angehört, vielmehr sofort seine Mißbilligung über die Verletzung der religiösen Gefühle k. ausgesprochen. A. Levin, Kantor. Syrien. Beirut. Unsere Stadt gehört zweifelsohne zu den ältesten Städten der Welt und einer Sage nach soll dieselbe schon zur Zeit des Patriarchen Abraham bestanden haben. Wahrscheinlich ist es, daß dieselbe schon zur Zeit des Patriarchen Jakob bestand, denn derselbe erwähnte ans seinem Sterbebette schon der Stadt Sidon und so dürfte^ damals auch schon deren weiter nördlich gelegene Schwester Beirut existirt haben. Die Phönizier besaßen bekanntlich, trotzdem ihr Ländchcn sehr klein war, fünf Hauptstädte oder See-Emporien: Sidon (;ts), Tyrus ("nH, Aradus (inx), Berytus (nnwa) und Biblus (b:) und dürften dieselben, wenn schon nicht zu gleicher Zeit, so doch nach einem Abstande von nur wenigen Jahren, nach und nach gegründet worden sein. Die Phönizier waren ja, wie die Geschichte uns erzählt, Meister im Städtegrnnden, und übertrafcn sie hierin sogar die Amerikaner, denn sie besaßen an der nordafrikanischen Lüste allein nicht weniger als dreihundert Städte, die soinit wie Pilze aus der Erde gesprossen sein müssen. In der heiligen Schrift kornnlt der Name unserer Stadt zum «stea Make im Bache Ezechiel <E. 47. V. 16.) vor, wo es heißt: an» nrtro rcn bx -M jcrm nsn bzs pw jsrai bsi 72 pTj. ^Von Hamath (wird die Grenze) über SÄrajim nach Bernchi lausen, welches (d. h. Srbrajim) zwischen dem Gebiete von Damascus und dem von Hamarh liegt durch den mittleren Hof, der an der Grenze von Havran liegt,- mit welcher Prohczeihung der Prophet andcnten wollte, daß in Zukunft (w2? *rrp>) die Nordgrenze Palästinas an Beirut vorüberlaufen und dieses selbst somit noch zum heiligen Lande gehören wird. Da Beirut zn den fünf Hauptstädten der Phönizier gehörte, so stand dasselbe gewiß schon in den frühesten Zeiten in lebhaftem Verkehre mit dem jüdischen Reiche und in den Tagen .des Propheten Ezechiel dürfte auch schon eine jüdische Gemeinde hier existirt und geblüht haben. Heute ist selbstverständlich keine Spur mehr von den Phöniziern in Beirut vorhanbcit; eine jüdische Gemeinde existirt aber noch heute hier, welche sich nicht so sehr durch ihre Größe als durch ihren Wohlstand und ihren Geschäftsgeist anszeichuel. Beirut ist bekanntlich die Hafenstadt von Damascus, und diese ist die Hauptstadt der Provinz Syrien, wodurch Handel und Verkehr hier stets blühten. Die Anzahl der hier lebenden Juden, die noch vor kaum einem halben Jahrhundert ungefähr dreihundert betrug, beläuft sich heute auf circa dreitausend, unter denen die Fremden jedoch schon mitiubegrifien sind. Dieselben bewohnen indeß nicht, wie in den meisten anderen orientalischen Städten, ein eigenes Viertel, .sondern blos eine eigene Gasse, da eine solche für sie schon genügt. Die meisten Inden hier sind arabischer Abstammung, wie überhaupt das Arabische noch heute nebst dem Italienischen die am meisten hier gesprochene Sprache ist. Jndeß finden sich auch türkische, griechische, spankolische, italienische, französische und deutsche Juden hier. Die Gemeinde besitzt blos eine Synagoge, der man ein sehr hohes Alter beilegt. Nach einer mündlichen Ueberlieferung soll dieselbe gar schon zur Zeit des zweiten Tempels existirt haben und soll ihr Baumeister ein Phönizier gewesen sein. Dieselbe kann mehr als fünfhundert Beter fasten und besitzt fie auch eine kleine Vorhalle. Die Gemeinde honorirt auch einen Eliacham (Rabbiner), der gewöhnlich aus Jerusalem geholt wird, und unterhält sie auch mchrere Linderschnten. Auch die Alliance JsraLlit besitzt hier eine Schule, die vortrefflich geleitet wird. Ucberhanpt ist für das Schulwesen hier im Allgemciitcii sehr gut gesorgt, da die verschiedenen nationalen und religiösen Gemeinden, die hier existircn, darin wetteifern, wer von ihnen die