Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 28 (8.4.1886)
- Date
- 1886-04-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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i'J 4SS brste Schule besitzt. Da Beirut heute, nachdem scme ehemakZen SchweAerfradte Sydon, Tyras, Aradus und Brölus schau längst zerfallen und Ramenhaufen geworden sind, die erste See- und Handelsstadt Syriens ist, so ist unsere junge Welt schon frühzeitig bestrebt, sich das nöthige kaufmännische Winen und die Kenntnis; der vorzüglichsten Handclssprachcn ürizn eignen, und so kommt es, daß das Italienische und das Französische unter den Juden hier allgemein verbreitet sind. Die vielen hier erscheinenden Zeitungen, von denen die meisten in arabischer Sprache edirt werden, zeugen gleichfalls dafür, auf welch einer hohen Bildungsstufe die hiesige Bevölkerung sieht. Sogar der Erzbischof der syrischen Katholiken (Maronitcn) hier hat sein eigenes Organ, das „En-nadschnch (der Stoßer, d. h. der Fortschritt)" heißt und das den Juden gegenüber eine freundliche Haltung beobachtet. Ueberhaupt muß man der katholischen Geistlichkeit, die hier sehr zahlreich und mächtig ist, besonders aber den Jesuiten, wenn man dieselben mit der Geistlichkeit und den Missionären der anglikanischen Kirche vergleicht, nur das beste Zeugniß ausstcllen. Nie hört man hier davon, daß katholische Geistliche den Versuch gemacht haben, eine jüdische Seele zu sangen oder gar zu kaufen, obgleich sie in ihren gut geleiteten und ebenso gut besuchten Schulen, in die sogar auch mancher jüdische Kaufmann seine Kinder sendet, das beste und ergiebigste Jagdgebiets dazu hätten. Dagegen drängen die englische Missionäre hier einen Jeden ihre arabischen, syrischen , oft sogar auch hebräischen Tractatlein auf, auf die sie gleich Geldversprechungen und Aussichten aus eine gute Altersversorgung folgen lassen. Dieselben haben es zumeist auf die aus Rußland und Polen hier eintreffeuden Jerusalempilgcr abgesehen, die gewöhnlich mit dem nervus rerum nur sehr spärlich versehen sind und daher bald in die Netze dieser Seelenfänger, die zum größten Theil leider ihre eigenen Landsleute, d. h. gleichfalls russische oder polnische Juden sind, gehen. Einer dieser Missionäre besitzt, sogar, wie ein großer Rabbi, sein d"p ^22 und mit den nöthigen D’cmsD dazu, so daß cs einen förmlich anheimelt, wenn man dessen Studirzimmer betritt. Als derselbe nun einst einem jüdischen Orientreilenden seine herrlichen D’jiE'tn 2wnnw, sämmtlich Wilnaer Ausgabe zeigte, sagte I dieser lächelnd zu ihm: Mine Mittel crlaubreu es mir leider nicht, mir so J>iele und auch so kostbare anzuschaffen, ich muß mich daher nur mit einem sMi und mit einem irm» begnügen. Und wer sind dieser pvrn und dieser prvw? frag neugierg der Mssionär, worauf dieser erwidert: rs npsi p *2 pw;n rar rn 28 H prrs prtn rrp^N „Ich bin der Erste, spricht Gott (Jesaias C. 44, B. 6). Da ich keinen Vater habe, und ich bin der Letzte, da ich keinen Sohn habe und außer mir gibt es keinen Gott, da ich nicht einmal einen Bruder habe." Der Missionar schwieg und sperrte seinen Bücherkasten zu. . -.. TNrhrigr Vöfirngerr ssnvkorr ein: Lehrer und Vorsänger Schlesinger in Mergentheim. Daniel Dreyfuß in Ussheim. Lehrer M. Hurwitz in Grevemnacher. Lehrer und Eantor M. Joseph in Solingen. Sutzmann Wolfs in Köln. Lehrer Ackermann in WieSloch. Lehrer Dublon in Kirchberg. Joseph Berligheimer in Mühringen. Hermann Buxbaum in Ernsbach. Isaak Rosenlhal in Wronke. Jettchen GanL in Rotenburg. Adolf Stein in Messelhausen. Isidor -Stein in TaubcrbischofShcim. Moritz Spiro. in Rhcinberg. Isidor Henschke in Neumark. Salomnn Rosthandler in Boch'nia. Lehrer Lazard Marx in Hayingen. Samuel Senders in Prag. Frau <5. Jfscrlin in Proftken. A. Tavrdsohn in Landsberg. E. Stein in Mcssclhausen. Heinrich Heinemannn in Burgsinn. Zoseph Samuel in Zülpich. Z. Reckendorf in Heidelberg. Lehrer und Eantor Rüben Jakob Lccrmccster in Kesin'ch. Lehrer Natha» Nkedermann in Neckarbischofsheim. Salomon Kaufmann in Köln. Lehrer A. Levy. in Bcrwangcn. H. Brinitzer, Adolf Bachrach, Mina und Ernestine Veiler in Ottweiler. Enoch Reich in Vescritz. Ignaz Gönczn und Rosenbcrg in Aba. Simon Sundbeimer in Gießen. Frey in Szerdahely. Briefkasten der Ncdaction. Herr S. V. i» C.: I) ja; 2) nein; 3) eS dars an Peßach nur solcher Zucker genossen werden, dessen Fabrikation z» diesem Behufc ist beaufsichtigt worden. Briefkasten der Expedition. Für emgesandten Zettel mit Nr. 2185 liegt ein Brief bei unS. Dir bitten um Angabe der Adresse, da solche nicht bei* gelegen. *tttr <-vt )