Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 28 (8.4.1886)
- Date
- 1886-04-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2449600-2449629--24092-2513789- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Da wäre nun die güaftigc Gelegenheit gegeben, MnäLK zu statniren, daß dir^crwähnts Gefttzbestmivmng (§. 75.), imb mltliln auch die £k?n crstonenen DnrchführnngsverordumrZen ihre Wirksamkeit auf die BuksDina nicht zu erstrecken hätten, was «ach AnsSaunng der ehrfurchtsvoll Gefertigten einzig und allem das richtige Remedürm wäre. Sollten jedoch dagegen unüberwindliche Schwierigkeiten cntftchen, so bitten wir ergebenst im Namen der Religiosität und Gerechtigkeit, wenigstens dem von Herrn Dr. Menger und Genostcn eingebrachren Gesetzentwürfe in seiner jetzigen Fassung vollauf zuftimmen zu wollen, damit wenigstens die Genossenschaften selbst in autonomer Weise über das Schicksal ihrer Mtglieder und Angehörigen zu entscheiden in die Lage kommen; indem wir fest überzeugt sind, daß dann nicht nur die jüdischen, sondern auch die christlichen Gewerbetreibenden die hochverehrten Mitglieder des hohen Abgeordnetenhauses als wahre Vertreter des Volkswohlcs verehren und ihrer mit steter Dankbarkeit gedenken werden. Wir haben cs gewagt, in der vorliegenden Angelegenheit mit offenem Freimuthe und mit bescheidenem Ernste an die hohe Versammlung unserer Volksvertreter, in deren Hand das Schicksal unserer geliebten Mitbürger gelegt wurde, heranzittreten. Möge die heilige Sache, die wir damit vertreten, unsere Offenheit entschuldigen und möge unser vertrauensvolles Hoffen ans die gütige Berücksichtigung unserer ehrfurchtsvollen Bitte baldigst in beglückender Weise in Erfüllung gehen." Czernowitz, 10. März 1886. thäügkeit ausüdrc. Die uns so aus den ^elften Gemüchsregungen zu Thell gewordenen Gaben wurden mech durch die Ausgaben für die in der Anstalt wellenden Kinder absorbirtl NcnmmdfiinfZig Waisen wellten im abgclaufenen Jahre in der Anstalt; von diesen waren dreißig ans der Rheinprovinz und neunundzwanzig aus Westphalem Entlaßen wurden neun Zöglinge, die alle mit neuer Garderobe versehen und sich in den betreffenden Lehren zu unserer Freude entwickeln. Ausgenommen wurden elf Zöglinge. Vier Zöglinge besuchen das Gymnasium und erhielten dieselben am Schluffe des Schuljahres zufolge ihrer guten Führung und ihres bewiesenen Fleißes Prämien; die anderen werden in der Anstalt selbst unterrichtet, lieber die Grundsätze, die uns bei der Erziehung und dem Unterricht der Kinder leiten, haben wir uns schon so häufig ausgesprochen, daß wir eine Wiederholung nicht für angebracht halten. Wir sorgen für einen guten Elementarunterricht und wo sich besondere Anlagen zeigen, werden diese berücksichtigt und ausgebildet. - Durch das Leben im Hause, durch die angemessene Feier der Festtage, durch das Festhalten an unseren ehrwürdigen Gebräuchen, wie durch den in der Anstalt stattfindenden Gottesdienst wird unfern Kindern eine religiöse Grundlage für ihr späteres Leben gegeben. Der Unterricht in der Religion und im Hebräischen wird nnt Sorgfalt behandelt. Die Einnahmen betrugen 43,163 Mk. die bis auf 3162 Mk. verausgabt wurden. ZeiLrrngsrrscherchLerr trab Korrespondenzen. Deutschland. Paderborn. Dem sechsnndzwanzigstcn Jahresbericht über die israelitische Waisen-Erziehungs- Anstalt fiir Mädchen und Knaben aus Westphalen und Rheinland zu Paderborn entnehmen wir: Auch in diesem Jahre hat es unseren Waisen an der Gunst und dem Wohlwollen ihrer früheren Wohlthärer nicht gefehlt. Nach wie vor kamen kleinere und größere Liebesgaben aus der Nähe und Feme. Freudige Ereignisse veranlaßten edle Menschen auch unserer Waisen zu gedenken und sie so an ihrer Herzensfreude Theil nehmen zu lassen, und wo das Familienglück durch dunkele Schatten getrübt, wo Trauer und Leid in die Herzen einzog, auch da gedachte man noch alter edler Sitte nnsercr Waisen und milderte den eignen Schmerz um Eltern, Gatten oder Kinder indem man nach den Geboten unserer heiligen Religion Werke der Liebe und Wohl- Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 1. April. Nach der ernste» Verhandlung über die Hochschule im Abgeordnetenhaus folgte das antisemitische Satyrspiel; Herr Türk zeigte dem Hause, wie Leute über das Hochschulwesen sprechen, denen das Wissen und das Berständmß abgeht, um sich an solche Fragen heranzuwagen.' Herr Türk, der Generalredner gegen die Ausschußanträge — die Antisemiten erscheinen in dieser Bndget-Debatte auffallend oft als Generalredner — behandelte das Thema vom rein antisemitischen Standpunkt, das heißt, er klagte über die Eoncnrrenz, welche die Juden den Nicht-Juden in allen Bernsen bereiten, zu welchen man durch die Hochschulbildung gelangt, und er verlangte, cs möge durch ein Gesetz festgesetzt werden, daß die Inden an den Mittelschulen und an heu Universitäten nur in einem solchen Percentsatze zu« gelassen werden sotten, in welchem sie in der Btvölkcrnng vertreten sind. Selbstverständlich fordert Herr Türk gleichzeitig, daß die akadelnische Earriere '' '' ■ ■ -1„„- , - ■