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Der Israelit · 1886-04-01 · Heft 26 (1.4.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 26 (1.4.1886)
Date
1886-04-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Couftitummg des Königreiches Italien Ließ cr sich endlich herber. Äs SectronS-Chef ms Unterrichtsmmiitcrillm cmzrrtreLen, welchen Posten er bis zu ferner im vorigen Jahre erfolgten Pensiomrrmg bei- - behielt. Aber in allen seinen SteLungen vergaß cr nie, daß er dem JndemhnMe angehöre, und lieferte er sogar manchen religiös - pädagogischen Artikel für die Zeitschrift: „I/LäueLtors IsrneUtL (der jüdische Erzieher)". Wir dürfen ihm daher ins Grab Nachrufen ctom -p my-i (Möge Gott Dir die ewige Ruhe gewahren! — In Folge der Demolirung des hiesigen Ghettos sind finfhundert jüdische Familien, Lärm firuf kleinere Synagogen und die TÄMud-Thoraschule obdachlos geworden, und mußte man sie in provisorischen Räumlichkeiten nnterbrmgen. Wir ertragen indeß gerne altes dieses Ungemach, wissen wir Loch, daß cs im Interesse und zum Wohle der-cwigen Roma geschieht, die nun ans ihren Ruinen und ihrem tausendjährigen Schutte in neuem Glanze und in neuer Schönheit erstehen wird. — Der Ingenieur Angelo Luzzat.ti, von dem ich Ihnen erst kürzlich gemeldet, daß er vom Könige von Siam die Concession zur Ausdeutung der Goldminen auf der Halbinsel Malacea erhalten, ist hier eingettoffeu, und hat eine Vorlesung über dieses indische Reich gehalten, der auch mehrere Staatsmänner und Celebritätcn der Wissenschaft anwohnten. — Aur 25. v. Mts. wurde in Turin im dortigen Spttale S. Giovanni Battiste die Statue des am 25. Juli 1885 verstorbenen Advocaten, Baron Alessandro Tod ros, der diesem Krankenhause 309,000 Lire und denr Armenasyle in dieser Stadt 200,000 Lire vermacht hatte, feierlichst enthüllt. Vor einigen Tagen fand im Rabbiner-Seminar zu Livorno die übliche Scmestral-Prüfung statt, wobei die ersten Preise die Zöglinge R a c a h (Sohn des gleichnamigen dortigen Rabbiners und Mitreredacteurs des „Corriere Israelitico*), Castelli Eolombo erhielten. — Der berühmte Philolog und Orientalist, Dr. Leonello Modena wurde zmn Unterbibliothckar au der königlichen Bibliothek zu Parma ernannt. — Der Advocat Enrico Bafsaui ln Ferrara hat der dortigen Talmud- Thoraschnle, deren Direktor er ist, ein noch nnedirtcs Mannscript vnw r.p; rcrw nte, 1>n« Werk eines Ferrarenser Rabbinn's, znm <4cfdictifc gcnracht. Tie jüdische Gemeinde in 3!on(Mli cl'Ognlki.r. bcjitzt, trotzdem sie drea 120 Mitglieder zählt, tue* der ritte Synagoge, noch einen Hasan, noch ein Seser Thora, noch einen jüdischen Lehrer. Dieselbe hält nicht einmal am Sabbat!) Gottesdienst, mir oh den otou bw lheiiigeri Festtagen) versammeln sich die Gemeindemitglieder in einigen Privathäuseru und halten daselbst ihre Andacht ab. vh rbt* bx rrao. lieber solche desolate religiöse Zustände darf inan wirklich weinen. — Der junge Baron A. Fr a n che-t ti, cm naher Anverwandter des Welt- Hauses Rothschild, der ein berühmter Tondichter ist, setzt eben die in feinem Aufträge verfaßte Oper „Israel und Nesta", deren Sujet aus der jüd. Geschichte genommen ist, in Dkusik. Dieselbe wird vier Acte haben und ist ihr Verfasser der Florentiner Literat A. Fontana. Das Libretto soll eine vorzügliche Arbeit sein. Ru ß l a n d. Bodrrrisk, 26. März. Seine Majestät, der Kaiser, haben Allergnädigst geruht, nnferm allverehrten Mitbürger, Herrn Chajim Boas Rabinowitz, das Ehrenantt eines Präsidenten des Comitö's zur Deaufsichttgung der Gefängnisse zu übertragen. Mit diesem Ehrenamte ist das Tragen einer kaiserlichen Uniform verbunden. B a b y l o n i e n. Hikleh (Babel) am Euphrats (Schluß.) Heute werde ich Ihnen eine Hochzeit in der Stadt Habel schildern. Da auch hier die jungen Leute sehr früh heirathen, die Mädchen schon zu elf, zwölf Jahren/ die Knaben von zwölf Jayren an und weiter, so kann unter solchen Umständen von einer vorhergegangene» Bekanntschaft des jungen Pärchens fcibstverständUch keine Rede sein. Gewöhnlich begeben sich die Eltern des jungen Mannes zu denen des Mädchensund fragen diel'elben, ob sie geneigt wären, ihre Tochter ihrem Sohne zur Frau zu geben. Folgt auf diese Frage eine bejahende Antwort, so wird dann noch vereinbart, wie hoch sich die Mitgift belaufen werde und wann die Hochzeit ftattzufinden habe. Die anderen Angelegenheiten, die noch zu ordnen sind, werden einem Schadchen (arabisch: Dallal, d. h. der Führer, Vermittler) zur Schlichtung übertragen, der mm zwischen den beiderseitigen Eltern solange hin- und herlanfen muß, bis Alles geordnet ist. Hieraus wird dann bestimmt, wann die Verlobung ftattzufinden habe utid ob dieselbe ohne oder mit Kidnschin erfolgen solle. Im ersteren Falle begibt sich der Bräutigam mit seinen Eltern und Anvcrtvandtcn in das Hans der Braut. tvo »tun die own tEiieeotitlaetc) verlesen mib von beiden Parteien unterzeichnet werden. Der Bräntigant übet schickt dann leinet Braut, die er vor dein Hochzeitstage gar tifctjt zu selten bekommt, durch seine Mutter einige Schmmksachen oder einen Geldbetrag als Gcschens, und das junge Pär-

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