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Der Israelit · 1886-04-01 · Heft 26 (1.4.1886) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 26 (1.4.1886)
Date
1886-04-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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'.ivrAnttnv&.ri :%•■ 456 Auf den finanziellen Thcil unseres Erposös übergebend, bemerken wir, daß die Einnahmen des Vereins im abgelaufencn Jahre pro fl. 4647.31 gegen das Vorjahr eine Abnahme von fl. 839.58 zeigen, welche Summe jedoch mit Berücksichtigung des Eassarestes vom Jahre 1884 pro fl. 365.85 auf den Benag von fl. 473.73 reduzirr wird. Dieser Mindereinnahme ist indcß keine sonderliche Bedeutung beizulegen, da dieselbe zumeist freiwillige Spenden bcrriffr, wahrend die maßgebende Einnahmsauclle des Vereines, die Jahresbeiträge der ordentlichen Mitglieder, nur wenig zurnckgegangen ist. Dagegen zeigt sich in den Leistungen unseres Vereines, gegen das Vorjahr wieder eine ansehnliche Avance u. zw. in der Höhe von fl. 298.61, indem wir für Zwecke der Krankenbeköstigung und Unrcrstützung den bisher in keinem Jahre erreichten Betrag von fl. 3910.74 verausgabten. Tic Ausweisung der Kranken während der Pekachseiertage, die sich gleich dem Vorjahre sowohl auf Nnterbrachte im k. k. allg. Krankcnhanse, als in der niederösterr. Gcbäranstalt, städt. Versorgungsau statt, Rudolfspital u. s. w. ersrrcckre, verursachte uns eine Ausgabe von fl. 509 90, demnach auch hier eine Mehrleistung von fl. 34 70 gegen das Vorjahr. Allerdings hatte diese Finanzgebarung tiw Verwaltnugs - Deficit von fl. 368 65 im Gclolge. Es wäre nun unsere Aufgabe, letzteres zu rechtfertigen, rcsp. darzuthun, warum wir nuferen vorjährigen beschränkteren Einnahmen größere Ausgaben entgegensetzten. Wir mutzen neuerdings und immer wieder betonen, daß insolangc uns-nicht ausreichende Mittel zu Gebote stehen, allen an uns herautrercuden Ansprüchen Genüge zu leisten, jeweilige Deficite unvermeidlich sind. Wir können angesichts des sich uns darbieteudcn Elends so vieler unserer armen kranken Glaubcnsgcosscn unfern Blick nicht auf tobte Zisfernkolonnen richten und der verzweifelte Ruf nach Speisung übcrtönt die Stimme des rechnenden Ealcüls. Wir wollen es daher auch diesmal nicht unterlasten, unsere Mitglieder um ihre fortgesetzte Mithilfe zu bitten und denselben im Interesse unserer leidenden Bruder imhclegen, dem. Vereine durch. Werbung neuer Mitglieder erhöhte finanzielle Mrüftc znittsnhrcn. Rur dadurch wird cs uns möglich, nuferer Ausgabe vollends zu entsprechen. I t a l I e it. Nom, 25. März. Am vergangenen 25. Adar (2. d. Bits.) wurde in V i v o i n o an dem Hause, ln dem einst der große und unvergeßliche M oscs Montefiure das Licht der Welt erölickrc, (Bia Reale Rro. IO) ohne irgend welche Eercuomie ein Gedenkstein angebracht, damit er den spätesten Geschlechtern dieses Ereigniß verkünde. Dieser Gedenkstein wurde ans Kosten der jüdischen Gemeinde in dieser Stadt beigestellt, wahrend die Inschrift ans demselben den Literaten Prof. Aleflandro d'Aucona zum Verfasser hat. Dieselbe bautet: 814. PERPETUO RICORDO CHE AI 24 OTTOBRE 1784 QUI NACQUE . SIR MOSES MONTEBTOEE IN SIRIA IN RUSSIA AL 1IAROCCO IN RUHESIA INDEFESSO APOSTOLO DI TQLLERANZA AD OGNI .SORTA SVENTÜRE SENZA DISTINZIONE DI GENTE O DI FEDE LARGAMENTE PIETOSÖ 1CORTO IN RAHSGATE AI 28 LUGLIO 1885 ONOPvATO DAI POTENTI DAI HISERI BENEDETTO. „Es sei znul ewigen Angedenken, daß am 24. October 1784 hier Moses Montefiore geboren wurde, der in Syrien, in Rußland, in Marokko, in Rumänien ein unermüdlicher Verkünder der Duldsamkeit war und bei allen Unglückssällen ohne Unterschied des Volkes und des Glaubens reichliche Unterstntzuitg gewährte. Er starb zu Ramsgate am 28. Juli 1885, geehrt von den Mächtigen und gesegnet von den Armen." — In Florenz ist vor einigen Togen Commendatore ProsperoPadoa plötzlich' einen! Schlagansalle erlegen und hat depen Hmscheiden große Trauer in ganz Italien hervorgernsen. Der Veftorbene (geb. 1811 zu Modena) gehörte schon seit seiner frühesten Jugend dem Geheimbunde der Earbonan an, der bekanntlich die Einigung Italiens aus seine Fahnen geschrieben hatte und dieselbe nöthigenfalls auch mit dem Blute seiner Mitglieder erkaufen wollte. Als nun 1848 in Modena die Revolution ausbrach, da wurde Padoa in die provisorische Regierung daselbst berufen, und gehörte er auch jener Deputation an» welche Karl Albert, bem Vater Victor Enrauuel's, im Aufträge der Modencnscr, die Krone ihres Landes anbot. Später lebte er als Verbannter in Toscana. Genna nnd Turin, und war cs in letzterer ^radt, wo er die Bekanntschaft Eavonr's, des großen italienischen Staatsmannes, machte, uüt der» ihn bald eine innige Frenndschast verband. Eavonr bot seinem jüdischen Freunde mclncrc glänzende und einträgliche Staat",imler an, die aber dieser inögesammt abtehnte und es vorzog. sich lieber von seinem Wissen» er war Doctor der Heilkunde, zn ernähren. Rach

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