Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 25 (29.3.1886)
- Date
- 1886-03-29
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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fUattatt, 15. März, .errett rra not har sich vorige Woche in der Nachbargemeinde Neuem in Böhmen folgender Weise bewahrheitet: In N. wohnt, seir einem Jahre verheiratet, ein jüdischer Doctor Advokat, denen Ehegattin vor 14 Tagen von einem erstgeborenen Kinde, männliche» Geschlechtes, entbunden wurde. Aus zärtlicher Batcrliebc ließ der Advokat das Kind nicht beschneiden. Dagegen wollte er, als Mitglied der dortigen isr. Cultusgcmeinde, am verflossenen Sabbath snp in die Synagoge kommen, um seinem neugeborenen Liebling einen Namen (nach jüdischem Usus bei Mädchen) beilegen zu lassen. Die Antwort des Rabbiners auf die diesbezügliche Frage von Seite des Cultusvorftandes fiel negativ aus: Bon einem -vr biy darf nicht getagt werden ^n»\2 icp topn! Frankreich. Paris. Der berühmte Naturforscher und Arzt Dr. Pasteur, der eine Methode zur Heilung der von einen! tollen Hunde Gebissenen erfunden hat, will ein größeres Hospital errichten, da seine Wohnung die vielen Heilungsuchenden nicht fassen kann. Zu diesem Zwecke werden Sammelbogen umhergeschickt, um das nöthige Kapital aufzubringcn. (Die von dem französischen Parlamente zu diesem Zwecke bewilligten 240,000 Fr. erwiesen -sich als unzureichend.) Einen solchen Subscriptionsbogen brachte inan auch bcm Baron Alphons von Rothschild, der unter demselben einen Strich zog, die Summe der gesanunclten Beträge mit 41,000 Fr. berechnete und dann zu seinem Kassirer sagte: .Zahlen Sie die gleiche Summe. Ein Blatt machte hiezu die Bemerkung: „Wer's hat, kann's thnn aber nicht jeder thut's, wenn er es auch kann. Rußland. Petersburg, 26. März. Dem „Russki Kurjer" zufolge ist die Roth unter den Juden in Witebsk sehr groß. Am 7. d. MtS. nnilagerte eine große Menge hungernder Juden, welche nach Brod schrie, die Läden der reichen Kansicnte, und Nnhestörnngen wurden nur dadurch verhindert, daß die jüdischen Kauflenie sofort eineSnbscriviion veranstalteten und unter die Hungernden Echwarzbrod vcrtheilten. Moskau, 2 t. März. Bor ungefähr 5, Jahren petilionirlen die hiesigen Jitden an das k. Mini» flcrhuii in Pet ersbnrg und baten um dir Er. lanbniß znm Ankauf fine* (Grundstückes und zur Elbannng einer neuen Synagoge,- die alte ist ein schmntziges, altes, verfallenes Gebäude, das lange nicht mehr für die hiesigen Verhältnisse ausrricht. Das Ministerium in Petersburg verweigerte die Erlaubniß mit der Bemerkung, daß die Juden in Moskau nur geduldet seren und keine Gemeinde- Rechte besitzen; daher die Erlaubniß znm Ankauf eines Grundstückes und die Erbauung einer nenen Synagoge verweigert werden müsse. . Jetzt endlich, am wiederholte Vorstellung bei dem hiesigen General-Gouverneur Fürsten Dolgornki, der in jeder Beziehung ein gerechter, liberaler und gutherziger Mann ist und feit feiner- Amtirung die hiesigen Inden väterlich beschützt, hat nun derselbe aus eigener Initiative den hiesigen Inden Corporations-Rechte verliehen, ihnen die hohe Erlaubniß zum Bau von einer neuen Synagoge, vonSchulen, Waisenhaus und Mikwah ertheilt. Der Vorstchcr der hiesigen Gemeinde, Herr Staatsrath L. S. Poliakow, ein sehr geachteter Mann, hat nun am Schuschan-Purim eine Versammlung in der alten Synagoge abgehalten und den Mitgliedern diesen hocherfreulichen Entschluß des edlen Fürsten mitgetheüt, welcher mit einer allgemeinen freudigen Erregung ausgenommen wurde. - / Gleichzeitig wurde eine Liste aufgelegt und namhafte Beträge gezeichnet, so daß mit Beginn des Frühjahres die Bauten in Angriff genommen werden können. . ~ Bobrnisk, im Adar 11. Seit wenigen Tagen weilt in unsrer Stadt der neuberufene Rabbiner der hiesigen Aschkenasim-Gemeinde *), nachdem dieser Rabbinatssitz fast fünfJahre verwaist gewesen. Siekönnen sich denken, welch' freudige Aufregung die Ankmrst des so lang ersehnten Rabbiners hervorrief. Davon legte auch deutlich die nach Hunderten zählende Menge Zeugniß ab, welche trotz des entsetzlichen Schneewetters sich Nachts 12 Uhr zur Begrüßung am Bahnhof eingefundcn hatte. Die Spitzen unserer Gemeinde hatten sich, soweit sie nicht dem Herrn Rabbiner eine Strecke entgegcngefahren waren, vollzählig versammelt. tn'svbttsi 'm ist weit und breit als bedeutender *pnt 'p2 bekannt. Er ist der Sohn des 7": yb pw, einstigen Rabbiners in Kowno, nnd Schwiegersohn des p« \'ivhm n2'p-2 7"2nii ‘7 j-Hya a-7 -tyfln*n, an welcher berühmten na'e" er Jahre lang vortrug. Sein letzter Wirkungskreis war Rowo-Alexandrowsk. Möge er fich recht heimisch bei mtff fühle« nnd möge cs ihm vergönnt sein, eitle reiche Thätigkeil hier zn entfalten. *) Im |tt dm «Ijafiiblm, dl, sich ^rphardim" NtttNkN.