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Der Israelit · 1886-03-29 · Heft 25 (29.3.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 25 (29.3.1886)
Date
1886-03-29
Page
– (sequence 5)
Language
German
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441 discheu Feiertage und des Sabbat rc. Zu einem solchen Anträge sagen? „Bleiben Sie mir mit dem vom Halse, meine Tdchter ist nicht in orthodoxen Anschauungen erzogen, sie würde sich in diesen Fesseln unglücklich fühlen, eine solche Partie nimmermehr 1" So würde Herr L. als guter Vater, als Ehrenmann sprechen, es würde ihn auch eine „reiche Partie" nicht locken, seine Tochter in ihr unerträgliche Fesseln Zu schlagen. Könnte man nun nicht ebenso gut sagen, daß die Neologen die Verschwägerung mit den Orthodoxen meiden? Da sieht man wie Herr Emil Lehmann seine Waffen fabricirt. Von einem principiellen Meiden und namentlich von einem solchen, das von orthodoxer Seite verschuldet wäre, kann doch nicht die Rede sein. Daß sich nun dieser antisemitisch angehauchte Semite gerade wie seine Vorbilder zum Schluß aus. den Germanen von reinem Blute hinausspielt,, zeigt er darin, daß er zum Schluß das Verlangen ausspricht, die Leitung der Alliance müsse aus den Händen der französischen Juden in die der deutschen übergehen. Wir suhlen uns ebenso deutsch wie Herr Emil Lehmann; wem es aber bis jetzt noch nicht klar war, daß die Leitung der Alliance in den Händen derer zn verbleiben hat, bei denen sie bisher gelegen, der ist wohl durch die Schrift des Herrn Emil Lehmann eines Bessern belehrt. In Deutschland gibt es unter den Männern der neologen Richtung doch noch immer solche Fanatiker, daß es ein Wagnis wäre, die Leitung der Alliance in die Hände - der deutschen Judenheit zu spielen. Zeitungsnachrichten und Correspoudenzett. Deutschland. Fürth. Dem Jahres-Bericht der Gabriel Rießer'schen Stipendien - Stiftung in Fürth vom Jahre 1884/85 entnehmen wir, daß die Einnahmen die Ausgaben r>or>5 M. betrugen: Für die Vertheilung standen 3800 M. zur Verfügung. Eittgtlanfen waren 27 Bewerbungen; davon konnten o Bewerbnngttt nicht berücksichtigt werden. Bis jetzt sind im ganzen eingekonnnmen 257 Bewerbungen; hievon sind 70 nnbernckjichtigt geblieben, :i von den Bewerbern lvieder zurückgezogen und 184 berücksichtigt wordctt. Dtez, iu. März. Der Verein zur Errichtung eltttü Israel. Rcichserziehnngshanscs schlicht mit nächstem Monat das erste Vierteljahr seiner Thätigkeit. Der nie erkaltende Wohlchätigkeitssinn seiner Glaubensgenosseu hat au diesem edlen Werke sich neu bewährt, so daß die Errichtung des Erziehungshauses selbst dann nur eiue Frage. der Zeit wäre, wenn die Beschaffung der Dttttcl allein auf die Beiträge und Spenden der Vercinsmitglieder. sich beschränken würde. Die Opferfreudigkeit vieler,, die mit rühmenswerthem Eifer über den schweren Anfang auch dieses Strebens leicht hinweghalf, sowie das hohe Interesse, das diesem gottgefälligen Werke allseitig begegnet, dürften in verhältnißmäßig kurzer Zeit den Leitern des Vereins die Genngthuung schaffen, mit freudigem Herzen bekennen zu müssen: Das Erzielte , ist genügend, das ganze Werk zu machen, es ist noch übrig." 'w dh nrrn roN^cm Altona, 15. März. Bei der heutigen Wahl eines Stadtraths in Ottensen an Stelle des verstorbenen Herrn Otto Arnemann wurden im Ganzen 204 Stimmen abgegeben. Davon fielen auf Sonncnberg 180, auf Bockris 24 Stimmen. Mithin ist Sonnenberg (Israelit) zum Stadttath gewählt. Oesterr.-Ungar.Monarchie. Pefth, 19. Marz. Die „Ungarische Post„ erklärt auf Grund ihr von*authentischer Seite zugegangener Informationen die Gerüchte über angebliche antisemitische Ruhestörungen in Zala-Egerszeg für vollständig erfunden. Militär sei bloß anläßlich der Abgcordnetcnwahl dahin beordert worden. . Brody, 22. März. Man schreibt der „P. C.": Die hiesige Handels - und Gewcrbekammer hat sich an den Handelsmim'ster mit einer Beschwerde wegen vexatorischen Borgehens des hiesigen russischen Konsuls bei Bidirung von Reisepässen gewendet und das Ansuchen um Veranlassung der Abhilfe gestellt. Die Handelskammer behauptet in der Beschwerde, daß den Juden die Reisepässe nur nach bestimmten Gegenden Rußlands vidirt werden, sonst aber die Bidirung von der vorher einznleilcnden Genehmigung des russischen Ministeriums abhängig gemacht wird. Dieser Vorgang werde mit einer bisher nicht bekannt gegebenen, wenigstens aber nicht Anwendung gebrachten Verordnung des russischen Ministeriums begründet. Es sc! einleuchtend, daß dadurch einzelne Handelsleute Schaden erleiden und im Bcrtchrc Störung verursacht wird. Brvdy, 25. Mürz. Zum Rcichsraths-Abgembnctcit her Handelskammer an Stelle des verliorbencll Abg. M n 11 i r wurde Dr. Moritz Ro stust o ck, Gutsbesitzer von Skalat, mit Stimmenmeht' heit gewähtt..

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