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Der Israelit · 1886-03-25 · Heft 24 (25.3.1886) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 24 (25.3.1886)
Date
1886-03-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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biimmo feuerte ab und verwundere tödtlich einen - der Aufwiegler, Constantiu Sava; die Anderen ergriffen die Flucht. ' Am 18. August vereinigten sich die Bewohner von Brusturoasa und einigen benachbarten Dörfern, Gomancsti, Palanca 2c., zu 400 bis 500, au der Spitze der Priester Nicolas Teodoreanu, um eine gröbere Attaque gegen die Juden vorzuuehmen. Dieser Priester, Bruder des früheren Maire's, wurde als der Aufreizer zu diese» Unruhen genannt. Gr war Astcrpachter der Sägemühlen von Brusturoasa und man sagte, er wolle 'David Grünberg fortbringcn, um an seiner Stelle die Leitung der ganzen Domainc zu übernehmen. Man behauptet, daß er kurz vor diesen Vorgängen die Thatsachen weissagte: „Ihr werdet es sehen, harte er zu einigen Bauern geäußert, binnen wenigen Tagen werden die Deutschen (die Juden) nicht niehr das Heu mähen." Am 18. August, an der Spitze einer großen Bauern-Truppe und als polnischer-Jude gekleidet, durchzog er mit ihnen das Dorf Brusturoasa und wies ihnen die von Juden bewohnte» Häuser an. Am Sonntag, den 19. August, Abends, vertheilten sich die Meuterer in kleine Truppen von 20 Mann und stürzten sich auf die Hauser der Juden, zerschlugen die Fenster und Thüren, plünderten und zerstörten Alles, was sie vorfande» und jagten die jüdischen Familien hinan«; sic vertrieben in dieser Weise HO Familien, die zusammen 119 Köpfe zählten, stießen sic bis an die Grenzen der Gemeinde Brusturoasa und entfalteten dort ein Lanner mit der Inschrift: „Verbot an die Juden, die Gemeinde zu betreten, bei Androhung von Mißhandlung." Sobald der Maire von Attan, dein angrenzenden Dorfe, erfahren hatte, daß die vertriebenen Inden sich ans dem Grund und Boden seiner Gemeinde befänden, sandte er 50 Manu Bnrgcrwchr, um sie zn verjagen. So wurden diese Unglücklichen von Gemeinde zu Gemeinde bis Momcsti getrieben. Dort sandten sie telegraphisch eine Protcstation an den Minister; auch einige christliche, österreichische Handlucrfcr benachrichtigten die österreichische Lcgation von den Vorgängen und baten sie, zu Gunsten der Juden cmMrcttn. Die Negierung mimrnrc eine Untcrsnchttttgs-Gommission, welche ans dem Dircctor des Ministeriums des Innern, dem Präsidenten und lttttersttchnngs-Nichter ans Bacan bestand. Diese Eommission begab sich nach Lrnsinroasa, stieg bei Teodoreann, denr Hanptnrheber der Unruhen ab, und begnügte sich danlit. den jüdischen Pächter vmzntaden, nm von ihm Gonscisionen für seine Ar. beiter z» fordern; sie traf auch Maßnahmen rrm die Rückkehr der Juden nach Brusturoasa zu erleichtern. Keiner der Unruhestifter wurde verfolgt, und die Juden. nicht entschädigt für die erlmruen Verluste. Man macht uns darauf aufmerksam,, daß die christlichen Bewohner von Brusturoasa stets im besten Einvernehmen standen mit der indischen. Bevölkerung, wovon die Hälfte im Orte selbst geboren und die andere Hälfte seit vielen Jahren dort ansässig ist. und daß hier, wie fast an allen Orten Rumäniens, die Verfolgungen durch einige Rädelsführer und vornehmlich durch die Behörden veranlaßt werden. Mar 0 c c o. Tanger. Es sind zwar schon einige Wochen verstrichen, seitdem die hier residirenden Vertreter Englands, Frankreichs, Spaniens und Italiens beim Minister des Auswärtigen hier, Sid Mohamed Vargasch, Schritte geniacht, damit er die Regierung seines hohen Gebieters bewege, den bekannten kaiserlichen Ferman m Betreff der Fußbekleidung der Juden wieder zurückzunehmen, die Folgen davon sind indeß noch immer ausständig und so müssen daher unsere Glaubensgenossen im marokkanischen Reiche noch ferner baarsnß cinherschreiten und so jedem Gassenbuben und jedem Bettler daselbst als Zielscheibe ihres Spottes und ihrer Witze dienen. Mohamcd Vargafch hat zwar heilig zugesagt, seinen ganzen Einfluß beim Sultan dafür cinzusetzcu, damit er den erwähnten Ferman zurücknehme; man darf jedoch den guten Willen dieses Staatsmannes und ehemaligen Fellhändlers nicht identisch halten, mit dessen Können. Mohamed Vargafch ist nämlich was Politik und Staatsverwaltung anbelangt, fast ohne jeden Einfluß bei seinem Gebieter, da die ganze innere und äußere Politik Marokkos in Fez gemacht wird und zwar ausschließlich vom Sultan und dem Großvezier. Zwar hat Mohamed Vergasch das Recht, sich Minister des Auswärtigen tituliren lassen zu dürfen; er ist indeß nur so eine Art Generalbotschafrcr des Sultans hier, der die Noten und Wünsche des in nuferer Stadt residirenden diplomatischen Gorps entgcgennimmt, sie nach Fez weiterexpedirt und dann Letzterem die Antwort seiner Regierung darauf znkvmmen läßt. Wie ich jedoch Gelegenheit hatte, Privatschreiben ans Fez zu entnehmen, haben unsere Brüder im marokkanischen Reiche für jetzt leider fast gar keine Aussichten, daß der Sultan seine Mmimtß gegen sie zum Bessern änbcni werde, da derselbe jetzt mehr denn je ans das

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