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Der Israelit · 1886-03-25 · Heft 24 (25.3.1886) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 24 (25.3.1886)
Date
1886-03-25
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XLVN. Jahrgang. LeLtevder Nrtrkel. Ltterarischer Bericht. Erstes Lesebuch zweiter Thell der Deutschen Schreib-Lese-Mel. Ausgabe B. Bearbeitet von Raphael Cohn, Lehrer an der Knabenschule der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Preis cart. 60 Pf. Verlag der Stühr'schen Buchhandl. (S. Gcrstm ann), Berlin. Das vorliegende Erste Äsebuch schließt sich mr die von demselben Verfasser bearbeitete Deutsche Schreib-Lesefibel an und ist als zweiter Theil derselben erschienen. Es soll das Kind zur Lesefertigkeit führen, seinen Gesichtskreis erweitern, seinen Verstand scharfen und sein Gemüth veredeln. Deßhalb bietet es Erzählungen und Beschreibungen, Rächsel und Gedichte, die in angemessener Weise abwechseln. Der Verfasser hat überall den geeignetsten Lesestoff, den er den hervorragendsten Jugendschriftstellern entnahm, gewählt und war bedacht, das inhaltlich Verwandte zusammenzustellen, vor allem zu dem Zwecke, daß das Kind die ihm gebotenen Denkobjekte ohne Schwierigkeit von verschiedenen Seiten kennen lerne. Zeituugs«achrichterr «rrd Correspoudeuzen. De u t s ch l a n d. Gleiwitz, 22. März. Die lebenslängliche Anstellung des Herrn Dr. W. Münz zu unserem Rabbiner hat die Bestätigung der Königl. Staatsregierung erhalten. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Jxieskarekegla&s. Hier wurde der jüdische Einwohner Herr Adolf Wachs mann nun schon zum dritten Male zum Steuereinnehmer und Gemeindekassier mit Stimlnencinhelligkcit gewählt. Dem Kassier der Ortsgemeinde obliegt zugleich die Pflicht, - das Kassenamt der römisch-katholischen Klrchenge-; meinde zu versehen. Somit Ist ein Jude der Kassier; der katholischen Gemeinde 11 l i n t k. f Fran freich. \ Paris. (Monatsbericht Februar) der „Alliance Israelit Universelle." (Israeliten Rumäniens.) Zu Anfang des Monats Juli 1885, frnib unter den Bauern der Domaine Brusturoasa, welche das Eigertthum des Fürsten Chica und an einen Juden, Namens David Grünberg, verpachtet ist, ein Anfftand gegen die Juden statt, über den man bis jetzt wenig unterrichtet war, und welcher traurige Folgen hatte. Anbei die Thatsachen nach dem Adverul asuprn re> voltei de la Brosturoasa, welchen Dr. E. Schwarzfeld diesbezüglich veröffenllicht hat: In der Nacht von; 8. Juli überfiel eine Truppe Bauern, an deren Spitze der"Schulze, Mihalache Popovici, und die Beigeordneten, einige jüdische Hauser mit Steinwürfen; sie zerschlugen die Scheiben, versuchten die Thören einzubrechen und schosse» durch die Fenster. Die Gemeinde-Behörde verständigte zwar den Unterpräfecten von den stattgehabten Unruhen, fügte aber hinzu, daß die den Angreifern entgegen gesendete Wache die Flucht ergriffen habe, wegen der drohenden Haltung der Bauern, ohne daß auch nur ein einziger der Schuldigen erkannt worden wäre. Der Procurator und der Präfect begaben sich an Ort und Stelle und »bezeugten sich, daß der wahre Grund dieser Unruhen, weder das Elend der Bauern, noch die Härte des jüdischen Pächters sek, — den man ganz mit Unrecht anklagt — sondern die ununterbrochene Aufreizung des Ortsschulzen und seiner Beigeordneten und verlangten die Auslösung, dieser Behörde. Diese Maßregel hielt jedoch die Unruhen nicht auf. Am l5. August, einem Feiertag, verbrachte eine Anzahl Bewohner der Gemeinde, darunter der frühere Maire, den ganzen Tag in den Wirthshäusern und führte laute Schimpfreden gegen die Juden. Nach Mitternacht gingen sie zu dem Hanse von Jtzig Lerb, zertrümmerten die Fenster und zerstörten die Thür, Jtzig Leib flüchtete mit seiner Frau und seinen vier Kindern. Die Angreifer drangen in das HanS, beraubten und zerstörten die Möbel; der Schaden betrug mehr als 4000 Frcs. Die nächste Nacht suchten einige Bauern die Wohnung eines andern Juden, Moseö Adelstein, auf, der bei einem Christen, namens Spiridon Padureano, zu Miethe wohnte. Dieser letztere, welcher seinen Miether schon mehrfach gegen den Ueberfall der Bauern geschützt hatte, bedrohte jeden mitdeniLode,deres versuchen würde, dem Inden etwas zu Leide zu thnn. Doch nahmen die Angreifer hiervon keine Notiz nnd zogen auf das Hans. Pa-

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