Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 24 (25.3.1886)
- Date
- 1886-03-25
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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man ans UrckemckM dieses Gesetzes für den einzig richtige», für den einzig maßgebenden bei Aufstellung desselben ML, die ganze Bedeutung denclbeu erblicken , und deshalb, weil nach der Anschauung Vieler dieser Grund heute hinfällig sei, fiele auch das ganze Gesetz heute weg, fei veraltet und überlebt. Man behauptet frischweg: das Spciscgesetz sei ein Sanitätsgesetz, das nach damaliger Auffassung über gesundheitsschädliche Nahrung und örtlichen Erfahrungen hierüber entstanden sei. Wie oberflächlich *) und seicht diese Erklärung ist, davon überzeugt uns ein Blick auf die,Lorschrist des biblischen Gesetzes. Nachdem GottMoscheh und Ahron die Zeichen -er reinen und unreinen Thiere und Fische mitgetheilt und die unreinen Vögel aufgezählt, damit sie cs dem Volke Israel mittheiten, schließt Er mit den Worten: nrn p?n 722 nx ns;pt*n 7x 'i -2X 2 -O2 2^x2221 2N2 ^22.1 r-r^ ixrrn X7V3X tynD -2 n-mo or-m DHwnprni -2X -2 -pxn 7j? rein prn Jzz D2-nrc: nx 2-07M 227 nvn7 2-^LQ pxe ornx r6j?an :*:x rnp -2 2*r-np erv-m Also nicht aus Gesundheitsrücksichten, nicht ans einem rein persönlichen, physischen Grunde wird uns dieses Gesetz gegeben, sondern weil wir durch Enthaltsamkeit und Beschränkung im Gennsic »ns k ä utern und rein halten sollen, weil wir uns heikige« sollen, da auch der Ewige nnscr Gott heilig ist, Er, der uns herausgeführL hat, der »ns heransgebrächt hat aus Egypten, um uns als Gott zu sein, und damit wir Ihm gleich werden. Und so heißt cs auch im Abschnitt o-rnp, in welchem all das aufgezählt wird, was zum Heiligftin gehört, am Schlüsse: pi nxo27 minisn ncnun VcrrrarM nx '&pvn "^ne7 xcen M7i2H irx nonxn roimrx 7221 ^21 nen22 *) Anm. Auch Autoritäten, wie Dirchöw l,aben oft ein vdrrslöchliores Urthrik, wenn Nr die betrefsendrn Ouetten eines «^ejrpes nicht tennen. Virchow fllaut't nämlich den wahren t^rund des jüd. Spriit^esrveo (er kennt darunter nur das Ber bot des <r»kturssrs von Echweinefleilch) flksirnden zr» hadu«. Vor mehrereri Jahren wrirde nämlich ein Arabrrstanrrn am nntrren Garden drrrch kennst von dern »rleilche kirres trichirrerrliallisien KtidichwetnkS krank. Daß Vorkommen dieser.«kranlhrrt arich im crtn.l soll die positive Veronlatittttg gernesci« sein, da), Moscheh das Lchweiuefleisch Uklboten habe. Und solche Nrthklir heisren dann: eract» Wissens chast licht Nr ged nisse! rx r-.ip '2 trvpp .'b errn -E^27 .'b nvrfc a-ayn ja b:pk. Vnsäo Daß imfcrt körperliche Eniährimgswcise mit unserer, geistigen Nahrung in einem gewissen Verhältnisse stehen muß, das wird Niemand bestreiten, der vernünftig lebt, der ans Alles im Lebm achtet, der auch den scheinbar geringfügigsten Dingen Beachtung schenkt. Daß nicht Jedes und Alles einem Jeden zuträglich ist, diese Erfahrung zu machen, hat ein Jeder die Gelegenheit. In der Schöpfung sehen wir die merkwürdigsten Grenzen gezogen. Da uittcrschciden wir zwischru Pflanzen- und Fleisch - fressenden Thiercn. Dem Menschen allein liefen! Pflanzen- und Thierreich gleichmäßig die Nahrung. Daß er aber von allen Thieren und von allen Pflanzen, die genießbar, esse» dürfe, wie das so vielfach als felbstverständlich heute hingcstellt wird von denen, die sich mit unserem Spcifegesetze nicht befreunden wollen; auch diese Behauptung kann nur eine beschränkte sein, da die Natur schon von selbst Schranken zieht. Daher fällt auch der Grund weg, den man fiir diese Behauptung anfstellt und in die gewöhnliche Frageform kleidet: „Wozu denn die Thiere da seien Wahrscheinlich nicht blos deshalb, damit der Mensch nur eine recht bunte Speisekarte habe. . Aber selbst von den erlaubten Nahrungsmitteln,, die der Gefammtmenschheit zur Verfügung stehen, kann nian noch nicht behaupte», daß alle einem Jeden zuträglich waren. Sitten und Gewohnheiten der Menschen bedingen, möchte ich sagen, ihre Nahrung. Und jeder einzelne Mensch hat darin. Gewohnheiten, so daß er die Nahrung, die dem Andern als Leckerbissen gilt, ganz und gar nicht schmackhaft findet. Im Allgemeinen können wir also die Behauptung aufstellen: die Menschen betrachten als ihre Nahrung das, was ihnen Sitte und Gewohnheit gerade als solche am Besten und Zuträglichsten erscheinen läßt. Von individueller Neigung -und Geschmacksrichtung, sowie auch zum Theil vom sanitären Standpuncte aus, lassen die Menschen sich leiten bei der Wahl ihres Nahrungsstoffes. Und so weit geht sogar diese individuelle Geschmacksrichtung, daß oft die Menschen die sanitäre Rücksicht vollständig nnbeachtet lassen, wie das ga«sz. besonders heute der Fall isi, wo man sich weniger an eine naturgemäße, einfache NahrungSweise hält, die dem GesammtorgarrismllS des Men. fdjeit zuträglich, für die leichteste VerdannngSfähigkett des Magens berechnet, als vieltkkehr sich davon bcstinnnktt läßt, ob die Nahrung bem Munde angenehm, den verwöhnten Gaitmen kitzelt und reizt.