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Der Israelit · 1886-03-18 · Heft 22 (18.3.1886) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 22 (18.3.1886)
Date
1886-03-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
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-ZW machen ist, btstatigi. und es Herrn Tr. Deutsch anheimgegeben, sich um das für die Bekleidung eines Äabdmars in Bayern uörhige bayrische Iudigcnat zu bewerben, sowie die Voraussetzung des §. 27 des tzditts vom IS. Zum 1813, die Lerhättnine der jnd. Glaubensgenonen in Bayern bcrrcftcnd, nachträglichst zu rrsüllen, wozu sich derselbe gerne bereit rrklätt hat. Berlin. Einer unserer geachtctsren Mitbürger, der Mitinhaber des Hauses N. Israel., Herr Jacob Israel, ist zum Königlichen Eommercienrath ernannt worden. Berlin, 15. März. Einem größeren hiesigen der Textil-Braüche angchörigcn Hause, ging vor einigen Tagen per Postnachnahmc eine Kiftchcn Aepfel aus dem Württcmbergrschen zu. Das Haus zahlte die Nachnahme in dem Glauben, irgend eine Spinnerei oder dergleichen sende rin Muster von Werth ein, und war nicht wenig erstaunt bei Ocffnung der Kiste anstatt Muster, Eßäpfc! vorzusinden, die allerdings ganz prächtig waren. Dem Kistchen folgte ein Begleitbrief, in dem der Absender angab, „daß in Folge der Bestellung laut Postkarte u.s. w., hierbei die Aepfel u. s. w. folgen." — Das hiesige Haus hatte nie Aepfel bestellt und wandte sich nunmehr an das k. k. Postamt mit der Frage, auf welche Weise cs wohl seine „Postnachuahme" zurückerhaltcn könne u. s. w. — Das k. k. Hauptpostamt erwiederte in höflichster Weise, daß täglich solche Sendungen aller Arten von Waaren mir „Postnachnahme" hier cingehcn, die die Besteller niemals bestellt haben, und welche dann erst Beschwerde führen, wenn sie dieNachnahme erlegt und sich getäuscht sehen. Das Publikum möge sich selbst schützen und solche Packcte von Orten und Firmen, woher cs solche nicht zu erwarten hat, einfach nicht a n n e h m e n. Packele bleiben daun acht Tage, ehe die Post dieselben zurücksendet, in Berlin liegen, inzwischen haben die angeblichen Empfänger Zeit die ihnen unbekannten Absender über die Sendung zu befragen, und können daun, falls die Sendung an ihre Adrcge in Ordnung ist, dieselbe immernoch von der Post in Empfang nehmen. — Das Berliner Tcxtil-Haus schrieb dem Württemberger-Hause, das sich entschuldigte, die Postnachnahmc rctournirte, aber auch die Postkarte einsaudte, worauf die Bestellung erfolgt war. Die Postkarte erwies sich als gefälscht. — Wenige Tage nach Retournirung der Aepfel, empfing das Berliner-Haus von dem Neichstagsabgeordneien Parisins ein Schreiben, ans welchem wir wörtlich zur Warnung des Publikums Folgendes mitthctlen: „Bestellungen oiif falschen Namen werden planmäßig fett Jahr und Dag gegen viele Inserenten des ^erchsfteuudcs" verübt, nrrd Mar mir Len Unttrüörifiai: Engen Richter; H. Hermes: früher auch Lr. med. Straß manu. Ans verschiedenem anderen Unfug, der verübt wird, ergibt sich, daß örc Scrfoiicr der Karten ein „Antisemit" ist. oder daß sich mehrere Antisemiten, die im Mittelpunkt der Stadt wohnen, dazu verbunden haben. Eugen Richter har eine Menge solcher Karten der Polizei oder der Staatsanwaltschaft zngcsandt, mau hat aber den Thäter trotz charakteristischer Handschrift nicht entdeckt, doch soll ein städtischer Beamter im Vordach: sein u. s. w. Pose», im März. Wie tief das religiöse Element, trotz mannigfacher Ausschreitungen in unserer Gemeinde noch wurzelt, geht aus folgendem Umstande hervor. Seit Begründung der hiesigen Börse ist es Usance, daß an Sabbaten und jüdischen Festtagen keine kauftnännischen Zusammenkünfte stattfindcn und ebenso an diesen Tagen, so wie hinsichtlich Spiritus während des ganzen jüdischen Osterfestes nichts gekündigt werde. Zn jüngster Zeit wurde in kaufmännischen Kreisen eine Agitation gegen diese Usance rege und es kam in dieser Woche zu einer Generalversammlung der bethciligtea Börsenbesucher. Es wurde jedoch mit überwiegender Majorität beschlossen, die bisherige Usance aufrecht zu erhalten. Unsere Gemeinde hat wiederum einen schmerzlichen Verlust zu verzeichnen. Herr Meyer Hamburger (Begründer der Firma: Meyer Hamburger u. Sohn)- ist nach längerem Leiden entschlafen. Er war ein Alaun von inniger Religiösität und von wahrhafter, stets dienstfertiger Menschenliebe,, die er in unzähligen Fällen bethärigte; uamentlich waren 2"on rob’ci und d*.~.-hn nwan die ms, denen er am meisten oblag, und mittellose Durchreisende fanden nicht nur gastfreundliche Aufnahme an feinem Tische, sondern auch Hülfe zu weiterem Fortkommen. Zu letzterem Zwecke brachte er sowohl ans eignen Mitteln, als auch an Zeit nnd Mühe nicht unbedeutende Opfer, da er sich dem mühevollen Geschäfte unterzog, bei vermögenden Glaubensgenosse» Sammlungen für Bedürftige zu veranstalten, die bei seiner Beliebtheit gewöhnlich von Erfolg waren. Er' gehörte zu denen, von denen unsere Weisen sagen: enrit* i;m ir.\ Je seltener solche Männer werden, die still und bescheiden wirken, desto mehr ist es Pflicht, ihnen ein ehrendes Andenken zu bewahren. —b— Frankfurt a. M. In Nr. Ltt Ihrer gesch. Ztschr. macht ein Eorrespondent aus Po-

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