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Der Israelit · 1886-03-18 · Heft 22 (18.3.1886) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 22 (18.3.1886)
Date
1886-03-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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sc u feine Glossen darüber, dag die Math Israel irr ihre Statuten nicht die Beftimmung aurgenoN- Wll'habe, daß nicht Mitglieder der Gelände werden können. Es sollte doch erst Jemand um GcmttndcverhLltniffen urck Gemerndeorgavisatiou vertraut sein, ehe er sich erlaubt wir Unheilen über Melde in die Oemmlichkeit zu treten. Es ist doch wohl für die Aufnahme eines Mitgliedes in einer csf orthodoxem Standpunkt stehenden Gemeinde ein großer Unterlchied, ob das aufzrmehmende Mitglied einer Gesetzesübertretung sich schuldig macht oder gemacht hat, die ihm durch Umkehr gut zu machen fast unmöglich ist oder einer solchen, von der er zu jeder Zeit Massen kann, und von welcher er möglicher Weise durch Anschluß nn einen frommen Kreis erblassen wird. Ucbrigcns lehnt sich der betreffende Paragraph der Adath Jisrael fast wörtlich an den der hiesigen Math Jcschurnn, auch die hiesige Religionsgcscllschast schließt nur die in nicht religiös geschlossener-Ehe Lebenden und die n?D rosre Verwerfenden von der Aufnahme aus. Und daß die hiesige Rcligionsgcfellschast für die Organisation einer Gemeinde wohl als mustergiltig gelten darf, wird wohl auch der Herr Eorrespondent ans Posen nicht leugnen. Straßbnrg i. E., 14. März. Se. Maj. der Kaiser hat denr Präsidenten des Vcrwattungsrarhes dcs hiesigen isracl. Krankenhauses, Herrn BI u m- A»scher, den Königlichen Kronenorden vierter Elaffc verliehen,, und überreichte diese Auszeichnung Se. Durchlaucht, der Herr Statthalter, vor einigen Tagen dem Decorirten. — Die Mitglieder des genannten Verwaltungsrathes haben — um die große Verdienste ihres Vorsitzenden in etwas zu würdigen — das photographische Brustbild dcs Herrn Blum- Auschev in Lebensgröße am vergangenen Sonntag im Sitznugssaale anfgehängt. Ocsterr.-Ungar. Monarchie. Pesch. In Bezug auf den jüngsten Erlaß des Cnltusministers. erfährt Mc „jüd. P. Ztg." aus competcnter Quelle, daß Herr von Trefort das bestimmte Versprechen gegeben habe, die Direktoren der Mittelschulen anzuweifen, das Zeichnen vom Samstag auf einen andern Tag zu verlegen, ferner am Samstag möglichst solche Gegenstände' zu unterrichten, die das Schreiben nicht unbedingt erfordern. Ein hervorragender, bei der Negierung angesehener Abgeordneter wird, wen» der Erlas; wegen des Schreibens an: Sabbat nicht zurückgeuommeu wird, im Abgeordnclcnhaust eint diesbezügliche Interpellation tlnbringkn. England. London. In Folge eines von Herrn Dr. Gaffer cm die Angl. Icw. Affoc. gerichtetes Schreiben wurden den jüdischen Schulen -irr den rumänischen Städten Bacau, Bottnschan, Bukarest, Craiova und Jassy ein Beitrag von je 20 L. bewÄigt. Hcrr Dr. Gaster glaubt, daß durch diese Unterstützung der hcbr. Unterricht in diesen Anstalten wesentlich gehoben werden kan». Rumänien. Bukarest. Seit dem Inkrafttreten des Ber; lincr Vertrages, welcher die Gleichberechtigung der - rumänischen Inden aussprach, bestrebt man sich bk ' kanntlich den klaren Wortlaut derselben dadurch zu umgehen, daß man die Bürgerrechte der Jude» nn-4 die Bedingung ihrer Naturalisation knüpft «nd diese außerordentlich erschwert. Von rumänischer Seite wurde dies bestritten und behauptet, daß die Anzahl der Naturalisationen eine der Bevölkerungsmenge entsprechende sei. Die Rcdaction der Vista israelita", einer neuen hier erscheinenden jüdischen Zeitung, hat sich daher cin großes Verdienst dadurch erworben, daß sie fLnmÜiche Naturalisationen seit dem Berliner Vertrag zusammengeftellt hat. 'Aus dieser Tabelle ergibt sich, daß im Ganzen 67 Juden naturalisier worden sind, also ein verschwindender Bruchtheil der jüdischen Gesammtbcvölkerung der Bürgerrechte theilhaft geworden ist. Außer diesen 67 Juden, welche das In-- digcnät erhalten haben, mußte die rumänische Re- . gierung noch jene 883 jüdischen Soldaten natutaliflren, welche im letzten Kriege gedient hatten. Aber auch von diesen konnten nicht alle die Einbürgerung evhaltcn, weil einige Gemeinden ihnen die Ansfolgung der Schriftstücke, die ihre Identität fcstftellen sollten, verweigerten. Es wäre interessant, die Anzahl der Naturalisirtcn zu kennen. R n m e l! e n. - Philippopel. Bei seinem jüngsten Besuch . sprach sich Fürst Alexander den Spitzen der verschiedenen Eonfessionen dahin aus, daß-in Zukunft allen Einwohnern, ohne Unterschied der Race oder des Glaubens, alle Siaatsämter offen stehen werden. A s i e «. ' . ' ' Der in Bombay erscheinende „Perach" er» zählt, daß ’ bei Gelegenheit der Beschnetdung eines Söhuärens des Herrn David Sossoon, die Straße,- in welcher das Sassooii'sche Palais sich bcsindet, mit mehr als hooo Lämpchen illuminirt worden ist und über sott Gäste an dem Festessen Ihtilgcnouimtn.

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