Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 22 (18.3.1886)
- Date
- 1886-03-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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-iteJfgts, VS rmd , Rnl"? ar"> LrLMM, .WL§ :ze& . Fnrdrn.31 p&ra* ba^n. Mit cher-wm GnJM -_|f; für eile Zetten die LaWÄße CrsLrchtr ttenriÄrL zur Mabrüirg, Belehrung und Wrerrfgunz für üuser LolL^ Lesen wft diese GrschrLte' verßävdurßroll und zicüeu wir den Archen, den 'ße'bszsoL, wie es heißt:' zrr«rn ~pn£ rcjr so n^*.sn k) rcn ^Diese Purüntage mögen nicht schwinden aus der Mitte der Juden und ihr Andenken^ nicht erlöschen der ihren Nachkommen." ZeiKr»gs«achrichLerr «ab Eorrefpouderrzen. Deutschla it d. Zrrrrdorf (Bayern). Montag 1. Wcadar wurde die irdische Hülle des Herrn Simson Kahn von Altenstädt a. dl Iller, der fern von seinem Heim das Zeitliche gesegnet, dem Mutterschooß der Erde übergeben. Mit dessen Scheiden verlor die rsr. CulLusgememde Altenstädt eines ihrer besten Mitglieder; versah doch der Verblichene viele Jahre das Amt eines EulLnsvorftandes; ebenso bewährte er sich als aufopfernder fcra.. Seine alt-jüdischen Melodien an hohen Feiertagen erweckten die Andacht seiner Zuhörer, gleichzeitig war cr auch rzw ypm gewesen. na"s;n Oeftcrr.-Ungar. Monarchie. Krakarr. Ueber die Befreiung des Ehepaares Ritter wird von hier geschrieben: Am Mittwoch um 5 Uhr ZtachmiUags erhielt der Präsident des hiesigen Gerichtes vom obersten Gerichtshof aus Wien den tclegraph:scheu Auftrag, die wegen des Mordes an Franziska Mnich augeklagLen Eheleute Ritter sofort in Freiheit zu setzen. Landgerichtsrath Kesianowsky ließ die Verhafteten vorführen und theilte ihnen den Beschluß des obersten Gerichtshofes mit. Frau Gitel Mtter ward vor Freude einer Ohnmacht nahe; mitThränen in den Augen sprach ihr Moses Ritter Muth zn. Er ließ sofort einen Wagen bestellen, mn sich zu seinem-Verthcidigcr, dcm Univcrsitätsprofeffor Dr. Rofenblatt zu »begeben. Inzwischen verbreitete sich die freudige Rachricht .in ganz Krakau, eine riesige Menschenmenge versammeltk sich vor dem Gefängnisse. Man kann sagen, daß fast kein Jude zu Hanfe blieb, Alles eilte pm Gerichtsgebäude, mn die Befreiten zn begrüßen. Bicle drängten sich an Moses Ritter heran, um l.itra rr^? sr-Cagsn, nutz ma'Mtte. eu§ wn- , | ferch -£:d£:E hm .fes+ca * ScarWspTnch:-;-rTK; es wiettea uch rÄrevde Srenerrab. Als! endliL die Eheleute Ritter den Wagen brstirZerr,! Mttcr unLnfhörttchrn JubeLrufen dir-Juden . htm Wagen nach. Des. andern Tags sind Beide nach ihrer Heimach, nach Lutea abgererst. ... Der Angeklagte Stschlmsko soll einige Stünden vor fernem Tode, nachdem er mit den Sterdesacramenten versehen worden war, in Gegenwart der höchsten Gcrrchtspen'onen erklärt haben, daß er und die Familie Ritter am Tode der Mnich unschuldig seien. I t alie n. Nom. Mit dem Morgengrauen des 20. September 1870, an welchem Tage der weltliche Herrscherthron der Päpste zusammenbrach, begann auch für die Juden der Ewigen Stadt eine neue' Zeit, eine neue Geschichte. Israel durfte wieder stolz sein Haupt erheben und sich gleichsam als Mensch, als Sohn der ewig jungen und ewig reizenden Jtalia fühlen, während die Pforten seines Ghettos wieder, in das es früher römische Eorrsulcn, Imperatoren und Reges (.Könige) und später wieder die Pontifices (Päpste) emgeschloffen hatten, gesprengt wurden, um dessen Bewohnern den ungehinderten Auszug aus diesem allerältesten aber auch höchst ungesunden imj) höchst verpesteten europäischen Judenviertel zu gestatten. Es war dies ein zweiter Auszug aus Egypten (ensa n?nr) für die Kinder Israels. Denn, obgleich ihnen dreHänfer und Sttaßen, in denen sie, ihre Eltern und ihre Ureltern ihre Lebenstage verbracht, sehr lieb geworden waren und sie ihr Ghetto gleich einem zweiten Zion verehrten, sehnten sie sich dennoch nach geräumigeren, saubereren, helleren und lufttgeren Wohnungen, schon um ihrer zarten Kinder willen, damtt diese nicht mehr die verpestete . Luft ihrer bisherigen Behausungen einathmen müssen. Jubelnd und voll Dank gegen den Gott ihrer Väter begannen nun die römischen Inden ihre bisherigen Quartiere zu verlassen und in die bisher ausschließlich von Christen bewohnten Stadttheile zn übersiedeln. Aber mit dem Auszuge aus dem Ghetto, hörte auch die bisherige Brüderlichkeit und Gemeinsamkeit der römischen Juden, ebenso auch ihre Theilnahmc für einander und für ihre armen Glaubensgenossen langsam auf und drohten sogar baldigst gänzlich zn erlöschen. Die im Ghejto zuliickgeblicbcnen armen und kranken Glaubensbrüder spürten dies am ehesten und meisten. Während stc bisher nämlich zn jeder Stunde und zu jeder Zeli auf die Thcilnahme imb Unterstützung ihrer reichen