Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 22 (18.3.1886)
- Date
- 1886-03-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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382 Mordechaj fein Kolk zurück und ließ cs fein Glück und Wsh! m der Gstteslehre erblicken. nachdem ihm Gott gezeigt harre, wie nahe es dem Verderben war. „Und er redete zum Frieden all seinen Nachkommen." Dadurch glich er all jene inneren Spaltungen im eigenen Volke aus, so daß rs fortan nmnmhig zusammenftand, eines Sinnes und eures Herzens war, denn die überftandene Gefahr hatte ihm gezeigt. worin sein Heil, seine Ruhe und Sicherheit bestehe. 'ma ^»"nr^-rrrsn 12'? r.m r.s .nsüi :*nn Wie Moscheh sein Volk in der Gotteslehre unterwies, so auch Mordechaj, denn so heißt es: Worte des Friedens und der Wahrheit. Wenn Glück und Ruhe und Frieden von Bestand sein sollen, dann muß ihnen die Wahrheit zu Grunde liegen, muß die Wahrheit erkannt und geübt werden. Mordechaj benutzte die Gelegenheit und zeigte unserem Volke an der Hand der Geschichte, an der Hand der mm, wie nur das Festhalten an dem Bünduipe mit unserem Gotte uns schützt. Dadurch wurde die göttliche Wahrheit unserer Lehre bestätigt und bekräftigt, derrn es traf nur ein, wie es darin voraus gesagt wurde. Die vergessene Lehre wurde jetzt wieder in doppeltem Sinne ein Lehrbuch für unser Volk. Das waren die großen Eigenschaften Mordechaj's. Bescheidenheit gepaart mit unerschütterlicher Festigkeit, ein Mann des Friedens und der Wahrheit. Das sind auch die Eigenschaften, durch die wir nicht blos Gefahren von uns abwenden, sondern ihnen auch Vorbeugen. — Wie damals unser Volk durch sein Herandrängen zu dem Feste des Königs, durch die Sucht, es Andern gleich, ja zuvorzuthun, durch die Sucht nach Ehre in crasscm Gegensätze zur Bescheidenheit eines Mordechaj sich befand: ebenso tritt heute wiederum dieses falsche Streben, das auch in den letzten Jahren vielfache Zurückweisung erfahren, vielfach sogar Gefahren heraufbeschworen hat, zu Tage. Standhaftigkeit gehört heute nicht mehr zu den geschätzten Eigenschaften. Es ist daher nicht so sehr zu verwundern, daß die Existenz unseres Volkes so stark erschüttert worden, der innere Frieden geschwunden, Parteispaltungen cingeriffen und von einer jüdischen Wahrheit, diesem höchsten Stolze unserer Nation, kaum mehr die Rede ist, da Viele eine besondere hohe Wahrheit, die uns so hoch gestellt, so lang erhalten, die nutz Jahrtausende begleitet und geleitet hat durch alle Gefahren eines wechsrlvollcn Lebens, nicht : anzttemm; serrMess rüchr str den daraus sich trgefebm feimf«|sc2^n und Und wo ist brr Nüven, wo der Lorchs? Wo das Glück und dir Sicherheit, dir Ruh: und der Frieden, die Ehre und Achtung? Ws endlich die Wahrheit der Anhänger der modernen jüdischen Lnschmmngen, des modernen. Judenthnms? Haben sie wohl irgend welchen Gewinn an all Dem davon getragen? Feinde sind genug erstanden, die noch heute mit denselben Worten, mit denselben Anschuldigungen und Verdächtigungen, mit denen Haman unser Volk anschwärztc, es nicht ohne Erfolg versuchen, es den Völkern, in deren Mitte wir leben, nahe zu legen arra?? mr Wer hätte damals, als die Bewohner der Residenz Schuschan ohne Ausnahme zu des Königs Fest geladen wurden, vorauszusagen gewagt, daß nach kurzer Zett ein Haman erstünde und derselbe König ihm die Vernichtung eines ganzen Volkes gestatten würde!? Und wie lange ist es denn her, baß Niemand es hätte wagen dürfen, von UnAeichheit der Menschen, der Bürger und Unterthanen zu sprechen, da alle als Brüder sich umarmten, als gleichberechtigte Brüder, die aus den Schlachtfeldern gemeinsam für das Vaterland ihr Blut vergossen hatten — und 5 Jahre später? Und was ist daran Schuld? Woher stammt plötzlich der harte Ankläger, der erbitterte Feind? Wenn wir eine Parallele ziehen zwischen jetzt und früheren Zeiten und besonders der Zeit Hamans, dann wird die richtige Antwort ein Jeder sich selbst geben können. irr::“ jtrws rrn nw sr» „Ein Mann, cm Jchudi war in der Stadt Schuschan." Die Frage wird aufgeworfen, warum nicht steht: Ein Mann aus dem Stamme Benjamin? Die Antwort lautet: Weil er den Muth hatte, einem königlichen Befehle zu trotzen. Haman trug ein Götzenbild auf seiner Brust, und wer sich vor ihm niederwarf, mußte es also auch vor dem Götzenbilde thnn. Das war der Grund, warum Mordechaj sich widersetzte. Die Geschichte verschweigt, ob die übrigen Juden sich vor Haman und seinem Götzenbilde niederwarfen. Da aber nur von Mordechaj das Gegentheil berichtet wird, so läßt sich daraus der Schluß ziehen, daß er allem eine Ausnahme machte. Er war ein Jehudi, der sich vor Fürsten und Könige nicht scheute, sein Glanbensbekenntniß offen zu vertreten und im Vertrauen auf Gott, auf Recht und Wahrheit keine Gefahr kannte und fürchtete. Und er, dieser, einzige 'rnn'w'tt von damals, er gelangte zur höchsten Macht, zu höchstem Ansehen und ward der Retter seines Volkes. So möge das Purimfest »ns ans