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Der Israelit · 1886-03-18 · Heft 22 (18.3.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 22 (18.3.1886)
Date
1886-03-18
Page
– (sequence 3)
Language
German
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daß fr nicht ruht imb rüstet, mm es gilt -srgcu «ns dir Waffen der jfelßumbinig zu gdjrciiöusL Tic Schuld, daß dieser Feind immer wieder diese scheinbar abgenutzte ganz verbrauchte Warfe mit immer gleicher Gefährlichkeit gegen uns anzuwenden verstcht, liegt darin, daß vir immer Dieder in denselben Kchlcr verfallen, ihm immer dieselbe schwache Seite bieten. Do wir am leichtesten den Angriffen ansgcsetzt und zu verwunden sind. Es verlohnt sich deshalb wohl, ans der Geschichte, die uns heute Abend vorgclesrn wird und mw um Zahrransendc zunickversctzt, zu lernen, wie. man dem Feinde begegnen muß, um seine Pläne und Absichten zn vereiteln, rrrzn rzr,r2 n*n *t;rr r\*< TTffl Ten heißt es darin: „Ein jüdischer M LU u lebte in der Residenz und Mordechaj war sein Name/' Die Erklärer bemerken hiezu: irnr "N2'?2 rr:: rrcn rmz nrc m:?*pr ‘«me *ra?c 133? nro ram. „Das belehrt, daß Mordechaj irr seinem Zeitalter so viel galt, wie Moschch. zu feiner Zeit, von dem es heißt. Und der Mann Moscheh war sehr bescheiden." Bescheidenheit war bekanntlich die größte Tugend, die der Ewige an seinem Diener Moschch rühmte. Und bei jenem Lobe, das ihm aus göttlichem Munde gespendet wird, wird er mit dem Epitheton tr*s belegt. Auch bei Mordechaj finden wir, das; er die Tugend der Bescheidenheit in seltenem Maße besaß. Er rettet dem König das Leben und entzieht sich der Belohnung. . Za, selbst als Hamau von dem .König die Erlaubuiß erwirkte, alle Juden des persischen Reichs umdringen zu dürfen, benutzte Mordechaj nicht die Gelegenheit, fein Verdienst als eine Heldenthat hinzustellen, davon zu sprechen oder sich gar damit zu brüsten. Der wahre Mann rechnet sich nicht Alles, was er Gutes und Edles gethan, als Verdienst an, sondern halt es als eine einfache Pflicht, die er erfüllt Hat-Bcschciden sein bei hohen Tugenden und Verdiensten, das kennzeichnet den Mann, stellt ihn gerade darum um so viel höher, als Tausende Anderer, die ihre Verdienste dadurch schmälern, daß sie diesclbcn sich als solche am cchncn und von Anderen als Verdienste anerkannt wissen wollen. Neben dieser Bescheidenheit Mordechaj's aber sieht ebenbürtig, ja sie noch siberrageud seine F estigkeit und Standhaftigkeit. CTöcn7 zTcn mors icy nee no rnn;r ':iiq *|K nos ivz? vrre' mro-W .yit *?z7 cm 12111 icyl zrc tinn ^Wic Mcschetz in die Lücke «»trat. den» so heißt es: Er dachte sie zu vertilgen, wäre nicht Mofchch, sein ErwLtzlrer in die Lücke fingcrrercu; so auch Mordechaj, denn so kreißt cs: Er förderte das Wohl feines Volkes mrd redete zum Heile all ferner Nachkommen." - - Der bescheidene Moschch, der so vieles, persönlich Unangonchmc ertrug, konnte aber so fest und muthig cinfteheu, wo cs galt für sei» Volk zu wirren und zn wachen. Und dem Volke gegenüber, ' wenn cs gegen Gott murrte und sich verfehlte, zeigte er unerschütterliche Standhaftigkeit. Aber auch Gott gegenüber stand er ein für das fündige Volk. Nichts wollte er wiffen davon, daß Gott dem sich so oft und schwer versündigenden Volke mit Vernichtung drohte und ihn und seine Nochkommen groß machen wollte. Nein, er wußte mir Festigkeit und unendlicher Liebe standhaft sein Volk zu verthcidigcn. Ans seiner Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit erwuchs gerade die Festigkeit und der Much, kühn allen Gefahren zu begegnen, die sein Volk bedrohten, ob von innen heraus oder von außen kommend. Auch Mordechaj wird diese Tugend nachgerühmt. Wir lesen ja in der Purimgeschichte, wie er sofort, als der Anschlag Hamaus zum Gesetz erhoben und bekannt wurde, hinausschritt mitten m die Stadt, in Sack und Asche gehüllt, in Wehklagen ausbrechend, so sein Volk auffordernd zur Reue und Ein-. kehr; wie er, , selbst auf die Gefahr, daß Esther'-'ihr Leben verwirke, sie aufforderte, sofort zum Könige zu gehen, um für ihr Volk zu bitten. Aber mich später, als er die Stelle Hamans cinnahm, als er Minister war: förderte er das Wohl seines Volkes und redete zum Heile all seiner Nachkommen.; ri"nn jOk zrz „das Wohl ist nichts Anderes als die Gotteslchre." Die Beobachtung unseres Gottesgesetzes enthalt für unser Volk Wohl und Glück, verbürgt uns allein Sicherheit und Ruhe und die beste Abwehr aller feindlichen Angriffe. Diese Sicherheit und Ruhe waren damals so sehr gefährdet, weit unser Volk anderem Glücke nachjagtc, in anderen Dingen sein Wohl suchte. Es drängte sich'mit herbei, an der Ehre Thcil zu nehmen, zu dem königlichen Feste geladen zu werden. Aber cs begnügte sich nicht damit, cs nahm auch Theil an dem Essen, um nur ganz gleich zu sein-; cs war ihm nicht genug, daß man keinen Unterschied machte und alle Bewohner der Residenz tiulud, cs wollte zeigen, daß man cs eiiilaßen dürfe, ohne befürchten zn müssen, daß es eine Ausnahme machen werde und die Speisen des Königs verschmähe. Von dieser falschen Ansicht brachte

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