Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 22 (18.3.1886)
- Date
- 1886-03-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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bildliche, an den Wortlaut der heiligen Schrift %v, nrnrc '^srr, anlchncnde Änsdruckswcise. Die Thatlache aber ist vollkommen richtig. Es ist die rrirs nrcm, die besondere Fürsorge Gottes, die dadurch bezeichnet werden soll. Gorr hebt gleichsam den Berg Sinai, aus welchem die Thora gegeben wurde, empor und spricht: p» s^ap-a cp» dk ec® niTO, ^wcnn ihr die Thora auf euch nehmet imb sie Halter, dann gehr's euch gut »pp ccr cw Krraap „wenn aber nicht, so sei sofort euch das Grad bereitet," das heißt: die Strafe laßt nicht lange ans sich warten. Und das ist's, was die Geschichte Israel auszeichnct vor der der ander» Völker, daß auf die Sünde stets bald die Strafe folgte, wie wir es lesen in der heiligen Schrift von der Gesetzgebung an bis zur Zerstörung des heiligen Tempels. Andere Völker sündige» und sündigen, bis das Maß ihrer Sünden voll ist; dann gehen sie zu Grunde und verschwinden von der Erde. Israel sündigt und wird bald bestraft und findet dann den Weg der Neue, Buße und Besserung, und das ist's, was unserm Volke die Tauer verliehen hat. Gott erzieht uns zur Freiheit, indem er nus in der angegebenen Weise zwingt, das Böse zu meiden und das Gute zu thnn, solange, bis wir aus eigener, freier Ueberzeugnug die Goitesgebote vollziehen und in ihrer Uebung die wahre Freiheit erblicken. Es folgt alsbald die Strafe der Sünde, und gerade das.ist die Rettung. :»p-r.»yr!2", »jms -2 nt.n* n tc» „Ans diesem Umstande kann man einen'großen Einwand in Bezug auf die Thora herlriteil." — Welches ist dieser Einwand? Nicht etwa, wie Nascht erklärt, daß die Israeliten behaupten könnten.^ Man daif nus nicht zur Verantwortung ziehen, weil wir gezwungen waren - nein, wir haben ja oben gesehen, daß die Veranttvottlichleir dieselbe ist; auch ein' Kind wird bestraft, wenn es des Vaters oder Lehrers Gebot Übertritt, gleichviel ob cs freiwillig oder gezwungen die Beobachtung des Gebotes übernommen hat. -- Der Einwand ist ein ganz anderer-, cs ist der im Anfänge des Traktats Adodah Sarab erwähnte Einwand der heidnischen Völker: „Hast Du etwa uns gezwungen, wie Du Israel gezwungen Y" Und Gott gibt ihnen cm leicht zu erfüllendes Gebot, und da cs ihnen Unannkhmlichkeircu bringt, so unterlassen sic cS und lästern »roch dazu. ftnt Gott nicht mit Israel eine ähnliche Probe gemacht? Gewiß, und zwar in den Tagen Ahaswcr's; nicht in den Tagen .vankan'S, Zondrrn in den Tagen Ahaswcr's, ikach Hamnn's Stnl.z. Nicht in wunderbarer Weise war Israel grlrttel lvvrdr», sondern ans ganz iimiivlichcm Wege. Die dem Tode verfaLen gewesen, waren zu neuem Leben erstanden, waren angeschrn und mächtig geworden. Als die Gefahr vorüber, verfielen sie nicht mehr in die alten Sünden , sondern übernahmen freiwillig die Gottesgebote, Mit diesem Augenblicke begium eine urne Periode in der Geschichte unsres Lölkes. Niemals ist seitdem Israel wieder in Götzendienst verfallen;, ja, als später der Stzrerksnig Israel zwingen will, die griechischen Götter anzuberen, opfern Tausende Leben und Vermöge», um dem einzigen Gotte die Treue zu bewahre», und so ist es geblieben die Jahrtausende hindurch, und so wird es bleiben dis an das Ende der Tage. Und das ist's. was dem Purimfestc die eigentliche Weibe verleiht; der Gedanke, daß »ach der Ncrtung aus der Gefahr, »ach der Rettung vom sichern Tode, unsre Voreltern für ewige Zeiten freiwillig die Thora übernommen haben, der zu gehorchen sie bis dahin vielfach nur dem Zwange nachgegcben hatten. - . Auch in unfern Tagen haben die Amalekiter und Hamanitrn ihre Häupter erhoben, ihre Waffen geschmiedet, um einen Bermchtungskampf gegen Israel herausznbeschwörcn. Auch diesmal hat uns Gott gerettet. Von den verschiedenste» Gerichtshöfen Europas' wurden Ham an und feine Söhne nach einander verurtheilt und hoch gehängt, damit alle Welt die Schändlichkeit und' Nichtswürdigkeit der Feinde des Volkes Gottes erkenne.' O» möchten auch die Söhne und Töchter unsres Volkes, wie einst unsre Väter zu Ahaswcr's Zeit, den Weg znrücksinden zu unserm Vater im Himmel und wiederum freiwillig übernehmen die Befolgung Seiner heiligen Gebote! Möchten doch in allen Ländern der Erde Israels Söhne und Töchter in diesem Sinne das Purimfest feiern! Woschey und Wordechaj. (Zn Paraschath -»et). Fon Ar. H. Säuger. Der Erinnerung soll der Sabbat vor dem Punmfcste gewidmet sein; der Erinnerung nicht blos an-den Erbfeind unseres Volkes, sondern auch an die Psticht des Kampfes mit nuferem schlimmsten Feinde. Dieser Feind, der Jahrtausende unfern Spuren gefolgt ist und uns weder Ruhe noch Sicherheit gönnt, uns immer wieder anfschrrckt, wenn wir wähnen, ihm endlich entronnen, endlich seiner ledig zu sein für alle Zeiten: dieser Feind hat uns noch bcntigcn Lags überzengt, daß wir uns getäuscht.