Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 20 (11.3.1886)
- Date
- 1886-03-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Persien) gelegenes großes TrümmerfÄd als die Ruinen der Stadt Susa, aber bestimmte Anzeichen und historische Zeugmne dafür, daß dort wirklich Susa log, fehlen noch immer. Nach dem Propheten Daniel (M, 2) lag diese Stadt am Lache Mai (derselbe hieß bei den Griechen Euluus), aber auch dieser Fluß läßt sich heute nicht mehr mit Bestimmtheit angcbcn, den der nahe den angeblichen Ruinen Susas laufende Fluß heißt heute Karum und ergießt er sich bei der Stadt Mohammerah in den Schott-Elarab. Ucberhaupt schwebt über allen Residenzstädten der alten persischen Könige cm gewisses Dunkel, das noch einer historischen Beleuchtung und Erhellung bedarf. So erzählen uns die griechischen Historiker viel von einer Residenzstadt Perscpolis, deren Trümmer sogar-heute noch vorhanden sind; wir wissen aber nicht, wie diese Stadt eigentlich bei den Persern hieß, denn der Name Perscpolis ist bekanntlich ein griechischer und bedeutet Perserstadt. Auch die Historiker und Chroniker der Ncupcrser (die Geschichtswerke der alten Perser sind mit diesen zugleich verschwunden) können uns nichts Genaues und Bestimmtes über die Lage der Stadt Susa angeben. Dagegen behaupten die Juden in der nordpcrsischen Stadt Hamadan (diese Stadt wird schon im Talmud unter ihrem jetzigen Namen yron erwähnt), daß ihre Stadt eigentlich das alte Susa sei, nur hieß dieselbe bei den Chaldäern, im nördlichen Persien wohnen noch heute zahlreiche Chaldäer, Achmetha Nnsrw (Esra c. 6, v. 2). Sie nennen daher noch heute in ihren hebräischen Döcmnentcn ihre Stadt bald Achmetha, bald Schuschan. Sie weisen dabei zugleich auf das in ihrer Stadt befindliche vermeintliche Grab von Mordcchai und Esther hin, um so für ihre Behauptung auch ein sichtliches Zengniß zu haben. Wohl trägt die aus Sandelholz gearbeitete Kuppel, die sich über dem Grabe Beider erhebt, eine Inschrift, welche besagt, daß hier Esther und Mordechai ruhen; diese Kuppel ist jedoch kaum fünfhundert Jahre alt und wurde zur Zeit der Mongolenherrschast auf Kosten eines reichen Juden ans Jsfahan errichtet. Wir können daher diese Kuppel nicht als ein über jedem Zweifel erhabenes historisches Zengniß betrachten. Jndeß wird in Hamadan die Mcgillah auch an Schuschan- Purim gelesen, und wird auch dieser Tag festlich begangen. Was den Bach Mai anbelangt, der durch die Stadt Susa geflossen ist, so versichern die Inden Hamadans, daß derselbe eigentlich nur ein Bächlein war, mib der Bächlein gibt cs noch heute mehrere in der Umgegend dieser Stadt. Nach den Angaben der Perser sollen sogar in dem bei Hamadan gelegenen Alwcridberg, der mit ewigem Schnee bedeckt ist, so viele Quülm entspringen, als es Lage irn Jahre gibt, die sich daun zn Bächen vrremtzcn und die dortige Umgegend befeuchten und bervchieru. Die alten persischen Könige hatten daher ihre SommervilleggiaLur Ln Hamadan, das bei den Griechen Ekbatona hieß, weil dort durch die Nähe des genannten Schneedergcs eine kühlere Lust herrscht, wogegen sie den Winter in dem südlicher gelegenen und daher auch heißeren Persepolis verbrachten. Die jüdische Gemeinde in Hamadan, welche zweifelsohne die älteste Persiens ist — in Schustar, dem angeblichen ehemaligen Susa, vohueu heute kerne Juden mehr — zählt jetzt dreitausend Seelen und ist sie daher ebenso groß wie die Tcharans. Ihre Mitglieder sind sehr industriös und zeichnen sie sich besonders als Leder-, Gold- und Waffenarbeiter aus. Sie genießen auch das Privilegium, offene Läden besitzen zu dürfen, was den Juden in den übrigen Städten Persiens leider noch inüner nicht gestattet ist, höchstens nur dort, wo sie ihre eigenen Stadtviertel haben. Auch die jüdischen Aerzte Hamadans sind sehr berühmt mrd erstellen sich eines großen Kundenkreises und eines behäbigen Wohlstandes. Ein großer Uebelstand ist es, daß die Juden Hamadans ihre Kinder gar so früh verheirathen, die Mädchen schon zu zehn oder zwölf Jahren, die Knaben von zwölf Jahren an und weiter, also in einem Atter, wo der Mann gewiß noch nicht im Stande ist, eine Familie anständig zu ernähren, wodurch leider die Armuth in der Genwinde immermehr vergrößert wird. In Hamadan gibt cs auch mehrere Synagogen, von denen einige schon ein hohes Atter haben. Der Mulay (Rabbiner) von Hamadan, als das geistliche Oberhaupt der ältesten jüdischen Gemeinde Persiens, erfreuet sich eines großen Ansehens bei allen seinen Glaubensgenossen im persischen Reiche. (Schluß folgt.) Fe n Uic tan* Yechamch. ii. Der ucuerwählte Beherrscher Deutschlands hatte sein Absteigequartier im „Römischen Kaiser" genommen, zu damaliger Zeit der erste, vornehmste und bedeutendste Gasthof der alten Krömmgsstadt. Auch heute noch ist der „Römische Kaijcr" ein schönes, prachtvolles Hans, in der schönsten Straße Frankfurts, „der Zeit" gelegen. Heutzutage sind Inden gerade nicht selten dorten anzutrcffen; den» es ist ein jüdisches Hotel; allein, vor vielen Jahr»