Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 20 (11.3.1886)
- Date
- 1886-03-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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- Eogla n b. Lsrrdos. Die «DglischW MiffrsnsAeseLschaftLn Mr S^chnmg der Inden bestehen La London ans füm AbLhcllmigLa, welchen jährlich 78,000 L. zur Beringung sichen! Die „Londsn Society" ist die größte unter ihnen. Sie haben eine Pensisnsanstült für Knaben und Mädchen, eine Druckerei, sieben Bcrhallen und eine Wandererheröerge. Zn diesen Anstalten sind fast lauter Ausländer. Unter den 141 Angestellten sind 90 getaufte. In der Herberge werden solche Leute ausgenommen, die gär keine Mittel zürn Leben haben und mit. den Sitten der englischen Hauptstadt unbekannt sind^ sie brauchen Nicht en arbeiten, damit sie nur über-Hre Bekehrung Nachdenken. Zn einer zweiten MffwusgeseÜschaft werden die Getauften zu Handwerkern herangebildct, und in einer dritten werden die Bekehrten zu Missionären ausgcbildet. Zur vergangenen Jahre sollen 16 Erwachsene und 16 Kinder unter 10 Jahren getauft worden sein. 50 Missionäre waren nöthig, um 16 Judenscelen zu fangen, von welchen jede gegen 2500 L. kostete. Die auswärtigen Missionen, 16 an der Zahl, haben zusammen nur zwei Juden in ihre Netze bringen können. London. Die Nachricht von dem Tode des dahier verstorbenen Rabbi Joseph Elmaleh hat in seiner Heimath, in Magador (Marocco), bei allen Einwohnern, den europäischen und cingebornen, den tiefsten Eindruck hervorgenifen. In der Hauptsynagoge daselbst wurde ein Trauergottesdienst abgebalten, sammtlichc fremde Eonsuln haben an diesem Tag Halbmast beflaggt.: die jüdischen Einwohner hatten ihre Geschäfte geschloffen. Man glaubt, daß einer der Söhne des Ritters Elmaleh zum öftere. Biceconsul ernannt werden wird. T örfci. Aouftautirropel. Herr Joseph Jphcndi wurde voui Sultan Zum Gouvcrncurstellvertreter von Mitylene ernannt. Der Uebcrschuß der zu Gunsten der hiesigen Abgebrannten vyn der All. isr. gesammelten Gelder wird zum Ban einer isr. Schule benutzt; es soll dasiir eine Summe von 100,000 Francs verwendet werden. P e r s i e n. Teheran, tm-trrw -pcn nntrr cnn c'ü'z rr'ün 'pwz vwo ncr ly. „In denselben Tagen, als der König AhasvcrnS auf dem Throne seines Reiches saß, der sich in der Residenzstadt Lchuschan befindet." 2itaun diese Zeilen in Ihre Hände gelangen, wird man sich gewiß in allen jn- [ drscherr Gemeinden der alten und neuen Welt dazu rüsten, das Nnrimfesi nach uralter Sitte W Fröhlichkeit und Freuden zu bkgchm und die Slawen Mordechai, Esther, Ahasverus, Schuschsu, bmnrnt vl f. w. werden wieder in den Wohnungen und Bechansern unserer Glaubeusgenoffen ertönen. Auch ich werde diesmal Teheran, den Schah Nasr-Eddin und seinen judenftcundlichen Polizeimmifter, Grafen Montesorte, achtungsvoll beiseite kaffen und mich dafür lieber mir Schnschan, mit dem Schah Ahasvenrs, seinem judensemdlichen Polizeimmifter Haman 2c. beschäftigen. 9lach der loyalen Lehre unserer Weisen: "irzTzü i'izr prra (der Majestät muß man stets Ehre erweisen), werde ich nun mit dem Könige Ahasverus beginnen. Nach den neuesten Ergebnissen der persischen Geschichtsforscher ist cs außer jedem Zweifü. daß der Ahasverus derBibel identisch ist mit dem L e r x e s d c r G r i e ch e n. Derselbe hieß bei den Persern Schervusch. auch Scheverusch, und dürfte cs bei den alten Persern ein Sprachgebrauch gewesen sein, jedem mit einem „Sch (tr)" beginnenden Worte, die zwei Silben „Aha (m)" vorzusetzen, um so dasselbe beffcr aussprechen zu können. Daher D':D~n rnN von *pTtr (Settep, der Satrap) und D‘.3“n rnNn ömirrr (Sutern, altpersisch: Füllen). Auch die Araber setzen jedem Worte, das mit einem Selbstlaute beginnt, den Buchstaben A vor, um es leichter aussprechcn zu können, daher Aflatun oder pflatnn statt, Plato, Jstambul statt Stambul (Konstantinopcl). Auch die Spanier fetzen jedem mit einem „S" beginnenden Worte der leichteren Aussprache wegen ein „E" vor, daher: Eftoccardo (Stuttgart), Estraßburg (Straßburg) u. s. w. Was' den Namen Esther anbclangt, so ist dieser ein altpersiicher, und hat er dieselbe Bedeutung wie das lateinische aster (Stern). Die Nichte Mordechai's hat daher gewiß ihrer großen und seltenen Schönheit wegen den schmeichelhaften persischen Namen Aster (Stern) erhalten. Wenden wir uns nun der Residenzstadt Schnschan zu. Wo lag diese Stadt? Mancher Ihrer geehrten Leser wird gewiß über meine naive Frage lächeln und sich denken, Ihr Correspondent hätte ja nur eine historische Kartevon Persien zur Hand nehmen dürfen und da hätte er sogleich die Stadt Schnschan (Susa) gefunden.; Leider darf man in Betteff dieser chemaligen per- - fischen Residenzstadt kein zu großes Zutrauen zu unseren historischen und antiquarischen Karten haben» Da auf denselben die Lage dieser Stadt eine singn-te, eine willkürliche angegebene ist, denn wir wissen noch nicht, wo eigentlich Susa lag. Wohl bezeichnet man ein nördlich von der Stadt Schnstar (West-