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Der Israelit · 1886-03-08 · Heft 19 (8.3.1886) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 19 (8.3.1886)
Date
1886-03-08
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Lchastcu LerMuW vertraut ruschen, rhncrr die manvigfach göttliche Fürsorge, die er dem Treuen und Glaubensstark« gewährt, vorföhren rmd auf diese Kerfe auf ihren relrgiss-msrLlischcn Charakter für* fcemb emDriL Solche Jngerrdschristen gibt es aber leider rächt viel; derm die rueisreu von Leu vschaNdcom fai?m mir die intellektuelle Ausdilduug der Jugend und die Festigung derselben Lnden allgemeinen cchnchen Grundsäscn in's Luge, während die, welche ja auf das religiöse Gefühl einzuwirken suchen, wem im Sinne der herrschenden Religion gehalttn sind und für die jüdische Jugend nicht allem unbrauchbar, sondern sogar schädlich sind. Dem gegenüber haben gewiegte pädagogische Männer unsres Glaubens wiederholt auf die Nothwcndigkeit bingewicsen, Zugeudschriften, welche in Form vorn Erzählungen, Biographien und Charakterbilder die Zugend mit der Geschichte des eigenen Volkes, ihrer Thatkrast und Charakterstärke vertrant wachen, anszuarbeiLeu, und diese umer den Stammesbrüdern zu verbreiten, damit sie an den leuchtenden Vorbildern der Ahnen sich zu gleicher Thatkrast und Charakterstärke im Interesse des angestammten Glaubens erheben und emporrichten. — Zu dem Besten, was wir in dieser Beziehung aufzmveiscn haben, gehören anerkanntermaßen die Erzählungen, welche Herr Rabbiner Dr. Lehmann, unter dem Titel „Aus Vergangenheit und G c genwart" veröffentlicht hat. Zn klarer, leichtfaßlicher und anmuthendcr Sprache werden hier Borgänge und Charakterbilder aus der Vergangenheit und Gegenwart unseres Volkes gezeichnet, Sccnen aus dein jüdischen Familienleben geschildert, der Lohn, welcher der Tugend wird, sowie das ftrafeube Schicksal, welche das Laster trifft^ an der Hand von Begebenheiten und Vorkommniscn dargestellt, und dieses Alles in solch anziehender, belehrender und unterhaltender Sprache zugleich, daß sie ihre Wirkung auf Herz und Gemüth des Lesenden nicht verfehlen können. Diese Erzählungen nun, welche dem deutschen Lesepublikum in mehreren Auflagen bekannt geworden und die zum Thcil schon in andere möbcrnc Sprachen nnb auch vielfach ins Hebräische übersetzt worden, auch einem ungarischen Lcscpubliknm zuznsühren, ist die Aufgabe, die sich der verehrte )lebersetzcr, Herr Groß und der Herausgeber, Herr Singer, gestellt haben, Es sind dieses zunächst die beiden Erzählungen „Graf oder Jude" und „die Verlaß cnc", welche sie in dem in der Ucberschrift genannten Bändchen einem ungarischen Lesc-publikum vorführcn. Die llcberfetmng ist eine durchaus treue und fließende, die Ausstattung eine schöne und für den berechnetttt Zweck überans geeignete, so daß wir herzlich imui-- fäjen, die Fsmekmug des uWicheu und vcrdienftlichrrr UmrruchMWs bald begrüßen zu können. Wir sind überzeugt, daß diese ungarische Lcherfetzung sich als wirksames WildLNgsmirtrl der ung. israclitisHen Jugend bewähren nnd einen bleibenden Platz in der Literatur dieses Volkes erringen wird. Dr. D. Zeitungsrrachrrchten tmb l?orrefpondeszea. St Lisch lind. Fürth» 28. Fcbr. Mail fchmbl «ns: Heult wurde hier unter regster BethcUiguug der. Bevölkerung. der städtischen und staatlichen Beamten > unser nach kurzem Leiden im 58. Lebensjahre verschiedener Mitbürger Herr Jacob Mohr zu Grabe getragen. Der Verstorbene, seit urehr als 20 Jahren dem städtischen Gemcinderath als Schriftführer angehörig, fast cbcnsolang Verwaltungsmitglied der israelitischen Knltusgcmeinde, und seit 1870 mit dem Ehrenamte eines Handelsrichters betrank, war ein Mann, der sich durch sein unermüdliches Schaffens für das allgemeine Wohl Anerkennung und Dank seiner Mitbürger erworben hat. Kaiserslautern, 26. Februr. „Allgemeine festliche Stimmung!" Diese Physiognomie trägt seit heute Morgen allenthalben die alte Bärbarossastadt: unsere israelitischen Mitbürger feiern nämlich heute Nachmittag das ernste nnd erhebende Fest der Einweihung ihrer prachtvollen neuen Synagoge; wirklich prachtvoll ist der „Neue Tempel", ei» Monomcntalban, auf den Kaiserslautern stolz fein kann. Sowohl der Entwurf.der Pläne des Prachtbaues, als . auch die gesammte Bauleitung wurden s. Z. dem Architekten Herrn Ludwig Levy dahier übertragen, und wahrlich, cr hat sein Werk so zu Ende geführt, daß cs feinen Meister lobte. Im. Juni des Jahres 1883 wurde der Bau begonnen und obwohl die Fundamente unter ganz schwierigen Verhältniffcn im sogcnantcn „alten Stadtwoog" (einer tiefliegenden nassen Wiese, die durch Aufführung um ca 3 Meter erhöht wurde) aufgeführt werden mußten, so waren sie doch schon im Herbst beendigt und fand Ende Oktober deS gleichen Jahres die feierliche Grundsteinlegung statt. Bezüglich des angewcndctcn Stylos der neuen Synagoge ist zu bemerken, daß dieselbe den byzantinischen Gewölbeban znnl Ausdruck bringt,. in dc5 Dekoration jedoch an die arabisch-maurischen Bauten anMngcnd erscheint, alles aber unserem Klima und

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