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Der Israelit · 1886-03-04 · Heft 18 (4.3.1886) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 18 (4.3.1886)
Date
1886-03-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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gatferüintfnr dir Summe tzsn M. Mm0 unter 53 Skfestsi mit 65 L-yrürn W ML. 124, währer-d die im Lame des Jahres im Jkfcmfonb sersöreichte Summe ML. 850 betrug. Die zur Verchcr- Inng güangte Gesammrsumme betrug demnach am Ende des Jahres ML. 8816 (gegen Mk. 8520 im Jahre 1884.) Bon den aus dem Reservefond oder mit Zahrespensionen Unterstützten fallen auf Anhalt 1, Laden 8, Bayern 17, Großh- Hessen 8, Hamburg 1, 5roburg 1, Lippe 3, Preußen, Provinzen: Brandenburg 2, Hannover 3, Hessen-Nassau 17. Rheinland 2, Sachsen 1, Schlesien 2,Schlcsw.-Holstein 1, Wcftphalen 2. Zn den 21 Juhrcn ihres Bestehens hatte somit die Achawa die Summe von Mk. 108188 zur Verkeilung gebracht. Nach Abzug der obenerwähnten zu Pensionen verwendeten Mk. 8060, die auf Rechnung des Jahres 1886 zu stellen sind, beträgt das Vereinsvermögen heute Mk. 138316. Unter den uns überwiesenen Gaben haben wir mit besonderem Danke Zweier Legate zu gedenken, welche cm hochherziger Gönner der Achawa, der am 28. Januar 1885 in Bamberg verstorbene Lehrer, Herr Scligvrann Heßlein, unserer Vereinskasse bestimmte. Das eine im Betrage von Mk. 2000 wird erst nach dem Ableben einiger Verwandten des Erblassers der Achawa Zufällen, das andere im Betrage von Mk. 5000 gelangte nach Abzug der Erbschaftssteuer am 4. Juui vorigen Jahres zur Auszahlung. Die Verwaltung wußte das Andenken des edlen Spenders, nicht besser zu ehren, als daß sie ihn mit Zustimmung der Generalversammlung in das Mitgliederverzcichniß als „ewiges Mitglied" einreihtc. Unter den übrigen uns zugewendeten Spenden heben wir gleichfalls mit herzlichem Danke die folgenden hervor: Legate des sel. Herrn Anselm Furth.hier Mk. 276, Legat des hier verstorbenen Herrn'Heinrich Emden Mk. 315, von den Kindern des in Paris verstorbenen Herrn Anton I. Stern Mk. 300, von den Kindern des verstorbenen Herrn Arthur May Mk. 500. Die Zahl unserer activey Mitglieder belief sich . am Anfänge des Jahres 1885 auf 213: durch den Tod verloren wir 3 Mitglieder; durch den Beitritt von 15 neuen Mitgliedern wuchs die Zahl 'auf 255. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 3. März. (Telegramm.) Der „Wiener Allg. Zeitung" wird aus K rat'an gemeldet: Der oberste Gerichtshof als Kassationshof verwarf das Nrtheil des Krakauer Gerichts über die des nlnellen Mordes angellagten Eheleute Ritter und ordnete deren sofortige Freilassung nach vierjähriger Haft an. Asiatische güziei - -BsZd«v. In meinem jüngsten Briete an den »Israelit" habe ich auch erwähnt, daß Dir hier zwanzig Synagogen haben, von denen eine den Namen „Lchech (Scheikh) Jizchak" trägt. Auf dieses Gotteshaus will ich nun heute die Aufmerksamkeit nicht nur der deutschen Juden allem, sondern der gesammten deutschen Nation lenken, da sich an desfelöe eine interessante Episode aus der deutschen Geschichte knüpft. Tie Geschichte erzählt uns bekanntlich, daß Karl der Große mit seinem berühmten Zeitgenossen dem Khalifen Harum Er-raschid (p-n pn«) — die Araber sprechen das Wort Aharon, mdem sie das „A" wegschleifen, Harun oder Harum aus, während Er-raschid der Gerechte, der Lügenhafte bedeutet—die freundschaftlichsten Beziehungen unterhielt, von dem er dann auch eine Gesandtschaft in Aachen empfing, die ihm unter anderen orientalischen Kostbarkeiten und Seltenheiten auch einen Elephanten als Geschenk überbrachte. Als Erwiderung auf diese für jene Zeit höchst ehrenvolle und auch kostspielige Aufmerksamkeit, schickte Karl den jüdischen und sprachenkundigen Kaufmann Jsak mit einem Dankschreiben nach Bagdad, das damals der Sitz des Khalifats war. Zugleich ertheilie er feinem Gesandten den Auftrag auch die Interessen des Grabes des Stifters ta christlichen Religion in Jerusalem bei dem Khalifen, unter dessen Herrschaft auch Palästina stand, zu vertreten. Me weit war der erste deutsche Kaiser seinen Zeitgenossen, und erröthend können wir auch hinzufügen, dein aufgeklärten neunzehnten Jahrhundert voraus, wenn er einen schlichten jüdischen Kaufmann mit dieser wichtigen politischen und religiösere Mission betraute. Jsak war überhaupt der erste 'vom helligen römischen Reiche deutscher Nation im Oriente beglaubigte VerttcLer. Wenn derselbe sich nun einerseits bewußt war, daß er den größten und mächtigsten Fürsten des Abendlandes bei dem größten und mächtigsten Fürsten des Morgenlandes zu vertteten habe,- so vergaß er auch andrerseits nicht, daß er Jude sei und daß er auch als solcher Pflichten zu erfüllen habe. Und in der That war er ein wahrer izyb wv mn, da "er auch die Interessen seiner Glaubensbrnder im Weltreiche der Khalifen aufs Kräftigste vertrat nnd für dieselben mehr als einmal seine mächtige Fürsprache bei dem ohnedies den Juden wohlgesinnten Harum Er-raschid einlcgte. Dabei lag er auch fleißig dem Studium unserer ntrnpn min ob, gab jüdischen Gelehrten Kost und Qnarlier in seinem Hansennd errichtete in unserer Gemeinde einige schöne fromme Stistmigen, damit sein Name auch nach seinem

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