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Der Israelit · 1886-03-04 · Heft 18 (4.3.1886) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 18 (4.3.1886)
Date
1886-03-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Gottes gezählt werde», wie Gott zählt die Sterne am Firmament. Deßhalb mußte bei dieser Zählung Stolz und Nebcrnmch ferngehalten werden. „Jeder Mensch, der hockmüthig ist — ein kleiner Luftzug schon trübt sein Gemüth, wie es heißt: Und die Frevler (die Hochmüthigen) sind wie aufgewühltes Meer, das nicht ruhig werden kann; stets wühlen seine Wassettvoogcn Schlamm und Uurath aus. Das Meer, das so viele Rcbiioth hat, ein leichter Wind kann es trüben — der Mensch, der nur ein Nebiith hat, um wie viel mehr!" (Sotah 5 a.) Wir haben oben nachgcwiesen, daß mir diesem Nebiith das Blut gemeint sei, welches das Herz durch den ganzen Körper treibt, und daß dieses Nebiith ein Gewicht von 25 Sclcüm oder fünfzig halben Schekeln hat. Davon soll jeder Israelit bei der Zahlung als eine Therunimah den halben Schekel dem Ewigen weihen als Lösegeld seiner Seele. Dann wird der Hochmuth sich nicht der Herzen bemächtigen, und in Demuth werden wir die groben Gaben verwenden, die der Allgütige uns verliehen hat. mp vb im ntry etn -^2 „Das Lösegcld eines Mannes ist die angcmeffene Verwendung seines Reichthums, ohne daß der Arme ' einen Vorwurf hört." (Mischte E. 13. B. 8) Wenn wir die von Gott uns verliehenen Gaben Seinem Willen gemäß in 'Demuth und Bescheidenheit zu verwenden uns bemühen, so ist das unserer Seele Lösegcld cne* -rpD2 am '\*v r^i. „Und es tvird nicht sein eine Plage, da man sie mustert.". Bon.'Anbeginn'an hat Israel den Neid und den Haß der Nationen erregt. Dieses kleine Volk, klein an Zahl, politischer Bedeutung und Machtstellung, hält sich für das auserwählte Volk des allmächtigen Gottes, des Schöpfers von Himmel und Erde. Jede Nation, die im Laufe der Jahrtausende eine Weltstellung eingenommen, hat seine .straft im Kampfe gegen Israel erprobt. Das hat auch nicht aufgehöri, seitdem das israelitische Staatswcsen zerbrochen wurde und seine Söhne und Töchter zerstreut unter den Völkern der Erde wohnen müssen. Sobald eine Nation zu Macht gelangt, richtet. sie die Spitze ihrer Waffen gegen die stets friedlichen Nachkommen Jakobs, lind wir, wie können wir uns vcrtheidigen Y Wir besitzen kein Heer und keine Flotte und nur zn oft auch keine Annehmer und Freunde. Nur Einer ist, der uns schützt und behütet und vor dein Untergänge bewahrt. Aber dieser Eine ist mächtiger als alle Heerfchaaren und alle Kriegsflotten — es ist der allmächtige Gott. Wenn rvir Ihm geben das Lösegeld unserer Seele, uicitti wir in Demuth und Bescheidenheit, fern von Stolz und lleberhcbnttg. der hohen Anszeichmmg, die Er uns zu Therl hat werde» lassen, uns weich zeigen, dann schützt und behütet Er uns nicht allein, er verwandelt auch den Haß, der uns umgibt, in Liebe, „und es wird nicht entstehen eint Plage, wenn man sie mustert." Zwanzig Gerah hatte der heilige Schekel, demnach zehn Gerah der halbe Schekel. Unsere Wersen (Jcruschalmi Schekalim, E. 2. Halachah 3) finden darin einen Hinweis auf die zehn Gebote, die uns Gott von Sinai herab verkündet hat. Diese zehn Gebote sind die Grundlage der staaüichen Einrichtungen aller civilisirten Nationen geworden. Das Dasein Gottes, die Verabscheuung des Götzendienstes, die Heilighaltung des göttlichen Namens, die Feier des Ruhetages in jeder Woche, die Ehrerbietung gegen die Eltern, die Unverletzbarkeit des Lebens der Mitmenschen, die Heilighaltung der Ehe, die Unverletzlichkeit der persönlichen Freiheit und des Eigenthums der Mitmenschen, die Pflicht der Wahrhaftigkeit beim Ablegen eines Zeugniffes, endlich das Gebot, nnberechtigte Gelüste zu unterdrücken — diese, große Zehnzahl umfaßt die Pflichten gegen Gott und die Menschheit; sie ist dargestellt in dem halben Schekel, den wir als Lösegeld unserer Seele dem Ewigen weihen. Diese Hebe Israels war dafür bestimmt, die Opfer anzukaufen, welche rm Heiligen Tempel für die ganze Gemeinde dargebracht wurden. So opferte gleichsam jeder Einzelne in Israel ein Symbol seiner Seele dem Ewigen, und verpflichtete sich dadurch, sein Denken und Fühlen, sein Leben und Wirker; im Dienste des Allmächtigen zu verwerthen. Die eigentliche Pflicht der Machazith-Haschekel- Hebe hat seit der Zerstörung des heiligen Tempels anfgehört. Was wir in dieser Beziehung thun, ist nur noch eine Erinnerung. Zur Erinnerung haben unsere Weisen eingerichtet, daß am Sabbat der Verkündigung des Neumondfestes des Adarmooats (oder anr Neumond des Adar selbst) der Abschnitt von den Schekalim aus der heiligen Thora verlesen wird. Möge diese Vorlesung in uns all die heiligen Gedanken, Entschlüsse und Vorsätze erwecken, die uns dahin führen, in Demuth und Bescheidenheit vor unserem Gott zu wandeln und mit allen unfern .Kräften Seinem heiligen Dienste zu leben. Amerikanische Briefe. □ New-Aork, 16. Februar. Wenn ich die Briefe meiner Eollegen aus dem fernen Aegyptcrlande, ans Palästina u. f. w. in den Spalten des „Israelit" lese, so «berkömmt mich

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