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Der Israelit · 1886-03-01 · Heft 17 (1.3.1886) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
27 (1886)
Issue
Heft 17 (1.3.1886)
Date
1886-03-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
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war, öeröemoiügejL Da beschwichtigte sie tön und sprach: Ruhe erst aus, wein Herr, und erquicke dich! Und als er dann ihrem Räthe folgte, da erschlug sie ihn, in die Nochwehr versetzt, ihre Frauenchre zu schützen. Die Weisen Israels finden auch diesen Hergang in dem Wortlaut der heiligen Schrift.-*). „„Sie sind ja ein großer Gelehrter und Schriftforscher. Jetzt begreife ich, warum Sie die IosL so gezeichnet haben; man Lieft in chren Zögen die Befriedigung, daß sie chre Ehre gewahrt und den Beleidiger gezüchtigt hat."" Der Prinz von M. war ein aufmerksamer Zuhörer des Gespräches gewesen. „Was Verlangen Sie für das Bild?" fragte er den Maler. „Er verkauft nichts," sagte der Dichter, „was Monsieur Allemand nicht vorher geschätzt hat." „Wie hoch taxiren Sie das Gemälde, Monsieur Allemand?" Der Angeredete prüfte noch einmal eingehend; nach einer Pause sagte er: „60,000 Frs." „Topp," rief der Prinz, „ich behalte es." . „„Verzeihen Sie, mein Prinz,"" entgegnete Alfred, „„ich kann dieses Bild nicht verkaufen."" „Warum nicht? Ah, ich verstehe, weil Madame das Original dieser Deborah ist." Rosette erröthete. „Nein, mein Prinz," sagte sie, „mein Mann ist nicht so sentimental. Das Bild ist aus Bestellung gemacht und bereits im Voraus bezahlt." „Das ist etwas Anderes", sagte der Prinz; „aber Monsieur Mendel, Sie muffen mir ein Bild, ebenfalls ein biblisches Süjet darstellend, unfertigen; etwa Esther vor Ahaswcr oder etwas Derartiges." •) icrs? 121 irva kVi urvan Va by mn p pytrz» '21 ick r2 t?c rrc? ,rurr» ,rw:® m.21 ••cc». Gott selbst bezeugt die Unschuld der Jokl. „„Sehr wohl, mm Prinz", entgtgnrit WftÄ, sich verneigend. „Soll ich es Ihnen Wenfalls im Voraus brzahleu?" „„Nicht doch, mein Prinz; ich bedarf Lessen nicht mehr." Er verabschiedete sich von den Herren, um in Begleitung seiner Frau die übrigen Gemälde auzusehen. „Siehst Du, mein Hey;", sagte er, „in jener Ecke habe ich heute vor einem Jahre gestanden, Verzweiflung im Herzen. Gelobt sei Gott, der wem Geschick zum Guten gelenkt hat." „„Ich habe eine Bitte an Dich, wem Geliebter, Du mußt zu Deinem Vater reifen und Dich mit ihm versöhnen."" „Du bist ein Engel, Rosette; auch ich habe keinen sehnlicheren Wunsch. Gleich nach dem Schluß der Ausstellung habe ich noch einige dringende Aufttäge zu erledigen, und so bin ich noch einige Monate an Paris gefesselt. Dann aber reisen wir zusammen nach Deutschland." Rosette drückte ihm die Hand. Herr Blum kam dem Paare entgegen. „Empfangen Sie meinen Glückwunsch, Herr Mendel", sagte er. „Ihr Bild macht ja Furore. Ich habe vorhin zugehört, daß Allemand es auf60,000Frs. geschätzt hat, und daß Sie den Prinzen von M., der diesen Preis zahlen wollte, abgewiesen. Ich werde meinem Auftraggeber das mittheilen und zweifle nicht daran, daß er ein Einsehen, haben wird." „„Nein, Herr Blum,"" sagte Alfred eifrig, „„thun Sie das nicht. Ich habe Ihnen und Ihrem Auftraggeber so viel zu verdanken! Ich möchte das Bild in keinen andern Händen wissen."" (Schluß folgt.) .Der Israelit" erscheint wöchentlich zwei mal, MoutagS und Donnerstags, jedesmal iw mindestens 2 Bogen. Preis des Jahrgangs für Deutschland und Oesterreich 12 Reichs-Mark, sür'S Ausland 16 Reichs-Mark. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Inserate 25 Pfennige die dreigespalreue Prri^eile oder deren Raum. — Oestrrreichische Banknoten laut EourS. — Direkte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. österr., fur'S Ausland 16 Reichs-Mark an die Expedition franco einzüsenden. Inhalt (Hauytblatt): Leitende Artikel: Machazith Haschekcl. — Rabbi Salomon Dodenheimer s“j. — Literarische Notiz. — Zeitungsnachrichten und Correspondenzen: Deutschland: Rastel. Altcnmuhr. Wiesbaden. — Oesterr.-Ungar. Monarchie: Wien. 2mal Prerau. Ungvar. — England: London. — Rußland: Odessa. — Feuilleton: Der Maler. — Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Eorrrspondenzen: Deutschland: Alsbach. Berlin. Frankfurt a. M. — Oefterr. - Ungar. Monarchie: Wien. — Frankreich: Paris. — Mesopotamien: Haran. — Beranltvörtliche Redaktion: Pr. Lehmann in Mainz. — Expedition große Bleiche Nr. 45. Druck und Verlag von Oscar Lehmann in Mainz. (Hierzu eine Beilage.)

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