Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 17 (1.3.1886)
- Date
- 1886-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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ütc§£3 üpfssti fr*5 Sc&ss nsnsfSi.'— frifrjt Herr Asses ALnnheLDer a^iZ Wo-rtr.s- L^I 'LrüMLr: des kts§25 Sch^rrMdes rrät epj:-r. Tp-^t J^^rien._^~zzz ^t. S’JTKtDr t-£~ •"r.^^n^Vyyrfryr.^f*~rrf 5U doLjsar, xris, thfrrrfres, dir bohrn Tugenden des der gsnzrrr' MeufLh^t erttnffenrn FwmmeL — Herr ScIühiüh Bobtnbzimti IL, ein Reffe des VerewigLm, dankte im Namen der Familie uüd der Gemeinde, dm Redners und Allen, die aus der Nähe und brr Ferne beröeiZreilt waren, um das Andenken des Verblichenen Zn ehren. Die heute ausgesäete Saat sei auf dLnkvareu Bodeu gefallen, und er, wie alle Mitglieder der Familie und der Gemeinde, werden sich bestreben, im Sinne und Geiste des thmren Onkels zu leben und zu wirken. — Wohl wurde gewünscht, düst die anwesenden Rabbinen Dr. Eahn aus Wiesbaden und Dr. Stern aus Worms auch sprechen sollten; allein, die Zeit war schon zu weit vorgerückt, und da der Friedhof (zu Alsbach an der Bergstraße) drei Stunden weit entfernt, so war es höchste Zeit geworden, daß der Trauerzug .sich in Bewegung setzte. Rabbi Salomon B od e n h e im er tsav im Jahre l8!3 in Biblis geboren, der Züngste von acht Geschwistern (ihn überlebt nur noch eine Schwester.) Bald zeichnete er sich durch hervorragende Eigenschaften des Herzens und des Charakters aus. Eine innige Freundschaft verband ihn mit dem großen, weltberühmten Dr. B. H. Auerbach b% Rabbiner zu Darm stadt, spater zu Halb e rstad t. Rabbi Salomon yai war es, der in Verbindung mit einigen Frunden das Erziehungs-Institut zu Pfungstadt gründete, das noch heute segensreich wirkt. Zugleich gründete er unter großen Opfern eine Talumd-Thora-Schule in seinem Heimathsorte. Fast ein halbes Jahrhundert wirkte er als Vorsteher in seiner Gemeinde. Mit seiner treuen Lebensgefährtin, die ihm um wenige Wochen im Tode vorangegangen, gestaltete er sein Haus zu einer Stätte derartiger Gastfreundschaft, wie einst nnser Vater Abraham sie geübt. Seme WohlLhätigkeit kannte keine Grenzen.' Die Hilfesuchenden wurden unterstützt, die Hungrigen gesättigt, die Nackten bekleidet. Wo irgend eine Institution die Zwecke des Judcnthums sördcrtc, fand sie-in dem Verewigten den eifrigsten Theilnehmer und Förderer. Als Mohcl genoß er eines guten Rufes und wurde in der ganzen Umgegend mit dieser.heiligen Funktion betraut, die ihm ebenfalls, namentlich bei armen Eltern, große Opfer anfcrlegte. Bei den vornehmsten Herrschaften seines cngern Vaterlandes war cr eine t' ' SgerScsIISfeit QLd konnte fs Fstgs \ \T:r; r*25 J!r^ BedeLuZL mssQsssl grsgs!• . LÄ tvz *&$£?, Leöes, LaZ TWrnchr vollend tkt, reich em Mes,. §n^3 .Sektes, | reich cs wahrhafter C ottr^ftwr^r mch v§LLf.vrrtz- ' lrcher MenfchenlirLe. AnH die Lrsres drL Landes heb« in ihm einen treuen Freund Wd chK» tigm Helfer verloren. . Wenn man trauernden Blickes maschmsl die so wenig erfreulichen religiösen Zustände der GeZenwart betrachtete, so wurde es einem warn? uD's Herz, wenn man sich das Leben und Wirken Rabbi Salomon Dodenheimers vorftellte. Wahrlich, sägte mm sich, ein Zeitalter ist nicht verwaist, in welchem solche Männer für Gott und Seine heilige Zehre streben. Nun ist euch er hingegangen zu fernen Vätern! — Möge sein Beispiel zu eifriger Nachahmung erwecken! r/'aV'y'ru Literarische Wstiz. 8. Liebhabern von HebraiciS und JudaiciS empfehlen wir den neu erschienenen Katalog (Nr. Hl) des antiquarischen Dücherlagers von I. Kauffmann in Frankfurt a. M. Unter den 1761 Nummern finden wir außer den neueren auf diesen Gebieten erschienenen Werken manches alte und seltene Buch von hohem Werthe, wie der Theraurus von Ugolieses, die selten gewordenen „Gottesdienftl. Vorträge" von ZunZ, den ebenso selten gewordene Talmud de Jerusalem von Morse Schwab u. dgl. m. und eine Reihe wertvoller Manuskripte. — Zugleich machen wir darauf aufmerksam, daß in demselben Verlage die zweite Liesenmg von Pleßncrs nachgelassenen Schriften, Predigten zu rnvv, kürzlich erschienen ist. Zeitungsnachrichten und Sorrespondenzen. Deut sch l a n d. K erste!, 24. Februar. Dem „Mainzer Anzeiger" wird von hier geschrieben: Die in unserer Gemeinde neu gegründete Tnrngesellschaft hat sich nun constituirt. Charakteristisch ist § 3 der Statuten, welcher also lautet: „Mitglied des Vereins kann werden, wer einen unbescholtenen Ruf genießt und einer christlichen Consession angehört." Ob sich , dies wohl mit den Satzungen der deutschen Turnerschaft'verträgt? Der Turnspruch, „frisch, fromm, fröhlich, frei" kennt keine antisemitische Bestrebungen.