Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 17 (1.3.1886)
- Date
- 1886-03-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Wir haben oben aus dem TsrZsN SKenr rrfshres, daß rmrer den r-DNSon t? „fcen Bereichter» der Arbeit" die MünzpräZrr des -Königs Verstandes seies. Und mn trifft A2es genau Zu. Die heilige Schrift deutet uns an, daß Haman das Silber in Barren den Münzprägern des Königs üdergede» wvllte, die es dann ausgeprägt in die Schatzkammer des Königs ablirfern sollren. Die PräZekssten beliefen sich bei 25 Denaren, wie wir »den mitZerhrilt haben, auf einen Denar, also auf vier Procenr. Haman lieferte also das ungeprägte Silber im Betrage des Lösegeldes von 625,000 Personen (603,000 Israeliten und 22,000 Leviten); er lieferte demnach 635,000 mal 25 Denare oder 100 Saß, was 62,500,000 Sus beträgt; hundert Su* gebe« auf ei« Manah, also 825,000 Manah; 60 Manah sind ei« Kickar, demnach 10,416 */3 Kickar unge-rägtes Silber; ziehen wir davon für die Prägekone« 4 Procent, wie oben auseinandergesetzt, ab, so ergibt das genau 10,000 Kickar Silber, in einzelne Münzen ausgeprägt, wie sie für die Schatzkammer des Königs verwendbar waren. Wir sehen im Geiste unsre geehrten'Leser in zwei Parteien getheilt. Die Einen bewundern rückhaltlos des stauuenswerthen Scharfsinn, mit welchem der Verfaffer des „Berith Schalom" eine solche merkwürdige Berechnung angestellt und zu solch überraschendem Resultate geführt hat; die Anderen aber können sich eines Lächelns nicht erwähren. „Wie," sageu sie, „ist dieser Haman denn ein so großer Talmudgelehner gewesen , war er so tief in die Gedanken der heiligen Schrift eingedrungen, daß er das Gebot des halben Schekel so richtig zu beurtheilen wußte? War es ihm etwa bekannt, wie die Weisen des Talmuds das Verhaltniß des Goldes zum Silber bestimmen und was, nach ihrer Berechnung, die Prägckosten betrugen? Kannte er den Midrasch Ehasis, der für alle Zeiten die Anzahl der Israeliten auf nicht weniger als 690,000 bestimmt, und all die andern Talmndstellen, auf die wir uns oben bezogen haben? Sollen ihm sogar Raschi's und Rabdenu Chananels Jnterprctatationen bekannt gewesen sein? In. der Thar, wir können nicht in Abrede stellen, daß diese Einwände einen Schein von Berechtigung haben; aber auch nur einen Schein. In Wirklichkeit verhält sich die Sache ganz anders. Alle die Weisen, die wir oben genannt, weder der Verfasser des Targnm Schein, noch die Verfasser der Toßaphot, auch nicht vpm m und ebensowenig der Verfasser, des „Berith Schalom" wollen im Entferntesten behanplen, daß Haman ein ralmudgelehrter gewesen. Achnliche Interpretationen frudrrr.wir tez STdrr'b. fe bzn «tschüs W Bezug 2sf Sarchenb, i'izyji:* nezar, Gs§ -und ^Lß07:, Neris. S&vsxzz, Trafsu, Hadrian zi. Lllr jese Frmde ssrjrtij Volkes waren nichrs als Wrrtzeurr in der der görrlicheu Vorsehung, und in Dieser Beziehung flaabcn sie ßleäfani mf der Surfe, der Prophetie. Was von ihnen berichtet wird, daß sie es gethan oder gesagt hüben, bei allem Dem sind sie einer höheres Eingebung gefolgt, und deshalb dürfen wir voraussetzen, daß es nicht Zweck- oder planlos gethan oder gesagt worden sei. Da Haman dem Könige so viele Silberbarren versprach, die ausgeprägt 10,000 Kickar betrugen, so wird diese Zahl nicht ohne Grund von der heiligen Schrift auf die Nachwelt gebracht, und derartige Gründe herauszufinden, das ist die höchste Ehre, die wir dem heiligen Schristwort erweisen können. Das sind, wie der weise König sagt, ennrR arsrt die Worte der Weisen, deren räthselhafte Andeutungen zu erklären und ihren Sinn zu verstehen, eine ebenso erhabene wie dankbare Aufgabe ist. (Schluß folgt.) Aaööi Sakonwn Wodenßeimer sn. Mainz, 24. Februar. Wir kommen soeben von Biblrs zurück, wohin wir geeilt waren, um dem verstorbenen theuren Freunde die letzte Ehre zu erweisen. Von allen Seiten, aus der Nähe und aus der Ferne, waren die Freunde und Verehrer des Verewigten herbeigeeilt, von Frankfurt a. M., Mainz, Darmstadt, Worms, Mannheim, Wiesbaden, Stuttgart, Colmar.rc. rc. An der Bahre sprach zuerst Herr Rabbiner Dr. Marx aus Darmstadt, ein naher Verwandter des Heimgegangenen. In fast emstündiger Rede entwickelte er ein. herrliches Lebensbild des edlen Tobten, schildernd, wie derselbe für die Thora begeistert gewesen, wie er die Abodah bethätigk, wie er Gemiluth C'haßadim geübt, stets dabei Aussprüche der heiligen Schrift und der Weisen des Midrasch anwendeud und erklärend. — Hierauf ergriff Herr Rabbiner Dr. Lehmann aus Mainz das WoA. um dem theuren Freunde einige Worte des Nachrufs zu widmen und zugleich die Gemeinde Biblis zu ermahnen, die durch den Tod gerissene Lucke möglichst auszufüllen, Zank und Hader aus ihrer Mitte zu bannen und in Liebe und Eintracht die Institutionen aufrecht zu erhalten, die der Verewigte mit unsäglicher Mühe und unter