Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 27 (1886)
- Issue
- Heft 17 (1.3.1886)
- Date
- 1886-03-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2449600-2449618--23850-2513536- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
.v Ei« V*' - KenLrat - Hrgan für das orthodore IudenLHum. Herausgegebeu von Sr. Lehmaa« In Mainz. - . JI3 13, iXVIL ZchrZLLZ. ****** Montag, t> cu X Marz SS4« <R88S). 2r Artikel. WachazW AafcheKet. . m.. M a i n z, 25. Februar. Wir haben im vorigen Kapitel an der dargelegten Berechnung beanstandet, daß die 3550, welche die Anzahl der Israeliten mehr als 600,000 betrug, nicht in Betracht gezogen seien. Mau könntte einwenden, daß nur eine runde Summe angenommen worden fei. Dem steht jedoch ein Ausspruch unserer Weisen (Bechoroth 5 a.) entgegen, welcher bei Annahme von runden Summen die Weglassung der Hunderte und weniger, aber nicht die der Lausende rechtfertigt ü'p: b"i preTp ttb nöit wr© :npnp *cn net© :nwon pM d’sVnh Es hatten demnach die fehlenden 3000 nicht nnberiWchtigt bleiben dürfen. Zu dieser Bemerkung kömmt noch eine andere. In der erwähnten Zählung waren die Leviten nicht inbegriffen, deren Anzahl (nach dem obenerwähnten Grundsätze der Gemara) 22000 betrug. Freilich brauchten die Leviten das Machazith Haschekel nicht zu geben; allein hier, bei unserer Berechnung, handelt cs sich ja nicht um das nviv bw rvsno, sondern um die symbolische Wertschätzung aller Israeliten, weßhalb die Leviten nicht unberücksichtigt hätten bleiben sollen. Einige auf den ersten Blick unverständlich scheinenden Worte der heiligen Schrift werden uns auch hierüber Aufschluß geben. Haman sagte zum König (Esther C. 3. B. 9.), daß er die lO.OOOKikar Silber ’T’ »durch die Bmifitct der Arbeit" in die Schatzkammer des Königs bringen lassen wolle. Die mit Anführungszeichen hier wiedergegebenen Worte scheinen überflüssig zu sein. ' Die alten Weisen haben das Berhaltniß des Goldes zum Silber auf 1 : 12 normirt, d. h. das Gold rcpräsentirt bei gleichem Gewichte den zwölffachen Werth des Silbers. Das Berhättniß - ist noch heute, ungeachtet vieler Schwankungen ira_- Laufe der Jahrtausende, ~ ungefähr dasselbe. Man hat sogar in diesem Verhältnisse eine Symbolik gefunden. Bekanntlich ähnelt das. Gold den Strahlen der Sonne, wie wir ja auch vom „goldnen . Sonnenstrahl" sprechen, während wir das Licht des Mondes als ein „silbernes" bezeichnen. Da nun der Mond während eines Jahres, in welchem die Erde einmal um Jbie Sonne. kreist, zwölfmal. seinen Kreislauf vollendet, so ist dementsprechend y:. der Werth des Goldes ein zwölffacher im Vergleiche mit dem des Silbers. Es ist immerhin merkwürdig, daß im Laufe der Jahrtausende stets in ziemlich gleichem Verhältniffe mehr Silber als Gold gewonnen wird und dadurch die Werthmessung der beiden Edelmetalle stets ungefähr dieselbe bleibt. Im Traktat Bechoroth 50 a. wird angegeben, daß ein Golddenar, welcher doppelt so viel wiegt als ein Silbcrdenar, um 25 Silberdenare verkauft wird. Toßapoth daselbst.werfen die Fragen auf, weßhalb, nach dem obenerwähnten Verhältnisse, der Golddenar nicht mit 24 Silberdenaren bezahlt wird. Und sie beantworten die Frage dahin, daß die Prägekosten für so viele Silberdenare mehr betragen als für einen Golddenar; während also bei Barren das Berhaltniß des Goldes zum Silber gleich 1 zu 12 ist, ist es bei geprägten Münzen gleich 1 zur 121/*, d. h. die geprägten Silbermünzen werden etwas minderwertiger gestaltet, um die Prägekosten zu decken.